Jungstörche im Nest

Sein Anblick löst meist Freude aus: Kaum ein Tier ist bei Groß und Klein so beliebt wie der Storch. Weil seine Zahl auch in Sachsen in der Vergangenheit stark zurückgegangen ist, gibt es im Freistaat ein Artenschutzprogramm für Meister Adebar. Ein Schwerpunkt sind dabei die Nistplätze. In der Gemeinde Dohma bei Pirna half ENSO jetzt mit, einen solchen sicher zu machen.

Ausgerechnet auf einem unserer Strommasten in Cotta A, einem Ortsteil der Gemeinde Dohma, hatte im vergangenen Sommer ein Jungstorchen-Pärchen das Nestbauen geübt. Monteure unseres Regionalbereiches in Heidenau waren darauf aufmerksam geworden und informierten mich.

Auch wenn die Brutzeit damals schon vorbei war, nahm ich die Sache ernst. Denn erfahrungsgemäß merken sich die Störche ihre Standorte und kehren im nächsten Jahr dorthin zurück. Damit die diesjährige Nistsaison in sicherer Umgebung beginnen kann, starteten die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Dippoldiswalde und unser Unternehmen eine Gemeinschaftsaktion.

Nisthilfe
ENSO-Spezialmonteure mit Nisthilfe vor der Montage, Fotos: Marko Förster (2)

Vor wenigen Tagen fand diese nun ihren krönenden Abschluss: Nahe des bisherigen Standortes steht jetzt neben einer Mittelspannung-Freileitung ein ausgedienter Holzmast, auf dem ein Ersatzhorst montiert ist. Die Naturschutzbehörde hatte von Metallbaumeister Marko Taupitz aus Stolpen ein Wagenrad als Grundlage für das künstliche Nest anfertigen lassen.

Mit Weiden- und Birkenzweigen versehen haben es unsere Monteure Andreas Kinseher und Heiko Staude in elf Metern Höhe – der typischen Bruthöhe für Störche – angebracht. Weil unser Strommast nur zehn Meter hoch ist, haben wir ihn mit Verstrebungen aufgestockt. Auf dem Betonmast, auf dem die Störche vorigen Sommer ihr Nest gebaut hatten, brachten sie eine Schutzstange an.

Viel Aufwand für einen Storch, finden Sie? Da haben Sie Recht. Doch Meister Adebar ist nun mal ein typischer Bewohner unserer Kulturlandschaft. Leider hat die Anzahl der Brutpaare laut sächsischem Umweltministerium seit Mitte der 90-er Jahre um etwa 30 Prozent abgenommen.

Nur noch 300 Weißstorchenpaare gibt es im Freistaat. In Ostsachsen sind sie vor allem im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft sowie im Raum Großenhain und Meißen heimisch.

Aufstellen des Holzmastes
Mit Hilfe eines Unimogs wird der Holzmast aufgestellt.