Waschmaschine
Die Zusatzoptionen „eco perfect“ und „speed perfect“ sparen beim Waschen entweder Strom oder Zeit.

Im vergangenen Jahr besaß bereits jede zweite in Deutschland verkaufte Waschmaschine die höchste Energieeffizienzklasse A+++. Bereits im Normalprogramm verbrauchen diese Geräte circa 40% weniger Energie, als eine Maschine aus dem Jahr 2002 (Quelle: DENA).

Weitere Einsparungen versprechen die Hersteller durch zuschaltbare Optionen wie „eco perfect“ (Energiesparen) und „speed perfect“ (Zeitsparen). Wie energieeffizient solche Programme wirklich sind, habe ich in den vergangenen Wochen mit einem Strommessgerät an unserer neuen Waschmaschine getestet.

Moderne Waschmaschinen verfügen meist über eine automatische Beladungskontrolle. Durch elektronische Sensoren erkennen sie, mit wie viel Wäsche die Maschine beladen ist und passen die benötigte Wassermenge automatisch an.

Weniger Wasser bedeutet auch weniger Stromverbrauch für das Aufheizen der Waschlauge. Um in meinem Test vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, habe ich stets die gleiche Menge Wäsche bei unterschiedlichen Temperaturen – mal mit, mal ohne Zusatzprogramm – gewaschen und jeweils bei 800 Umdrehungen geschleudert. Die Ergebnisse sehen Sie in der folgenden Tabelle:

Waschtemperatur Zusatzprogramm Waschzeit (hh:mm) Energieverbrauch in kWh
60 °C 02:31 0,788
60 °C Zeit sparen 01:06 0,813
60 °C Energie sparen 03:10 0,402
40 °C 02:22 0,452
40 °C Zeit sparen 01:00 0,533
40 °C Energie sparen 02:50 0,411
30 °C 02:22 0,265

 

Die meiste Energie benötigt die Maschine zum Aufheizen der Waschlauge. Eine 60-Grad-Wäsche ohne Zusatzprogramm verbraucht bei nahezu identischer Waschdauer dreimal mehr Strom (0,788 kWh) als ein 30-Grad-Waschvorgang (0,265 kWh). Selbst bei 40 Grad wird noch rund 70% mehr Energie (0,452 kWh) benötigt.

Wäschekorb mit Handtüchern
Handtücher oder Bettwäsche erfordern höhere Waschtemperaturen als nur leicht verschmutzte Bekleidung.

Allerdings kann die Temperatur nicht immer von 60 auf 30 Grad reduziert werden, beispielsweise beim Waschen von Handtüchern oder Bettwäsche.

Doch auch mit gedrückter „eco perfect“-Taste lassen sich innerhalb desselben Waschprogramms deutliche Spareffekte erzielen. Die Maschine läuft dann zwar eine halbe Stunde länger, verbraucht bei einer 60-Grad-Wäsche aber nur die Hälfte an Strom (0,402 kWh).

Bei 40-Grad reduziert die Energiesparoption den Stromverbrauch ebenfalls noch deutlich, auch wenn der Unterschied nicht mehr ganz so groß ausfällt.

Um diese Einsparungen zu erreichen, senkt die Maschine die Waschtemperatur des eingestellten Programms automatisch ab und reduziert den Wasserverbrauch. Die geringere Temperatur wird durch eine längere Waschzeit ausgeglichen, bei der die waschaktiven Substanzen des Waschmittels länger einwirken können. Die Waschleistung entspricht so dem ursprünglich eingestellten Programm, spart aber bares Geld.

Handtücher
Das Eco-Programm spart bei hohen Waschtemperaturen am meisten Strom.

Genau gegensätzlich wirkt sich die „speed perfect“-Option, also das Kurzwaschprogramm, aus. Da die Waschdauer auf weniger als die Hälfte des ursprünglichen Werts reduziert wird, muss die Lauge in kürzerer Zeit auf die eingestellte Temperatur erhitzt werden. Dafür ist mehr elektrische Leistung nötig.

Zudem erfordert zeitsparendes Waschen häufigere Trommelbewegungen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Das kostet Strom und somit Geld.

Mein Fazit: Um möglichst energiesparend zu waschen, sollten Sie also auf das Kurzwaschprogramm Ihrer Waschmaschine verzichten. Nutzen Sie stattdessen das Eco-Programm. Dadurch verlängert sich zwar der Waschgang, jedoch können Sie an den meisten Maschinen per Zeitvorwahl bestimmen, wann das Programm beginnen (bzw. beendet sein) soll.

Wir programmieren unsere Waschmaschine früh einfach so, dass sie abends fertig ist, wenn wir nach Hause kommen. Tagsüber hat sie dann genug Zeit, um energiesparend zu waschen. Eine rundum saubere Sache.

Achten Sie beim Waschen auf den Energie- und Wasserverbrauch? Welche Spartipps haben Sie?