Marian Beck
Marian Beck ist ENSO-Fachmann für Energieeffizienztechnik.

„Eine Photovoltaikanlage rechnet sich doch gar nicht mehr.“ Diese Aussage begegnet mir in vielen Kundengesprächen und ist auch im Internet weit verbreitet.

Als Fachmann für Energieeffizienztechnik bei ENSO plane ich individuelle Photovoltaikanlagen für Privat- und Gewerbekunden und setze sie anschließend mit unseren Handwerkspartnern um.

Zugegeben, die sinkende Einspeisevergütung führt zu immer geringeren Renditen von Solaranlagen. Für Anlagenbesitzer ist es heutzutage kaum noch lukrativ, selbst erzeugten Sonnenstrom komplett in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen.

Die solare Stromerzeugung für den Eigenverbrauch lohnt sich jedoch auch weiterhin.

Entwicklung der Stromkosten
Während Haushaltsstrom in den vergangenen Jahren teurer wurde, sind die Erzeugungskosten für Solarstrom gesunken.

Bereits seit 2013 ist Haushaltsstrom teurer als eigenerzeugter Solarstrom. Das liegt einerseits an der Entwicklung des Strompreises. Durch höhere Steuern und Abgaben ist dieser in den vergangenen Jahren gestiegen.

Andererseits sind die Preise für Photovoltaik-Komponenten deutlich gefallen. Das macht die Eigenversorgung mit Solarstrom zukünftig attraktiv.

Solarstrom selbst verbrauchen, Überschüsse einspeisen

Bisher haben Hauseigentümer ihren erzeugten Sonnenstrom meist komplett ins Netz eingespeist. Bei der Eigenversorgung nutzen sie ihn jetzt jedoch zuerst für sich selbst. Nur noch die überschüssigen Kilowattstunden werden automatisch dem öffentlichen Stromnetz zugeführt und vergütet. Liefert die Sonne nicht genügend Energie, beziehen die Verbraucher ihren Strom weiterhin aus dem Netz. Dieses Schema veranschaulicht das Prinzip.

PV-Schema

Hohes Einsparpotential

Um Ihnen zu veranschaulichen, welche jährlichen Einsparungen sich durch die Eigenversorgung erzielen lassen, ein kurzes Rechenbeispiel: Auf dem Dach eines Einfamilienhauses mit einem jährlichen Strombedarf von 3.500 Kilowattstunden wird eine Photovoltaikanlage installiert. Diese hat eine Spitzenleistung von 5,5 Kilowatt und kostet circa 9.500 Euro.

Benötigte Dachfläche 38 m²
Jährliche Gesamtstromerzeugung 4.983 kWh
   davon eigenverbrauchter Strom (33 %) 1.661 kWh
   davon ins Netz eingespeister Strom (67%) 3.322 kWh
Bisherige Stromkosten pro Jahr [bei 26 ct/kWh, Verbrauch 3.500 kWh] 910 €
– Einsparung durch Eigenverbrauch [26 ct/kWh]* 595 €
– Vergütung für eingespeisten Strom [Juni 2014, 13,01 ct/kWh] 432 €
+ Rückstellungen, Zählergebühren und Wartung 145 €
= Stromkosten mit einer Photovoltaikanlage 28 €
Vorteil pro Jahr 882 €

* inklusive angenommenen Strompreisanstieg von 3% pro Jahr

Je nach Anlagenkonfiguration und örtlichen Voraussetzungen können Hauseigentümer ungefähr ein Drittel ihrer erzeugten Strommenge selbst verbrauchen. Den Rest speisen sie auch weiterhin ins Netz ein und erhalten dafür eine Vergütung.

Trotzdem ist dieses Anlagenkonzept für den Verbraucher sehr lukrativ. Über einen Vergütungszeitraum von 20 Jahren beträgt die Gesamtersparnis in diesem Beispiel 17.640 Euro. Nach weniger als elf Jahren hat sich die Photovoltaikanlage bereits bezahlt gemacht. Die solare Stromerzeugung für den Eigenverbrauch lohnt sich also nach wie vor.

Eigener Sonnenstrom mit ENSO-Gebäude-SOLAR

Und so läuft es ab: Nachdem sich ein Interessent bei uns gemeldet hat, erfassen meine Kollegen bei einem Ortstermin zunächst alle erforderlichen Gegebenheiten, um ihn anschließend gezielt beraten zu können.

ENSO-Gebäude-Solar im Bibelland Oberlichtenau
Auch Maik Förster vom Freilichtmuseum Bibelland kann sich seit dem letzten Jahr über eine neue Photovoltaikanlage von ENSO freuen.

Für die Planung der Photovoltaikanlage sind vor allem die Ausrichtung, Neigung und Beschaffenheit des Dachs und mögliche Verschattungen der Dachfläche entscheidend.

Danach überlegen sie sich den Kabellauf von den PV-Modulen zum Wechselrichter, der üblicherweise in der Nähe des Zählerschranks installiert wird. Abschließend prüfen meine Kollegen, welche Anpassungen im Zählerschrank vorgenommen werden müssen und halten alle Daten in unserem Planungsformular fest.

Die optimale Leistung der Anlage bestimmen wir anschließend aufgrund der Größe der vorhanden Dachfläche, der Höhe des Stromverbrauchs und den Wünschen unseres Kunden. Ziel dabei ist es, ein bestmögliches Verhältnis von hoher Eigenverbrauchsquote zu niedrigen Anlagenkosten zu finden.

Umsetzung in wenigen Schritten

Wenn der Hauseigentümer unser Angebot bestätigt, beauftrage ich einen unserer regionalen Handwerkspartner, einen Montagetermin zu vereinbaren. Dieser findet zwei bis drei Wochen nach Angebotsunterzeichnung statt. Für die Montage der Anlage sind in der Regel lediglich drei Werktage einzuplanen.

Anschließend melde ich die Anlage beim Stromnetz-betreiber an und veranlasse den Einbau eines Zweirichtungszählers. Dieser erfasst den ins Netz eingespeisten Strom und ermöglicht dessen Vergütung. Im letzten Schritt nehme ich die Anlage ab, weise den Kunden ein und gebe ihm Tipps, wie er seinen Eigenverbrauch optimieren kann.

Auf diese Weise planen meine Kollegen und ich circa 30 Anlagen pro Jahr. Wenn Sie auch Ihren eigenen Sonnenstrom erzeugen möchten, nehmen Sie doch Kontakt zu uns auf. Wir beraten Sie gern und erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.