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Stefan Schaarmann (rechts) und ich sind gespannt, was uns beim BDEW erwartet.

Mitte Juni hatten wir das große Glück, beim diesjährigen Kongress des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Berliner InterContinental Hotel dabei zu sein.

Wir, das sind Stefan Schaarmann, Diplomand im Regionalbereich Görlitz, und ich, Eric Schneider, Diplomand in der Netzplanung bei ENSO NETZ. Eine Studentenpatenschaft zwischen ENSO und dem BDEW hat uns diese Erfahrung ermöglicht. Was uns erwartet, wussten wir nicht – Die Vorfreude aber war groß.

Mit einem Workshop erlebten wir gleich zu Beginn einen Höhepunkt dieser drei attraktiven Tage. Wir hatten die Aufgabe, uns in die Rolle der Geschäftsführer eines Energieversorgungsunternehmens zu versetzen. Mehrere Gruppen sollten ein Geschäftsmodell entwerfen.

Meine Gruppe kam dabei auf die Idee, Wohnsiedlungen durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Nahwärme und Energie zu versorgen. Gleichzeitig wollten wir mit dem BHKW am Regelenergiemarkt teilnehmen, um ein zweites wirtschaftliches Standbein im nationalen Energiemarkt zu haben. Auf dem Regelenergiemarkt wird Ausgleichsenergie gehandelt, um zu gewährleisten, dass die Kunden auch bei unvorhersehbaren Ereignissen, beispielsweise wenn ein Kraftwerk ausfällt, mit Strom beliefert werden können.

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Bitte recht freundlich: Die Studenteninitiative des BDEW. Foto: EW Medien und Kongress GmbH

Gewonnen hat den Wettbewerb die Idee des „Smart Crowding“. Dabei wird die Strompreisbildung mit Social-Media-Elementen vernetzt. Das soll zu mehr Energieeffizienz in den Haushalten führen. Stellen Sie sich eine Plattform vor, über die einzelne Haushalte – oder mehrere gemeinsam – in einen Wettbewerb zu einander treten. Wer dabei am meisten Energie spart, bekommt einen Bonus vom Energieversorgungsunternehmen zurück.

Mein persönliches Highlight war der Vortrag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, der mich fasziniert hat. Sie überzeugte nicht nur mit hoher fachlicher Kompetenz, sondern auch mit einer Lockerheit, die ich nicht erwartet hätte. In ihren Ausführungen ging es vorrangig um die Energiewende. Dr. Angela Merkel versicherte uns, dass die Bundesregierung die Probleme bei der Energiewende erkannt hat, diese aber für lösbar hält. Möglichkeiten dafür sieht sie in der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und einer besseren Integration der regenerativen Energieträger und Gaskraftwerke in den Energiemarkt.

Eine große Überraschung war für mich der Auftritt des Bundeswirtschaftsministers Dr. Philipp Rösler. Trotz der vielen Kritik an seiner Person wirkte er auf mich sehr souverän und sprachlich hoch gewandt. Auch seine Ausführungen überzeugten mich. Für ihn als Wirtschaftsminister steht die Bezahlbarkeit der Energiewende im Vordergrund. Um die hohe Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten, dürfen die Strompreise nicht ins Unermessliche steigen. Nach seinen Worten sollte die Energiewende als Herausforderung gesehen werden, um neue technologische Felder zu erschließen und durch Forschungen die deutsche Wirtschaft in die Spitzenposition zu bringen.

Einen guten Gesamteindruck vom Kongress vermittelt dieses Video:

Neben den Vorträgen der Fachleute und Politiker waren für uns vor allem die Gespräche mit anderen Studenten ein Gewinn. So bekamen wir Einblick in den studentischen Alltag an anderen Hochschulen und Universitäten. Wir stellten fest, dass sich ein Energietechnikstudium in Berlin ganz anders anfühlen muss, als eines in unserem doch recht kleinen Zittau.

Alles in allem war es ein fachlich sehr spannender Kongress, welcher in vielen Teilen die tägliche Arbeit berührt hat. Denn auch wir haben in unseren Diplomarbeiten mit den Problemen und Herausforderungen der Energiewende zu kämpfen.