Patrick-Schöne
Patrick Schöne ist Verkehrsingenieur und Geschäftsführer beim mitteldeutschen Carsharing-Anbieter teilAuto. Foto: teilAuto

Mit 16 bekam ich ein Moped. Zwei Jahre lang bin ich damit in meiner Geburtsstadt Zittau und im Umland herumgefahren, dann habe ich es wieder verkauft. Es ist bis heute das einzige motorisierte Fahrzeug geblieben, das mir gehört hat. Zugegeben, ich bin eher ein Bahn- und Radfahrer.

Das ist für manche Menschen schwer zu glauben, da ich tagtäglich mit Autos zu tun habe. Als Geschäftsführer von teilAuto bin ich für unseren Fuhrpark zuständig. Dieser umfasst mittlerweile über 500 Fahrzeuge in Mitteldeutschland, 150 davon allein in Dresden.

Zum Carsharing gekommen bin ich, weil ich mich für einen vernünftigen Einsatz von Verkehrsmitteln engagieren wollte. Es gibt Wege, für die ein Auto praktisch und sinnvoll ist, wie zum Beispiel beim Transport schwerer Gegenstände und bei Ausflügen zu Orten, die nur schwer mit dem Öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen sind.

S-Bahn
Viele Pendler aus dem Dresdner Umland nutzen die S-Bahn für den täglichen Arbeitsweg. Foto: DB AG/Neumann

Es gibt aber auch viele Wege, die man bequem und schnell zu Fuß, mit dem Rad oder in Bussen und Bahnen zurücklegen kann. Immer noch blenden zu viele Menschen aus, dass es nicht nur das eine Verkehrsmittel gibt, das immer passt.

Im richtigen Mix der gewählten Transportmittel liegt der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Mobilität. Die Grundlage für eine ausgewogene Mischung ist dabei ein gleichberechtigter Zugang zu allen Optionen. Die Alternativangebote zum eigenen Pkw müssen im Alltag praktisch und einfach zu nutzen sein.

Wird beispielsweise eine Carsharing-Station direkt vorm Haus eröffnet, ist die Abschaffung des Zweitwagens nicht mehr nur ein Gedankenspiel. Auch Kooperationen der unterschiedlichen Verkehrsdienstleister können Barrieren abbauen, sogar Vorteile schaffen.

Radfahrer
Rad, Bus und Bahn sowie Leihauto lassen sich gut kombinieren. Foto: ADFC/Jens Lehmkühler

Eine Vision, die zum Teil schon Realität ist. Über eine Mobilitätskarte können Abo-Kunden des Magdeburger Regionalverkehrsverbundes zum Beispiel Carsharing-Fahrzeuge und Leihräder zu besonderen Konditionen nutzen – sie zahlen weder einen monatlichen Grundpreis noch Anmeldegebühr bzw. Startpreis.

Kommunal- und Landesverwaltungen sollten den Barriereabbau ebenfalls unterstützen, indem sie alle Verkehrsmittel als gleichrangig betrachten und entsprechend ihre Politik gestalten. Es sind viele kleine Schritte hin zu einem wirklichen, multimodalen Verkehrsalltag.

Sicher wird dieser in großen Städten mit vielen Einwohnern schneller erreicht werden können, als in weniger dicht besiedelten Gebieten. Trotzdem wollen wir von teilAuto die kleineren Städte nicht völlig außer Acht lassen. In Sachsen bieten wir Carsharing unter anderem in Radebeul, Tharandt und seit August dieses Jahres auch in Pirna an.

Elektroauto
Vor dem CITY CENTER am Dresdner Hauptbahnhof kann ein Elektroauto nicht nur ausgeliehen, sondern auch aufgeladen werden. Foto. teilAuto

Ob groß oder klein – an allen unseren teilAuto-Standorten ist der Einsatz von modernen, emissionsarmen Fahrzeugen ein wichtiger Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. In Dresden haben wir zudem – unterstützt durch ENSO und DREWAG – zwei Elektrofahrzeuge in den Testbetrieb aufgenommen.

Über 200 teilAuto-Nutzer haben die E-Mobile bereits ausprobiert. Damit hatten auch sie die Möglichkeit herauszufinden, für welche Wege sich ein alternativer Antrieb am besten eignet und können ihre Alltagsmobilität somit besser organisieren. Denn wie bereits gesagt: Der richtige Verkehrsmittelmix ist der Türöffner zu einer nachhaltigen Mobilität.