Heizkraftwerk-Bautzen
Unser Heizkraftwerk in Bautzen-Teichnitz liefert Fernwärme für mehrere Wohngebiete und kommunale Einrichtungen der Spreestadt.

Für Sie klingt es sicher nicht besonders spektakulär. Noch in diesem Jahr tauschen wir in unserem Heizkraftwerk (HKW) in Bautzen-Teichnitz einen veralteten Brenner gegen einen  modernen umweltfreundlichen aus. Wenn Sie die damit verbundenen Kosten erfahren, sehen Sie das Ganze vielleicht schon in einem anderen Licht: Mit rund 50.000 Euro schlägt der Brennerwechsel bei uns zu Buche.

Das Ganze ist nötig, weil Anfang Mai In Deutschland Regelungen in Kraft traten, mit denen die europäische Industrieemissionsrichtlinie umgesetzt werden soll. Europaweit fallen rund 52.000, in Deutschland etwa 9.000 Anlagen unter diese EU-Richtlinie. Dazu gehören auch Anlagen der Energiewirtschaft – wie unser HKW in Bautzen.

Um den Vorgaben der Europäischen Union zu entsprechen, ist das deutsche Umweltrecht in den vergangenen zwei Jahren so umfangreich überarbeitet worden wie selten zuvor. Sieben Gesetze und 17 Verordnungen waren an die Richtlinie anzupassen, zwei neue Verordnungen zu erlassen. Laut Bundesregierung entstehen der Wirtschaft durch die verschärften gesetzlichen Anforderungen Kosten in Höhe von fast 12,5 Millionen Euro.

Turbine
Mit dieser Turbine erzeugt das Heizkraffwerk Bautzen seit einigen Jahren auch Strom.

Für Tausende Anlagen gelten nun Emissionsstandards, die sich an den besten verfügbaren Techniken orientieren. In neuen Anlagen sind diese Techniken vor Inbetriebnahme zu installieren. Für Altanlagen wie das HKW Bautzen gilt dafür eine Frist von vier Jahren.

1980 ursprünglich als Heizwerk errichtet, versorgt es rund 6.500 Wohnungen, unter anderem im Stadtteil Gesundbrunnen, dem Allende-Viertel, aber auch in der Innenstadt, sowie zahlreiche kommunale Einrichtungen mit Fernwärme. Grundlage dafür ist ein Liefervertrag mit der Energie- und Wasserwerke Bautzen GmbH (EWB), der noch bis 2017 gültig ist. 15 Mitarbeiter um HKW-Leiter Karsten Bude sind dort tätig.

Braunkohlenstaub
Braunkohlenstaub dient als Brennstoff.

Als Brennstoff kommt vorwiegend Braunkohlenstaub zum Einsatz. Pro Jahr sind es rund 18.000 Tonnen. 1995 haben wir das Heizwerk zum Heizkraftwerk umgebaut und umwelttechnisch modernisiert. Seitdem erzeugt die Anlage außer Wärme auch Strom.

Jetzt steht mit dem Brennerwechsel die nächste Modernisierung an. Auch die Sicherheitstechnik müssen wir den aktuellen Anforderungen anpassen. All das geschieht im Zeitraum von vier Monaten und im Einklang mit der zuständigen Behörde – der Landesdirektion Dresden.

Wärmeleitstand
ENSO-Mitarbeiter Eric Schneider überwacht am Wärmeleitstand die Anlage.

Schon seit Jahren wird unser HKW vom Landratsamt Bautzen fern überwacht. Dessen Mitarbeiter können ständig kontrollieren, wie sich das Rauchgas zusammensetzt. Es enthält unter anderem Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Stickoxide und Staub. Unabhängig vom Landratsamt überwachen wir die Anlage rund um die Uhr.

Die Emissionsschutzrichtlinie verpflichtet die Industrie, die Abgaswerte ihrer Anlagen weiter zu verbessern. Dazu hat ENSO drei Jahre Zeit. Mit dem Brennerwechsel gehen wir den ersten Schritt auf diesem Weg. Neu ist die jährliche Berichtspflicht der Anlagenbetreiber zu den Emissionen gegenüber der zuständigen Behörde. Das praktizieren wir jedoch schon seit Jahren so.

Eingeführt wurde auch eine Inspektionspflicht der Behörde. Nach jeder Vor-Ort-Inspektion im Abstand von einem bis drei Jahren muss sie einen Bericht verfassen und vier Monaten später der Öffentlichkeit zugänglich machen, zum Beispiel im Internet.

Mitarbeitern und Anwohnern solcher Anlagen kann es nur recht sein, wenn die Umweltstandards noch besser werden. Deutschland gehörte auf diesem Gebiet schon immer zu den Vorreitern in Europa. Insofern kann ich als ENSO-Umweltschutzbeauftragter und Immissionsschutzbeauftrager des HKW Bautzen gut mit den neuen Bestimmungen leben – auch wenn sie höhere Ausgaben für mein Unternehmen mit sich bringen.