Wegweiser

An einem sonnigen Morgen im März mache ich mich auf den Weg zum ENSO-Energie-Erlebnispfad. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können dort aktiv entdecken, wie Energie für unsere Region erzeugt wird. Mit einer Gesamtlänge von zirka 30 Kilometern führt der Rundwanderweg von Freital-Hainsberg über die Talsperre Malter bis zum Wasserkraftwerk Tharandt. Auf dem etwa 10 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Freital-Cossmansdorf und der Talsperre Malter findet am 22. April der Erlebnistag Wasser statt. Bei einem Tagesauflug der besonderen Art haben 70 Familien die Möglichkeit, das Element Wasser zu entdecken. Ich bin die Strecke schon einmal gelaufen, um Ihnen Lust auf die Tour zu machen. Also Wanderschuhe geschnürt und los geht´s.

Stromschnellen in der Roten Weißeritz

Wildromantischer Rabenauer Grund

Begleitet vom Schnaufen der Weißeritztalbahn biege ich in den Wanderpfad ein. Nach etwa zehn Minuten erreiche ich das Wasserkraftwerk Rabenauer Grund. Dieses ist seit 1911 ans Stromnetz angeschlossen und wird über einen 460 Meter langen Stollen mit Wasser aus der Roten Weißeritz versorgt. Dort befindet sich auch die erste Station des Energie-Erlebnispfads – „Elektrizität in unserem Leben“. Auf einer „Energie-Torte“ verschaffe ich mir einen Überblick über alle Energie-Zutaten zur Stromerzeugung in Deutschland. Spaß macht auch das Energie-Stellwerk, an dem Fragen zur umweltfreundlichen Energieversorgung zu beantworten sind. Vorbei an bizarren Felsformationen und an Landmarken setze ich meinen Weg in Richtung Rabenauer Mühle fort.

Modell Sonnenheizung

Energie erleben an der Rabenauer Mühle

Treue Begleiter neben mir: die ständig rauschende Rote Weißeritz und das Gleis der Schmalspurbahn. In vielen engen Bögen folgt dieses dem Lauf des namensgebenden Flüsschens und überbrückt es bis nach Rabenau insgesamt zwölfmal. An der Rabenauer Mühle erwarten mich zwei Stationen. Das Thema „Strom und Wärme aus Sonnenenergie“ zeigt mir, was bei der Ausrichtung eines Solarmoduls zur Sonne mit nebenstehender Drehscheibe geschieht. An einer Sonnenheizung kann ich auf vier verschiedenen Materialoberflächen, die sich durch Sonneneinstrahlung unterschiedlich stark erwärmen, die Temperaturunterschiede fühlen. Auf der Wasserkraft-Spielstation am Mühlgraben beobachte ich im Strömungsbecken die Kraft des Wassers in verschiedenen Situationen.

Francis-Schachtturbine

Strom aus Wasserkraft

Flussaufwärts setze ich meinen Weg durch den Spechtritzgrund fort und gelange zum Seifersdorfer Mühlgraben. Dort steht das kleinste, 1911 ans Stromnetz gegangene ENSO-Wasserkraftwerk. Über einen 800 Meter langen Obergraben wird es mit Wasser versorgt. Eine Besonderheit ist die mit 21 Solarmodulen bestückte Fassade. Auf einer Anzeige wird die aktuelle Leistung der Photovoltaik-Anlage dargestellt. Links neben dem Wasserkraftwerk befindet sich die Station „Strom aus Wasserkraft“. Unter einer Überdachung ist die durch das Hochwasser im Sommer 2002 zerstörte und zu Ausstellungszwecken rekonstruierte Francis-Schachtturbine zu bestaunen. Außerdem werden Generator-Prinzip und Motor in Miniatur anschaulich erklärt.

Staumauer der Talsperre Malter

Talsperre Malter und zurück nach Cossmansdorf

Zurück auf dem Wanderweg erblicke ich in der Ferne die Staumauer der Talsperre Malter – das Ziel meiner zirka 2,5-stündigen Wanderung. Über eine kleine Anhöhe verlasse ich das Tal rechter Hand und gelange auf die Staumauer. Die Talsperre wurde 1913 fertig gestellt und regelt den Lauf der Roten Weißeritz. Das Kraftwerk am Fuße der Staumauer ging 1914 mit seinen beiden Francis-Spiralturbinen ans sächsische Stromnetz. Durch unterirdische Rohrleitungen wird das Wasser zu den Turbinen geführt und von dort durch einen 60 Meter langen Unterwasserkanal ins Flussbett zurückgeleitet. Pro Jahr erzeugt das Wasserkraftwerk durchschnittlich 1,7 Mio. kWh Strom – damit kann der Energiebedarf von zirka 680 Drei-Personen-Haushalten gedeckt werden.

Weißeritztalbahn am Bahnhof Rabenau

In unmittelbarer Nähe der Staumauer befindet sich der Bahnhof Malter. Dort steige ich in die Weißeritztalbahn und fahre zurück zum Ausgangspunkt meiner Wanderung. Die knapp 30-minütige Fahrt in der dienstältesten Schmalspurbahn Deutschlands eignet sich hervorragend, um das Erlebte Revue passieren zu lassen. Wiesen, Felsformationen und der sagenumwobene Rabenauer Grund ziehen an mir vorbei, begleitet vom Zischen des Dampfes und dem Geruch nach Kohle, Öl und heißem Stahl. Nostalgie pur.

Na, haben Sie Lust bekommen auf eine Wanderung? Gehen Sie auf Entdeckungstour auf dem ENSO-Energie-Erlebnispfad! Es erwartet Sie Spannendes, Wissenswertes und eine schöne Landschaft. Hier können Sie Ihre Tour planen und finden alle notwendigen Informationen dafür.