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Einmal in einem Online-Shop angesehen, laufen uns die Schuhe hinterher. www.istockphoto.com

Seit 2002 betreue ich den Webauftritt von ENSO und habe in dieser Zeit schon einige Trends kommen und gehen sehen. Können Sie sich zum Beispiel noch an Second Life erinnern? Davon spricht inzwischen keiner mehr. Doch welche Entwicklungen beeinflussen uns heute und morgen? Ich lade Sie ein, mit mir hin und wieder einen Blick in die Zukunft des Internets zu werfen. Trend Nr. 1: Personalisierte Internetangebote.

Bestimmt haben Sie schon einmal bei AMAZON eingekauft. Ich erst letzte Woche. Es war ein Handy. Beim Bestellen wurden mir Damenschuhe angeboten. Was soll ich mit Damenschuhen? Da ich ein Handy suchte, fand ich die Werbung nervig. Beim Bezahlen wurde mir klar, warum das passiert ist. Meine Frau war noch im Shop angemeldet.

Sie hatte sich bei ihrem letzten Besuch auf AMAZON Schuhe angesehen. Das System merkt sich das und bietet jetzt fleißig weiter Schuhe an, wenn meine Frau auf der Seite unterwegs ist. Das kann so weit gehen, dass diese Schuh-Werbung auf anderen Seiten auch angezeigt wird. So entsteht das Gefühl: Die Schuhe verfolgen mich im Internet.

Was läuft da ab im Hintergrund?

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Ein Cookie, zu deutsch Plätzchen oder Keks, ist nicht immer essbar. Im Internet merkt es sich persönliche Einstellungen besuchter Webseiten. Foto: Jetti Kuhlemann/pixelio.de

Sobald wir ins Internet gehen, hinterlassen wir Spuren. Verschiedene Systeme können sie lesen und werten sie aus. Des Weiteren geben wir Nutzer bei Anmeldungen an Webseiten freiwillig wichtige Informationen preis. Persönlichen Daten wie Wohnort, Geburtsjahr oder Telefonnummer sind sehr begehrt. Sie sollten sie deshalb nur sehr sparsam abgeben. Kurz: Sind es keine Pflichtfelder, dann brauchen Sie die Daten auch nicht mitzuteilen.

Apps verraten noch viel mehr über unsere Gewohnheiten und Vorlieben. Fahrrad fahren, laufen, wandern, Musik hören oder spielen – alles geht einfach und schnell mit Smartphone & Co. Ganz nebenbei verraten wir Freunden in Netzwerken, den Betreibern dieser Anwendungen, Suchmaschinen oder anderen Diensten im Internet vieles über unser Leben. Diese Daten werden ausgewertet. Im besten Fall bekommen wir als Ergebnis personalisierte Werbung.

Nimmt man Cookies dazu, rundet sich das Bild ab. Diese kleinen Programmschnipsel legt der Webseitenbetreiber auf Ihrem Rechner ab. Besuchen Sie die Webseite später mal wieder, werden Sie erkannt und gegebenenfalls gleich mit neuen Angeboten begrüßt. Werbenetzwerke nutzen diese Helferlein, um Ihnen auf Schritt und Tritt Produkte anzuzeigen – die Schuhe folgen Ihnen.

Was Cookies sind und wie Sie am besten damit umgehen, erklärt dieses Video aus der Reihe „ARD Ratgeber Internet“ anschaulich.

Ob Sie es wollen oder nicht – viele Angebote im Internet werden direkt auf Sie und Ihre „Bedürfnisse“ zugeschnitten – also personalisiert. Ist das nun gut? Ich finde, in einer Zeit, in der die Informationsmengen immer mehr zunehmen, kann es nützlich sein, wenn die Angebote gefiltert werden. Einen negativen Beigeschmack hat die Sache aber. Wie die Systeme an meine Daten kommen und diese verarbeiten, ist nicht immer transparent. Zudem kann ich nur mit viel Aufwand das Datensammeln etwas einschränken. Etwa indem ich die Cookies nach dem Besuch einer Webseite lösche oder das Computersystem regelmäßig „reinige“.

Und wie steht es damit bei den Webangeboten unseres Unternehmens?

Natürlich werten auch wir die Besuche auf unserer Webseite www.enso.de aus. Allein schon deshalb, um zu wissen, ob und wie Besucher unsere Informationsangebote nutzen. Dafür gibt es klare gesetzliche Vorgaben, an die wir uns halten. Cookies werden automatisch nach Ihrem Besuch gelöscht.

Unser personalisiertes Angebot, der ENSO-Direkt-Service, verwendet nur Daten, die uns auf Grund unseres Vertragsverhältnisses mit Ihnen vorliegen. Sie können sicher sein, dass wir diese Daten nur zur Pflege dieses Verhältnisses verwenden. Hier im Blog nutzen wir die Anwendung Piwik, um die Zugriffe zu analysieren. Dabei ist unser Ziel, zu sehen, welche Beiträge besonders häufig gelesen werden oder wie unser Blog im Internet vernetzt ist.

Welche Erfahrungen haben Sie mit personalisierten Angeboten im Internet gemacht und was ist Ihnen wichtig beim Umgang mit Ihren persönlichen Daten?

Im Übrigen: Das Cookie von AMAZON habe ich gelöscht. Die Schuhe stehen jetzt bei uns im Schuhschrank – also: Ziel erreicht : )

Zum Schluss habe ich noch einen Lese-Tipp  zum Thema personalisierte Werbung für Sie.