Frühstückstisch; Foto: www.istockphoto.com

Ostern steht vor der Tür. Bei dem einen oder anderen findet ein üppiges Osterfrühstück statt – Heißgetränke dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Haben Sie in diesem Zusammenhang schon einmal darüber nachgedacht, welches die effizienteste Methode ist, um Wasser zu erwärmen?

Beim Regionalwettbewerb Jugend forscht Dresden-Ostsachsen habe ich jemanden getroffen, der sich damit beschäftigt hat: Luis Krieger, 19 Jahre und derzeit Medizinstudent im zweiten Semester an der TU Dresden. Er bearbeitete in einem Oberstufenseminar am Jakob-Brucker-Gymnasium Kaufbeuren in Bayern ein scheinbar simples, aber schönes praktisches Thema. In genau durchdachten experimentellen Aufbauten verglich er unterschiedliche Methoden, um Wasser zu erwärmen und reichte seine solide Arbeit für den Wettbewerb in Dresden-Ostsachsen ein. Im Fachgebiet Technik erhielt Luis Krieger den zweiten Preis. Ich wollte Genaueres wissen und habe ihn interviewt.

Osterüberraschung für Sie: Damit Ihnen das perfekte Frühstücksei gelingt, verschenken wir an die ersten 10 Kommentatoren/innen jeweils eine Eieruhr der besonderen Art: das „Piep-Ei“ zum Mitkochen.

Jufo-Teilnehmer Luis Krieger

Herr Krieger, in Ihrer Arbeit haben Sie die gängigsten Haushaltsgeräte zur Wassererwärmung mit Blick auf ihren Energieverbrauch verglichen. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Eher zufällig, als ich mit meiner Mutter beim Frühstück saß. Neben Semmeln, Aufstrichen und Säften stehen häufig auch Heißgetränke wie Tee, Kaffee oder Kakao auf dem Tisch. Gekochte Eier nicht zu vergessen. Mir ist aufgefallen, dass bei der Vorbereitung des Frühstücks verschiedene Geräte zum Einsatz kommen, obwohl es letztendlich nur um einen Effekt geht: Das Erhitzen von Wasser.

Interessanter Gedanke. Und wie ging es mit der Idee weiter?

Man kennt es ja aus dem täglichen Leben. Häufig zählt beim Erwärmen des Wassers lediglich die Geschwindigkeit. Unklar war mir allerdings, ob diese im direkten Zusammenhang mit der von den verschiedenen Geräten verbrauchten Energie steht. Durch Recherchen wurde mir klar, dass ohne gezielte Messungen keine genaue Aussage darüber zu treffen ist. Also verfolgte ich die Idee weiter, habe mich mit meinem Lehrer ausgetauscht und nach einem Jahr Vorbereitungszeit konnte ich meine Experimente endlich starten.

Wo und mit welchen Haushaltsgeräten haben Sie Ihre Versuche umgesetzt?

In der Küche meiner Eltern, also gewissermaßen unter Normalbedingungen, habe ich folgende Geräte miteinander verglichen:

  • Induktionskochfeld,
  • Cerankochfeld,
  • Elektrokochplatte,
  • Gasherd,
  • Tauchsieder,
  • Wasserkocher und
  • Mikrowelle.

In einem Topf mit ferromagentischem Boden habe ich jeweils einen Liter Leitungswasser von 20°C auf 70°C erhitzt. Die Temperatur wurde mit einem Sensor und die Zeit mit einer Stoppuhr gemessen. Für den Strom- und Gasverbrauch habe ich einen digitalen Zähler zwischen Heizquelle und Steckdose geschaltet bzw. den Gaszähler vor und nach jeder Messung abgelesen.

Das hört sich ziemlich umfangreich an. Wie oft haben Sie die Experimente denn durchgeführt?

Die einzelnen Experimente waren schon sehr aufwändig, auch deshalb, weil bei jedem Versuch auf gleiche Ausgangsbedingungen zu achten war. Pro Gerät habe ich die Messungen fünfmal durchgeführt und aus der verbrauchten Energie pro Erhitzungsvorgang das arithmetische Mittel gebildet.

Der Spitzenreiter; Foto: www.istockphoto.com

Und welches Gerät hat am Besten abgeschnitten?

Klarer Spitzenreiter ist der Wasserkocher. Er verbraucht von allen Geräten am wenigsten Energie und stellt damit die ökonomisch sparsamste Möglichkeit dar, Wasser zu erhitzen. Gleich darauf folgt der Tauchsieder – eine wohl eher ältere Variante, Wasser zu erwärmen. Induktionsherd und Herdplatte sind ebenfalls energieeffizient. Letztere allerdings nur, wenn ein passgenauer Topf mit einem Deckel verwendet wird. Frühzeitiges Abschalten einer Elektroplatte spart ebenso Energie.

Haben Sie zum Abschluss noch einen Tipp für unsere Leser?

Ja klar! Achten Sie darauf, dass Sie in Ihrem Haushalt energiesparende Geräte verwenden. Nicht nur bei der Zubereitung des Frühstücks, sondern auch bei jeder anderen Mahlzeit kommt Ihnen dies zugute. Die Initiative HAUSGERÄTE+ hat Merkregeln zum energieeffizienten Kochen parat. Und auch ENSO bietet Ihnen auf den eigenen Interentseiten nützliche Energiespartipps. Ganz nebenbei würde mich aber noch interessieren, welches Gerät Ihre Leser bevorzugt nutzen, um Wasser zu erwärmen.

Jetzt sind Sie gefragt, liebe Leser: Schreiben Sie uns. Auf die ersten zehn Kommentatoren/innen wartet außerdem jeweils ein „Piep-Ei“ zum Mitkochen.