Zwei Jugendforscherinnen mit Reagenzglas und Schutzbrille
Mit Neugier zum Ziel: viele spannende Projekte bei Jugend forscht 2014. Foto: www.jugend-forscht.de

Haben Sie Lust auf eine doppelte Portion Forschung? Wenn ja, dann machen Sie doch am 13./14. März einen Abstecher ins Dresdner CITY CENTER am Hauptbahnhof. Dort werden nämlich gleich zwei Regionalwettbewerbe „Jugend forscht“ ausgetragen.

Bei uns in der Region Dresden-Ostsachsen sind diesmal die Jungforscher aus Leipzig-Nordwestsachsen zu Gast. Besucher können also die doppelte Anzahl an Wettbewerbsbeiträgen bestaunen – insgesamt stellen 85 Teilnehmer 64 Projekte vor.

Für Wettbewerbsleiterin Saskia Schnasse und ihr Team ist es eine Herausforderung, alles für die doppelte Teilnehmerzahl zu organisieren.

Wir Juroren hingegen können relativ entspannt auf den Wettbewerb schauen. Denn uns bleibt der Mehraufwand erspart. Viele Leipziger Kollegen kommen nach Dresden, um die Arbeiten aus „ihrer“ Region zu bewerten. Ab 31. Januar hatten wir Zugriff auf die schriftlichen Ausarbeitungen der Wettbewerbsprojekte und eine Woche lang Zeit zum Querlesen.

Drei Jurymitglieder beraten sich zu den eingereichten Arbeiten.
Meine Jurorenkollegen André Göldner, Thomas Darda und Prof. Martin Schmauder (v.l.n.r.) beraten über die eingereichten Beiträge.

Die erste Jurysitzung nutzen wir, um die Beiträge in die Fachgebiete einzuordnen und festzulegen, wer von uns sich mit welchem Thema intensiver beschäftigt. Ich gehöre wegen meines Wirtschaftsinformatik-Studiums zur Jury Mathematik/Informatik, helfe aber, je nach Anzahl der Arbeiten, auch mal in der Technik-Jury aus.

In diesem Jahr wurden in der Sparte „Schüler experimentieren“ neun und bei „Jugend forscht“ 24 Arbeiten eingereicht. Die meisten kommen aus dem Fachgebiet Biologie.

Ich habe insgesamt fünf Arbeiten auf dem Tisch. Diese befassen sich zum Beispiel mit Anwendungen für Smartphones oder der Frage, wie man Daten zwischen grafischen Taschenrechnern und Computern am besten übertragen kann. Da die Beiträge ziemlich komplex sind, widme ich mich ihnen abends in Ruhe. Dann habe ich auch die Möglichkeit, sofort im Internet nachzuschlagen, wenn mir einige Sachverhalte unklar sind.

Beim Lesen der Ausarbeitungen achte ich insbesondere darauf, wie originell das Thema ist und inwieweit der neuste Stand der Technik berücksichtigt wurde. Wichtig ist mir auch, welche Ergebnisse präsentiert werden und dass die Jungforscherinnen und Jungforscher eigenständig arbeiten. Es ist klar, dass die Schüler je nach Alter Hilfe in Anspruch nehmen, aber zu viel Einflussnahme durch den Betreuer gibt Punktabzug. Als geübter Juror habe ich einen Blick dafür. 😉

Mitunter können selbst wir Juroren fachliche Sachverhalte nicht gleich nachvollziehen. Dann schlagen wir nach oder konsultieren Experten. Ich erinnere an Shouryya Ray, der im Jahr 2012 Lösungen für zwei bisher ungelöste Probleme der Mathematik fand. Hier haben selbst Mathematikprofessoren der TU  Dresden gestaunt.

Mir selbst geht es bei Spezialthemen im Fachgebiet Mathematik/Informatik so, beispielsweise, wenn viel mit Microcontrollern programmiert und auf Platinen gelötet wird. In solchen Fällen recherchiere ich im Internet, wende mich an einen Arbeitskollegen und berate mich mit anderen Juroren. Da ist es von Vorteil, dass sich unsere Jurorenriege aus ganz unterschiedlichen Fachgebieten zusammensetzt.

Ein Jugend forscht Teilnehmer präsentiert sein Projekt der Jury
Die Jungforscher präsentieren ihre Projekte vor der Fachjury im CITY CENTER am Dresdner Hauptbahnhof.

Zu Beginn des ersten Wettbewerbstages tauschen wir uns darüber aus, wie wir die schriftlichen Arbeiten bewertet haben. Dann planen wir, in welcher Reihenfolge wir die Stände besuchen, wer die Gesprächsführung übernimmt, welche Fragen wir stellen und worauf wir besonders achten wollen.

Unser Augenmerk liegt vor allem darauf, wie die jungen Leute ihre Arbeiten am Stand präsentieren. Erfreulicherweise legen die meisten Wettbewerbsteilnehmer im Vergleich zum schriftlichen Teil enorm zu.

Mittlerweile habe ich mir alle Projekte meines Fachgebietes und die interessant klingenden der anderen Fachgebiete durchgelesen. Die Beiträge sind wieder auf sehr hohem Niveau – das wird ein spannender Wettbewerb.

Einen Favoriten habe ich noch nicht. Dazu sind die Arbeiten zu dicht beieinander. Ich bin gespannt, was sich die Schülerinnen und Schüler einfallen lassen, um die Jury und die Besucher am 13. und 14. März von der Qualität ihrer Beiträge zu überzeugen.