Thermosflasche
Eine Thermosflasche ist unser praktischer und energiesparender Begleiter bei Ausflügen. Foto: zora120875/pixelio.de

Sommers wie winters begleitet sie mich und meine Familie. An heißen Tagen hält sie Wasser oder Eistee für uns bei einem Ausflug angenehm kühl. In der kalten Jahreszeit sorgt sie dafür, dass wir uns am Rodelhang mit einem heißen Schluck Tee aufwärmen können.

Auch der morgendliche Kaffee bleibt mit ihrer Hilfe lange Zeit angenehm temperiert, ohne dass wir die Warmhalteplatte der Kaffeemaschine bemühen müssen und dabei Strom verbrauchen: die Thermoskanne, auch Isolierkanne genannt.

Wer hat’s erfunden? Die Schweizer? Nein, ein Deutscher war‘s, nämlich mein sächsischer Namensvetter Adolf Ferdinand Weinhold. Und seit ich das weiß, schätze ich diese Erfindung noch mehr.

Neben Adolf Ferdinand Weinhold, Physiklehrer und später Professor aus Sachsen, begegnen mir zwei weitere Namen, wenn es um die Erfindung der Thermoskanne geht. Wie das?

Vakuumgefäß-1881
Mit diesem Vakuumgefäß legte Adolf Ferdinand Weinhold 1881 den Grundstein für die Thermoskanne.

1881 beschrieb A. F. Weinhold in einem seiner Lehrbücher eine Vakuum-Mantelflasche, die er zu Laborzwecken und für Vorführungen im Physikunterricht einsetzte. Es handelte sich um ein Gefäß aus einem mehrwandigen Glaskörper. Die dazwischen liegende luftleere Schicht bildet ein Vakuum und sorgt für gute Isolation. Denn wo nichts ist, kann auch nichts die Wärme leiten.

Damit war die Grundidee, also das Funktionsprinzip der Thermoskanne geboren. An die heute geläufige Nutzung als energiesparender Aufbewahrungsbehälter für kalte oder warme Flüssigkeiten dachte mein Namensvetter damals allerdings nicht.

Das tat einige Jahre später ein anderer, wiederum ein Deutscher: Reinhold Burger aus Brandenburg. Der gelernte Glastechniker entwickelte für die Berliner Charité Laborgefäße und suchte nach einer Möglichkeit, flüssige Luft aufzubewahren.

Er griff auf das Weinhold‘sche Grundprinzip zurück und testete das Gefäß mit heißem Wasser. Verblüfft stellte er fest, dass die Flüssigkeit ihre Temperatur über Stunden konstant hielt. So brachte ihn also der Zufall zu seiner Erfindung. Der passende Name war bald gefunden – nach dem griechischen Wort für Wärme „Thermos“.

1903 ließ er sich die Thermoskanne patentieren. Sogar einen griffigen Werbespruch zur Vermarktung seiner Idee erdachte er sich: „Was ist das? „Hält kalt und heiß – ohne Feuer und Eis“. Doch der große wirtschaftliche Erfolg blieb aus. Den hatte einige Jahre später eine amerikanische Firma, an die er sein Patent verkaufte. Wäre er doch nur ein wenig geduldiger gewesen …

In England wirkte zu dieser Zeit der schottische Physiker und Chemiker James Dewar. Ohne die Idee Adolf Ferdinand Weinholds zu kennen, entwickelte er elf Jahre später, also 1892, ebenfalls ein Gefäß als Hilfsmittel für Versuche mit Flüssigkeiten – mit zwei Wänden, zwischen denen sich ein Vakuum befand und das aus verspiegeltem Glas hergestellt war.

Adolf Ferdinand Weinhold ist also nicht der Erfinder der Thermoskanne, wohl aber des Prinzips.

Adolf-Ferdinand-Weinhold-Bau
Im Adolf-Ferdinand-Weinhold-Bau können Studenten der TU Chemnitz unter modernsten Bedindungen lernen und forschen. Foto: TU Chemnitz/Frank Schettler

Die TU Chemnitz würdigt den Physiker und Chemiker noch heute. Zwischen 1861 und 1912 war er an der Vorläufereinrichtung tätig und trieb den Aufbau einer elektrotechnischen Abteilung voran. Das größte Gebäude auf dem Uni-Campus trägt nach vierjähriger Sanierungs- und Umbauzeit seit Oktober letzten Jahres seinen Namen.

In den letzten 100 Jahren wurde die Isolierkanne stetig weiter entwickelt. Heute enthält sie zumeist keine Glasflasche in ihrem Inneren, sondern ein Gefäß aus Metall. Das hält zwar die Wärme nicht so gut, geht dafür aber nicht so schnell kaputt.

Um die Isolationswirkung zu verbessern, ist die Innenseite meist verspiegelt. Der Spiegel wirft die Wärmestrahlen des Getränks zurück. Als Verschluss dient kein Korken mehr, sondern Kunststoff.

Ich möchte diese energiesparende Erfindung nicht mehr missen. Und Sie? Schätzen Sie wie ich die Thermoskanne? Vielleicht können Sie eine neue gebrauchen? Dann nutzen Sie Ihre Chance und unsere Kommentarfunktion.

Schreiben Sie mir, auf welche sächsischen Erfindungen Sie nicht verzichten wollen. Unter allen, die bis zum 6. Juli reagieren, verlosen wir drei praktische ENSO-Thermosflaschen.