Themenbereich Strom
Das komplette Erdgeschoss des Dresdner Energie-Museums ist der Stromversorgung gewidmet.. Foto: DREWAG

Das war ein Ferienauftakt nach Maß. Reichlich Sonne und Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius. Ganz klar, der nächste Weg führt ins Freibad.

Schülern, denen das auf Dauer zu eintönig wird und die auch in der schulfreien Zeit wissbegierig sind, empfehle ich einen Besuch im Dresdner Energie-Museum KraftWerk Wettiner Platz 7 (Eingang Könneritzstraße).

Jeden Mittwoch von 10 bis 17 Uhr bietet sich dazu die Gelegenheit. Ihre Eltern können sie natürlich auch mitnehmen – oder umgekehrt. Der Eintritt ist frei. Auf zwei Etagen wird die Geschichte von Strom-, Gas-, Fernwärme-, Fernkälte- und Wasserversorgung lebendig.

Museumsführer-Andreas-Preußer
Für die Besucher schaltet Museumsführer Andreas Preußer auch mal die historische Straßenlaterne ein.

Zu sehen sind Unikate und Zeitzeugnisse aus über 100 Jahren Energiegeschichte. Neben Exponaten, Fotos, Videos und Schautafeln gibt es bei einer Führung auch jede Menge Geschichten, die Diplomingenieur Andreas Preußer und seine Mitstreiter vom Förderverein des DREWAG-Museums erzählen.

Sie setzen alles daran, dass bei keinem Besucher Langeweile aufkommt. Fast 66 000 waren es bis heute. Die jüngsten gehen noch in den Kindergarten, die ältesten bringen ihre Enkel mit. Vor elf Jahren öffnete das Museum an traditionsreicher Stelle seine Pforten – in der ehemaligen Mechanischen Werkstatt des Kraftwerks Mitte. Von 1895 bis 1991 produzierte es Fernwärme und elektrischen Strom für die Stadt Dresden.

„Die Vorschulkinder führen wir nur in den Ausstellungsteil zum Wasser, ab Klasse 7 drehen wir die komplette Runde“, sagt Andreas Preußer. Etwa 90 Minuten dauert sie. Wer sich auf eigene Faust auf Zeitreise durch die Dresdner Energiegeschichte begeben will, sollte sich die 15- bis 25-minütigen Videos zur Gas-, Wasser- und Stromversorgung nicht entgehen lassen.

Kohlewagen
Dieser Kohlewagen wurde wegen der gebückten Haltung bei seinem Gebrauch „Japaner“ genannt. Foto: DREWAG

Viele Exponate stammen aus Privathand. Manches hat Seltenheitswert, überrascht oder sorgt für ein Schmunzeln. Hätten Sie gewusst, dass:

  • König Albert das erste Fernheizwerk Dresdens am Theaterplatz bauen ließ, weil er beim winterlichen Gottesdienst in der Katholischen Hofkirche jämmerlich fror?
  • es vor etwa 100 Jahren nur eine Glühlampe je Zimmer und eine Steckdose pro Wohnung gab?
  • in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts Kaffeeröster und Würstchenwärmer mit Gas betrieben wurden?
  • „Japaner“ die Bezeichnung für einen Wagen zum Kohletransport war?

Auf den rund 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche kommt auch die Neuzeit nicht zu kurz. Zu sehen sind zum Beispiel ein Smart-Meter-Gaszähler oder ein Mini-Blockheizkraftwerk vom Typ ecopower, das Strom und Wärme für den Hausgebrauch liefert.

Seit dem vergangenen Jahr präsentiert sich der Themenbereich Strom im Erdgeschoss moderner und umfangreicher. Schautafeln und Monitore an der Wand verdeutlichen den Weg des Stroms von der Rohstoffgewinnung über die Stromerzeugung und –übertragung bis zum Endverbraucher. Auch über den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bei der DREWAG – Stadtwerke GmbH können Sie sich informieren.

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So sah das Heizkraftwerks Mitte im Jahr 1928 aus. Foto: DREWAG

Der Standort des Energie-Museums ist nicht nur einer mit Geschichte, sondern auch mit Zukunft. In den nächsten Jahren soll er sich zu Dresdens neuer Mitte mausern. Neben der Staatsoperette Dresden und dem tjg. theater junge generation werden hier zahlreiche Unternehmen der Kreativwirtschaft, Künstler und Kulturschaffende eine neue Heimat finden.

Unter dem Motto „KRAFTWERK MITTE: Vision – Geschichte – Wirklichkeit“ hat am 23. Juli ein Infopoint in der Ehrlichstraße 2 seine Pforten geöffnet. Vorerst bis Ende Oktober können Sie sich dort umschauen, um mehr zu erfahren.