Sonntagsei
Hart oder weich: An dem perfekten Frühstücksei scheiden sich die Geister. Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Sonntags am Frühstückstisch, lecker Kaffee, knusprige Brötchen und ein frisch gekochtes Ei.

Bis vor ein paar Jahren haben wir Wasser im Topf erhitzt, die Eier reingelegt und gekocht. Irgendwann stand ein Eierkocher im Schrank. Es war ein Geschenk zu Ostern. Bequemer ist das Eierkochen damit allemal, und weniger Wasser benötigen wir auch.

Doch lässt sich dadurch auch Strom einsparen? Für unsere Serie Energiespartipps im Test habe ich das untersucht und war überrascht.

Das Experiment

Vorab soviel, das Experiment ist nicht repräsentativ. Es ist ein Test aus dem Leben, der grobe Rückschlüsse gibt. Auf der einen Seite der E-Herd mit Topf und Wasser. Auf der anderen Seite der Eierkocher. Gekocht werden drei Sechsminuteneier im Topf beziehungsweise Eier in mittlerer Härte im Wasserkocher.

Der Topf

Für drei Eier habe ich einen kleinen Topf (14 Zentimeter Durchmesser) genommen und mit circa 500 Milliliter kaltem Wasser gefüllt. Deckel drauf und dann auf den Herd, kleine Platte und Stufe 9. Nach 5,50 Minuten beginnt das Wasser zu kochen und die Eier kommen dazu. Weitere sechs Minuten später auf Stufe 5 sind die Eier fertig. Welche Energiemenge war nun notwendig?

Eier im Kochtopf
Mittelharte Frühstückseier müssen im Topf rund fünf Minuten kochen. Foto: www.aktive-rentner.de / pixelio.de

Hier meine Rechnung: 5,5 Minuten auf Stufe 9 (1,2 Kilowatt (kW)) = 0,11 Kilowattstunden (kWh) und sechs Minuten auf Stufe 5 (0,6 kW) = 0,06 kWh, in Summe komme ich auf 0,17 kWh. Beim Preis von 26,35 ct/kWh hat mich das Kochen der Eier rund 4,5 Cent gekostet. Wer es noch mal nachrechnen will, hier ist die Formel: (5,5 min/60 min/h*1,2 kW)+(6 min/60 min/h*0,6 kWh)=0,17 kWh*26,35 ct/kWh ≈ 4,5 Cent. Multipliziert mit 52 Wochenenden kosten mich meine Sonntagseier aus dem Kochtopf rund 2,34 Euro pro Jahr.

Der Eierkocher

Jetzt zum Eierkocher. Wieder drei Eier und ein Bruchteil des Wassers aus der „Topfmessung“, so dass die Eier mittelhart gekocht werden. Deckel drauf und los. Nach 10,10 Minuten summt das Gerät, und die Eier sind fertig.

Bei einer Leistung von 0,35 kW und einer Zeit von 10,10 Minuten hat der Eierkocher rund 0,06 kWh verbraucht. Formel: 10,1 min/60 min/h*0,35 kW*26,35 ct/kWh ≈ 1,6 Cent. Bei einem kWh-Preis von 26,35 Cent kostet mich die Zubereitung meiner Frühstückseier auf diese Weise also 1,6 Cent pro Sonntag bzw. 0,84 Euro im Jahr. Das ist immerhin eine Ersparnis von 64%.

Ergebnis

Unter www.enso.de/energiebewusst habe ich schon einige nützliche Tipps gelesen, wie durch den Einsatz von Küchengeräten Energie gespart werden kann. Mit einem Kostenvorteil von rund 1,50 Euro pro Jahr ist der Preis von rund 15 Euro für einen durchschnittlichen Eierkocher also erst in zehn Jahren wieder eingespielt. Aus finanzieller Sicht ein ernüchterndes Ergebnis. 😉

Ostern
ENSO wünscht Ihnen ein Frohes Osterfest. Foto: Radka Schöne / pixelio.de

Sollten Sie nicht nur am Sonntag Eier essen, rechnet sich die Anschaffung natürlich schon eher. Ansonsten bleiben Sie bei der altbewährten Methode, denn so viel mehr kostet das Kochen der Eier im Topf nicht. Wenn noch Platz im Schrank ist, lassen Sie sich ruhig einen Eierkocher schenken. Dann sparen Sie schon mit dem ersten Frühstücksei.

Wie kochen Sie Ihre Frühstückseier? Das könnte doch mal ein Thema für ein Schülerexperiment sein. Vielleicht liest ein Physiklehrer oder ein Schüler mit. Über die Ergebnisse können Sie ja hier im Blog informieren. Ich wünsche Ihnen ein sonniges Osterfest.