Logo Jugend forscht Am 1. und 2. März ist der Regionalwettbewerb Jugend forscht und Schüler experimentieren Dresden-Ostsachsen zu Gast bei ENSO. Unsere Firma unterstützt den Wettbewerb als Patenunternehmen und stellt ehrenamtliche Juroren, die die Arbeiten der Nachwuchsforscher bewerten. Ich bin einer davon. Interessiert es Sie zu erfahren, was alles passiert, bevor die Sieger gekürt werden? Ich habe die Höhepunkte in den letzten Wochen festgehalten und gebe Ihnen einen Einblick in mein „Juroren-Tagebuch“.

Wenn Sie Lust haben, dann kommen Sie morgen von 13:00 bis 17:00 Uhr oder am Freitag von 9:00 bis 13:30 ins City Center am Dresdner Hauptbahnhof. Es bietet sich Ihnen die einmalige Gelegenheit, die Wettbewerbsarbeiten genauer unter die Lupe zu nehmen und mit den jungen Forschern ins Gespräch zu kommen. Ich würde mich freuen. Und die Nachwuchsforscher auch.

4. Dezember 2011

Ich habe heute die Einladung als Juror für den Jugend forscht-Regionalwettbewerb Dresden-Ostsachsen erhalten. Selbstverständlich bin ich wieder mit dabei. Dieses Jahr unterstütze ich den Wettbewerb bereits zum dritten Mal. Ich nahm selbst als Schüler bei Jugend forscht teil und habe durchweg positive Erinnerungen. Beim Wettbewerb mitzumachen, bietet ausgezeichnete Entwicklungschancen – nicht bloß den Siegern. Das funktioniert aber nur, wenn nicht allein die Schüler mit Eifer und Elan ihre Projekte bearbeiten, sondern ihnen Organisatoren und die Jury dabei nicht nachstehen. Deshalb nutze ich die Möglichkeit, meine Erfahrungen nun von der „anderen“ Seite einzubringen.

Jury mit Alexander Schwolow
Zum dritten Mal gehört Alexander Schwolow (Bildmitte) zur Jury beim Regionalwettbewerb Jugend forscht Dresden-Ostsachsen.

17. Januar 2012

Es ist Abgabeschluss für die diesjährigen Arbeiten in sieben Fachgebieten: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaft, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Insgesamt nehmen dieses Mal 44 Schüler mit 34 Projekten teil. Ich logge mich also auf dem Onlineportal ein und lade mir die Arbeiten meines Fachgebietes Technik herunter. Acht sind zu bewerten, fünf davon in der Sparte Schüler experimentieren (bis 14 Jahre) und drei in der Sparte Jugend forscht (15 – 21 Jahre). Die Teilnehmer haben noch rund zwei Monate Zeit, ihrem Projekt den letzten Feinschliff bis zum Wettbewerb zu verpassen.

20. Januar 2012

Auf dem Heimweg krame ich eine Jufo-Arbeit aus der Tasche. Titel: „3-dimensionales Erfassen der Umgebung durch duale Videoverarbeitung“ – das klingt schon mal sehr spannend. Moment mal, die Namen der Autoren kennst du doch … Die beiden haben ihr Jugend forscht-Projekt von 2010 weiter entwickelt. Durch Videoaufnahmen aus zwei Perspektiven sollen zum Beispiel Gebäude in ein 3D-Modell überführt werden. Diese Modelle können dann in Onlinedienste wie Google Maps TM eingebunden werden. Der Lösungsansatz ist recht anschaulich beschrieben, doch der praktische Teil ist noch nicht ganz fertig, so dass im Moment ein paar Fragen offen sind. Ich bin gespannt, wie sich die beiden beim Wettbewerb präsentieren. Eins ist aber schon mal sicher: Sie haben sich im Vergleich zu Ihrer letzten Teilnahme enorm entwickelt. Die schriftliche Arbeit ist deutlich strukturierter und wissenschaftlicher geworden.

2. Februar 2012

Mittlerweile habe ich alle Arbeiten – meistens nach Feierabend – durchgearbeitet. Erfahrungsgemäß werden im Fachgebiet Technik recht unterschiedliche Themen behandelt. Dieses Mal sind sie vom fachlichen Fokus her aber sehr ähnlich. Drei Arbeiten entstammen einem größeren Projekt, dem Eisenbahn-Lehrpfad im Zuseum in Bautzen. Vier beschäftigen sich mit Energiegewinnung, -speicherung bzw. -verbrauch. Und dann die bereits genannte mit der 3D-Videobearbeitung. So sind die Projekte „glücklicherweise“ relativ gut miteinander vergleichbar. Trotzdem kristallisiert sich noch kein Sieger heraus. Dazu sind bei allen Arbeiten zu viele Fragen offen.

9. Februar 2012

Heute war die erste Jury-Sitzung. Wir treffen uns jedes Jahr etwa vier Wochen vor dem Wettbewerb. Neben organisatorischen Themen sprechen wir die Arbeiten inhaltlich durch. Wir klären offene Fragen und holen uns auch externen Rat ein, wenn sich Teilnehmer mit einem sehr speziellen Thema beschäftigt haben. Die 34-köpfige Jury des Regionalwettbewerbs ist bunt gemischt. Sie setzt sich zu fast gleichen Teilen aus Lehrern, Hochschullehrern und Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung zusammen.

Natürlich durfte ein Rückblick auf das letzte Wettbewerbsjahr nicht fehlen. Den Weg der Siegerarbeiten lassen wir Revue passieren. Auf „unseren“ Bundessieger Walter Benjamin im Fachgebiet Physik sind wir besonders stolz. Er konnte mit dem Thema „Rastertunnelmikroskopie an Coronen auf Germanium (111)“ sogar auf europäischer Ebene den zweiten Platz erringen. Zusammen mit einem 3. Platz in Biologie sowie zwei Sonderpreisen in Chemie bzw. Mathematik/Informatik sind wir einer der erfolgreichsten Regionalwettbewerbe, trotz der – im Vergleich zu anderen Bundesländern – geringen Teilnehmerzahlen.

Das motiviert uns, den Wettbewerb weiter zu unterstützen und die Schüler entsprechend zu fördern. Inhaltlich können und dürfen wir die Arbeiten nicht beeinflussen, sind aber in der Lage, den Schülern die Potenziale aufzeigen und sie somit für die nächsten Wettbewerbe zu stärken. Dieses Jahr finden erstmalig Workshops statt, in denen die Teilnehmer üben, ihre Arbeit und sich besser zu „vermarkten“.

                                                            27. Februar 2012

CITY CENTER am Dresdner Hauptbahnhof
CITY CENTER am Dresdner Hauptbahnhof

Die letzten Vorbereitungen für das Rahmenprogramm laufen. Teilnehmer und Juroren werfen am Abend des ersten Wettbewerbstages einen Blick hinter die ENSO-Kulissen und erfahren mehr zu den Themen Elektromobilität, Energiehandel, Gebäude- oder IT-Technik. Zu Letzterem bereite ich eine Präsentation vor. Diese deckt ein breites Aufgabenspektrum ab: von der Bereitstellung der IT-Infrastruktur über den Betrieb des Abrechnungssystems bis hin zu Projekten mit Forschungscharakter. Ich freue mich auf die nächsten beiden Tage und drücke allen Jungforschern die Daumen. Toi, toi, toi!