Keine Panik – Tipps gegen die Prüfungsangst

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Prüfungstermin im Kalender
Bei Prüfungsangst kann die gesunde Aufregung im Vorfeld zur Blockade werden. Foto: berwis / pixelio.de

Hände und Stimme zittern, der Puls schießt in die Höhe und der Kopf ist einfach nur leer – Prüfungsangst. Sie kann jeden treffen, nicht nur Studenten. Aber nur zwei Prozent der Hochschüler lässt sich wegen ihr offiziell beraten.

Doch wo endet die gesunde Aufregung und wo beginnt die Angst? Nervosität gehört zu jeder Prüfung. Die Kunst ist es, sich nicht von ihr lähmen, sondern motivieren zu lassen.

Dies ist allerdings leichter gesagt als getan. „Die Prüfer kochen doch auch nur mit Wasser“ gaben mir meine Eltern zur Beruhigung oft mit auf den Weg. Dieser typische Satz gegen die Aufregung half mir allerdings nur manchmal.

Ich denke, dass ich meine erste Prüfungsangst bereits im Kindesalter erlebt habe. Jedes Jahr zu Weihnachten brachte ich kaum ein Wort heraus, als ich dem Weihnachtsmann ein Lied oder Gedicht aufsagen sollte.

Jetzt sitze ich auf der anderen Seite und prüfe Studenten an der Berufsakademie in Dresden in den Bereichen Personal und Organisation. ENSO ist ein langjähriger Praxispartner der Hochschule.

Lernen in der Bibliothek
Eine ausreichende Vorbereitungsphase kann Prüfungsangst reduzieren. Foto: Marcel Klinger / pixelio.de

Gemeinsam mit dem Studienrichtungsleiter Betriebswirtschaft-Industrie und einem weiteren Dozenten prüfte ich am 13. Februar acht Studenten. In jeweils 45 Minuten testeten wir die angehenden Absolventen unter anderem in den Bereichen Controlling, Marketing, Materialwirtschaft und natürlich Personal.

Die Zeiten, in denen ich als Student noch die Schulbank gedrückt habe, waren plötzlich wieder allgegenwärtig.

Während die meisten auf unsere Fragen souverän antworteten, haben wir bei anderen Sprachlosigkeit, Schweißausbrüche und Veränderungen der Gesichtsfarbe beobachtet. Ob die Ursache dafür eine zu kurze bzw. zu wenig intensive Vorbereitungsphase, ein unpassendes Prüfungsthema oder ein Blackout war, können nur die Prüflinge beantworten.

Mittlerweile haben auch die Hochschulen das Problem „Prüfungsangst“ erkannt. Laut dem Deutschen Studentenwerk gab es 2012 rund 96.000 psychologische Beratungsgespräche. Die Nachfragen für derartige Angebote steigen kontinuierlich.

Studenten, die ich von Seiten der ENSO betreue, gebe ich aus eigener Erfahrung folgende Tipps an die Hand, um die Aufregung in den Griff zubekommen:

  • Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein und machen Sie sich klar, was Sie können.
  • Lernen Sie nicht mehr direkt vor der Prüfung.
  • Sehen Sie die Nervosität als Teil der Prüfung und akzeptieren diese.
  • Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Leistungsdruck.
  • Reden Sie mit Freunden, Eltern oder nehmen Sie die Unterstützung der Hochschulen in Anspruch.
  • Belohnen Sie sich ruhig nach einer bestandenen Prüfung.
Prüfung schreiben
Eine gesunde Aufregung gehört zu jeder Prüfung und sorgt für mehr Energie. Foto: René Golembewski / pixelio.de

Weitere Tipps und Tricks gibt es hier. Betroffene sollten versuchen die Hinweise herauszufinden, die ihnen am besten helfen. Eine gesunde Aufregung gehört jedoch zu jeder Prüfung. Sie kann nicht komplett ausgeblendet werden.

Und unter uns: Auch ich war bei meinem Einsatz als Prüfer am 13. Februar ziemlich aufgeregt.

Was haben Sie für Erfahrungen mit Prüfungsangst gemacht? Was ist Ihr Mittel dagegen?

Kommentare

  1. Als Studienrätin und ausgebildeter Coach bin ich täglich mit Menschen konfrontiert, die an Prüfungsangst leiden. Neben Ausdauersport wende ich erfolgreich die wingwave-Methode an. Durch diese Wink- und Klopftechnik verschwinden die Angstzustände ruckzuck und Entspannung folgt. Dann folgen gute Noten!
    Kirsten Jessen

    Gekürzt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion

  2. Aus irgendeinem Grund ist dieser Beitrag gerade in meinem Feed aufgetaucht, obschon er schon ein paar Jährchen alt ist. Habe ihn dennoch mit Begeisterung gelesen und als sehr hilfreich erachtet. Danke dafür! Ich möchte nun gerne noch kurz an den folgenden Punkt aus Ihrem Blogartikel anknüpfen:

    „Sehen Sie die Nervosität als Teil der Prüfung und akzeptieren diese.“
    -> Ja, das sehe ich grundsätzlich genauso, ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es Menschen mit Prüfungsangst sehr schwer begreifbar zu machen ist, diese Angst einfach zu akzeptieren. Daher schlage ich Ihnen folgenden Ansatz vor: Aus der Prüfungsangst einfach einen weisen Ratgeber zu machen.

    Denn: Dass man vor einer Prüfung (bzw. vorm Durchfallen) Angst hat, heißt ja letztendlich auch, dass einem die Prüfung sehr wichtig ist. Wäre einem die Sache nicht wichtig, könnte es ja auf gut Deutsch sch****egal sein, ob man besteht oder nicht. Nicht nur sagt die Tatsache, dass man Angst hat, also aus, dass einem etwas wichtig ist, man kann sich diesen Zustand auch noch weiter zunutze machen. Wie neurologische Befunde zeigen, führt der nervöse Grundzustand nämlich dazu, dass das Gehirn besonders intensiv arbeitet und besonders wachsam ist. Die Gefahr eines Konzentrationsfehlers ist erwiesenermaßen im nervösen Zustand bedeutend geringer. Insgesamt ist die Prüfungsangst – sofern sie nicht zu einem Blackout oder regelrechten Lähmungen führt – also durchaus von Vorteil für das Gelingen der Prüfung.

    Dies und vieles mehr habe ich in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst, über dessen Lektüre ich mich sehr freuen würde, sofern daran Interesse besteht: https://ausbilderschein24.de/ausbildereignungspruefung-pruefungsangst/

    Viele Grüße

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