Elektrische Fliegenklatsche – Fluch oder Segen?

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Elektrische-Fliegenklatsche
Sie sieht doch recht harmlos aus, die elektrische Fliegenklatsche. Doch sie hat es in sich, stellte ich beim Produkttest fest.

Der finanzielle Aufwand ist überschaubar, der versprochene Nutzen um ein Vielfaches höher: Für 3,99 Euro habe ich bei einer großen Drogeriekette eine elektrische Fliegenklatsche gekauft. Sie verspricht „Insektenvernichtung durch Stromschlag“. Zugegeben – klingt ziemlich brutal, aber effektiv.

Gefährlich scheint die Methode für mich auch nicht zu sein: „mit Sicherheitsschalter“ und „sichere Handhabung durch Schutzgitter“ lese ich auf der Verpackung. Betrieben wird das an einen Federballschläger erinnernde Gerät aus Kunststoff mit zwei 1,5-Volt-Batterien.

Ist das die lang gesuchte Geheimwaffe gegen aufdringliche Fliegen, die in der warmen Jahreszeit gern von den Elbwiesen in unser Haus schwirren und sich an den großen Fensterscheiben im Wohnzimmer oder an der Deckenlampe in der Küche ausruhen? Ich mache die Probe aufs Exempel.

Bei der Bekämpfung der lästigen Insekten habe ich bisher traditionelle Methoden wie den Fliegenfänger zum Aufhängen und das Erschlagen mit der Zeitung oder einem Handtuch genutzt.

Tierfreundlicher ist es, das Fenster zu öffnen und die Fliegen zu verscheuchen, zum Beispiel mit einem Besen. Doch nicht selten stellen sich die Plagegeister kurz darauf schon wieder ein.

Fliegenfänger
Der Fliegenfänger ist zwar ein herkömmliches, aber nicht besonders appetitliches Mittel, um lästige Insekten zur Strecke zu bringen. Foto: pans_pixelio.de

Nun also die elektrische Fliegenklatsche. Die beiden Batterien lassen sich problemlos in die dafür vorgesehene Öffnung drücken. Nun stelle ich den Schalter von „off“ auf „on“ und halte nach einer Fliege Ausschau. Die Todeskandidatin sitzt auf der Tür eines Küchenschranks.

Wie in der Bedienungsanleitung beschrieben drücke ich die grüne Taste, bis eine rote Lampe leuchtet. Das Insekt soll ich möglichst in der Luft attackieren. Wenn es auf Gegenständen sitzt, darf ich mit der Fliegenklatsche nicht zuschlagen, damit sie keine Schäden davonträgt.

Beherzt pirsche ich mich an den Küchenschrank heran – mit gedrückter grüner Taste und rot leuchtender Lampe. Doch die Fliege scheint den Braten zu riechen. Und schwupps, schwirrt sie davon. Die nächste Gelegenheit bietet sich, als sie auf der Wohnzimmerlampe Platz genommen hat. Ich nähere mich so weit wie möglich und versuche draufzuhalten. Doch das Insekt ist wieder schneller.

Der Gebrauch der Fliegenklatsche erfordert schon ein wenig Übung. Sieben auf einen Streich schaffe ich damit garantiert nicht, schießt es mir durch den Kopf. Aber schließlich schlägt meine Stunde.

Der geflügelte Plagegeist erkundet den Küchentisch. Mehrere Sekunden lang halte ich die Schlägermitte an ihren Körper. Das hat verheerende Folgen: Es blitzt, und eine zentimetergroße Stichflamme macht dem Insekt den Garaus. (Bei späteren Versuchen glimmt es nur noch ein wenig.) Das tote Tier klebt an der Schlägerfläche, lässt sich aber leicht heraus klopfen.

Stubenfliege
Ein einzelnes Exemplar ist aus der Nähe betrachtet gar nicht so eklig. Foto: Nico_Meier_pixelio.de

Nach dieser Prozedur muss ich mich erst mal setzen und empfinde fast so etwas wie Mitleid mit der Kreatur. Meine Neuerwerbung verstaue ich auf dem Weg zur Couch im Schrank.

Ich greife zur Zeitung, um zu lesen – da höre ich erneut ein unverwechselbares Summen. Die nächste Fliege! Keck macht sie es sich auf meinem rechten Oberschenkel bequem.

Weil der elektrische Helfer weder in Reichweite ist noch mich überzeugt hat, nutze ich das Utensil, das jeden Morgen bei uns im Briefkasten steckt. Volltreffer beim ersten Versuch!

Fazit meines Produkttests: Zwar hat sie ihren Zweck erfüllt, aber ein neuzeitliches „Daumen hoch“ vergebe ich für die elektrische Fliegenklatsche trotzdem nicht. Vielleicht muss ich mich erst noch daran gewöhnen.

Kommentare

  1. Schön gelacht! Ich sehe Sie förmlich durch das Haus „tigern“.

    Beim Stichwort Mückenplage ist mir sofort ein anderes elektrisches Hilfsmittel eingefallen, das wir in unserer Familie gelegentlich nutzen. Ich habe mal im Internet nachgeschaut und das Gerät unter dem Schlagwort „Stichheiler“ gefunden: http://www.gegeninsektenstiche.de/bite-away-insektenstich-behandlung/

    Die Mücke bleibt unbeschadet, lediglich dem Stich wird der Garaus gemacht. : ) Es funktioniert wohl so, dass sich das Gift durch Wärmezufuhr zersetzt und seine juckende Wirkung verliert.

    Klappt tatsächlich! Nur besonders angenehm ist die Anwendung nicht, weil die „Hitze“ auf der Haut ein kurzes Brennen verursacht. Und gegen Mückenschwärme ist eine herkömmliche Salbe – großflächig aufgetragen – wahrscheinlich effizienter.

    Was es nicht alles für Hilfsmittelchen gibt!

  2. Danke für den Tipp! Die nächsten Tage bieten sicher die Gelegenheit, das Mittel auszuprobieren – wenn die Experten Recht behalten. Mir fällt da unwillkürlich das „Mückentötulin“ ein, dem die Komiker Herricht und Preil im DDR-Fernsehen einen Sketch widmeten. Den gibt es hier zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=CBgY7xZzFOU
    Viel Vergnügen!

  3. Bei diesem Beitrag muss man einfach auch lustig kommentieren! Mir fällt dazu nur noch ein „Tennis war gestern – heute ist die elektrische Fliegenklatsche das Fun-Sportgerät!!“ oder auch „Hausfrauen aller Länder bewaffnet euch mit der elektr. Fliegenklatsche!“
    Zurück zum Ernst der Sache und noch ein guter Tipp von Landbewohnern: Fenster auf der jeweiligen Sonnenseite des Hauses konsequent geschlossen halten bis diese zur anderen Seite gewandert ist. Auch die Fliegen sonnen sich gern, nutzen dafür die Hauswände und sind dann auch mal schnell im Haus. Wir lüften jeweils nur an den Schattenseiten des Hauses und haben so sehr wenige ungeliebte Gäste/Fliegen.

    1. Herzlichen Dank für diesen Tipp! Künftig werde ich das beherzigen. Vielleicht wird auf diese Weise die elektrische Fliegenklatsche überflüssig.

  4. Bin vor Kurzem aus Südamerika zurück gekommen.Dort konnte ich dieses Gerät – es war eines zum Aufladen an der Steckdose – in voller Aktion kennenlernen. Und ich muss zugeben – ich bin begeistert! Man sollte nicht wie auf dem Tennisplatz wild umherfuchteln, sondern ruhige Bewegungen durch die Luft machen, unter dem Tisch u.ähs. Das „Knallfeuer“ der getroffenen Biester klang wie ein Maschinengewehr … Aber das tat in diesem Fall wirklich gut! Ich werde mir nun auch für hier eine elektrische Fliegenklatsche besorgen. Kann es nur für jeden empfehlen.

    1. Vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht. Zwar ist die Fliegensaison erst mal vorbei, aber die nächste kommt bestimmt! Insofern ist der eine oder andere Leser unseres Blogs sicher an Ihrem Urteil interessiert.

  5. Hallo,

    Man muss die E-Fliegenklatsche auch richtig einsetzen dann ist das Perfekt.
    Bei Stechmücken einfach langsam auf sie zubewegen sie werden regelrecht eingesaugt. Mir ist keine einzige entwischt.
    Bei Normalen Fliegen ist es schon schwieriger man muss aber einfach an ihnen vorbei „Schlagen“ wie ein vorgetäuschter Faustschlag. Sie werden dadurch losfliegen und meist beim schwingen dann in der Luft erwischt. Rate : 80% Erfolg.

    Bin begeistert von dem Teil. Zumal es keine Schweinerei gibt.

    Grüßle Matthias

  6. Netter Beitrag 🙂 Bei meiner ersten elektrische Fliegenklatsche hat es etwas gedauert, bis ich den Dreh raus hatte.
    Mittlerweile geht es ganz gut.
    Die erste elektr. Fliegenklatsche für 5€ aus dem Baumarkt war ein totaler Fehlkauf. Ich habe mich dann im Internet umgesehen und eine nette Vergleichsseite gefunden. http://elektrische-fliegenklatsche.net [Link angepasst. Die Redaktion]

    Da gib es eine Menge Tipps & Tricks und nette Beiträge rund um’s Thema.

    Gruß

  7. Seit gestern bin ich stolzer Besitzer einer Schröter elektrische Fliegenklatsche , Ja es ist nicht einfach aber es erspart ekelige Flecken auf Tapeten , Fenster und co beim zerklatschen mit der Zeitung . Die ersten paar male hab ich mich sogar erschrocken wenn`s „knallte“ und blitzte beim Erfolg . Aber man gewöhnt sich dran 😉 Wenn die Fliege irgendwo sitzt halte ich den „Schläger“ ganz langsam über das Opfer und näher mich langsam , es dauert auch nicht lange bis dann versucht zu entkommen , aber „Peng“ und das Thema hat sich erledigt . Also ich kann`s auf jeden Fall empfehlen

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