Photovoltaikanlage
Auf dem Gelände unseres Heizkraftwerkes in Bautzen-Teichnitz betreiben wir jetzt auch diese Photovoltaikanlage.

In meiner Abteilung „Neue Energien“ gibt es wieder etwas zu feiern – eine weitere Photovoltaikanlage (PVA) geht in Betrieb. Es ist unsere neunte Anlage, die Sonnenenergie in Strom umwandelt.

Sie steht auf dem ehemaligen Kohlelagerplatz unseres Heizkraftwerkes im Bautzener Stadtteil Teichnitz. Seit der Umrüstung des Kraftwerkes 1995 von Rohbraunkohle auf Braunkohlestaub wurde der Lagerplatz kaum noch genutzt.

Auf einer Fläche von rund 9.000 Quadratmetern – das entspricht ungefähr der Größe eines Fußballfeldes – sind 2.640 Module mit einer Nennleistung von 660 Kilowatt installiert. Jährlich erzeugen sie rund 650.000 Kilowattstunden Strom, die ins Netz eingespeist werden. Diese Menge reicht aus, um 260 Drei-Personen-Haushalte zu versorgen. 700.000 Euro investierte ENSO dafür.

Projektleiter-Jens-Wallenaar
Projektleiter Jens Wallenaar hatte schon bei acht Anlagen das Heft in der Hand.

Mein Kollege Jens Wallenaar hat bereits acht Anlagen als Projektleiter von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme begleitet. Aber von Routine oder gar Langeweile kann keine Rede sein, denn jedes Projekt hat seine Eigenheiten.

Das Vorhaben beginnt mit der Suche nach einem geeigneten Standort, sei es eine Dachfläche oder – wie in diesem Projekt – eine Freifläche. Die Ausrichtung und die Neigung der Photovoltaikmodule sind entscheidend für den Energieertrag. Bei Dachanlagen sind diese durch Lage und Geometrie des Gebäudes vorgegeben, bei Freiflächen hat der Projektentwickler mehr Gestaltungsspielraum.

Den höchsten Stromertrag pro installiertem Kilowatt erzeugt die PVA bei einer südlichen Ausrichtung und einem Neigungswinkel von 35 bis 40 Grad. Neben Bäumen oder Gebäuden können auch die Module selbst für eine Verschattung sorgen.

Ausreichend Abstand zwischen den Reihen verhindert diesen Effekt zwar, verringert aber gleichzeitig die Anzahl der Module, die auf der zur Verfügung stehenden Fläche installiert werden kann. Damit nimmt auch der Gesamtenergieertrag ab. Die Herausforderung besteht demnach darin, die Anlage zu optimieren und dabei alle Randbedingungen zu berücksichtigen .

Kohlelagerplatz
Der ehemalige Kohlelagerplatz erwies sich als geeignete Fläche für die Photovoltaikanlage.

Für die Projektplanung nutzen wir spezielle Programme, die mit Daten wie

  • Größe und Lage der Fläche,
  • Schatten verursachende Objekte
  • oder dem Stromverbrauch vor Ort

„gefüttert“ werden. Daraus ergibt sich der mögliche Energieertrag.

Als nächstes erstellen wir eine Leistungsbeschreibung und suchen über ein Ausschreibungsverfahren eine geeignete Firma, die die Solarstromanlage errichtet. Dabei spielen neben den Kosten vor allem die Qualität und der zu erwartende Energieertrag eine Rolle.

Ob wir uns für oder gegen den Bau einer Erzeugungsanlage entscheiden, hängt von der Gesamtwirtschaftlichkeit ab, also dem Verhältnis zwischen Kosten und zu erwartenden Erlösen.

Das letzte Wort bei der Entscheidung, ob eine PVA auf einer Freifläche errichtet wird, hat die Baubehörde. Dachanlagen sind in Sachsen baugenehmigungsfrei. Der Denkmalschutz ist jedoch immer zu beachten. Im Extremfall können die sich daraus ergebenden Auflagen das wirtschaftliche Aus für das Projekt bedeuten.

Bevor eine Fachfirma aus Sachsen in unserem Auftrag die Module installiert, müssen wir den Netzanschluss beim Netzbetreiber beantragen. Beim Projekt in Bautzen-Teichnitz ist das die Energie- und Wasserwerke Bautzen GmbH (EWB).

Wechselrichter
Jens Wallenaar kontrolliert die Ertrags- und Leistungsanzeige am Wechselrichter. Dieser wandelt den Gleichstrom der Solarmodule in Wechselstrom, der ins Netz eingespeist werden kann.

Wenn der erste Strom eingespeist wird, zeigt sich, ob der Plan, den ehemaligen Kohlelagerplatz für eine PVA zu nutzen, aufgegangen ist . Mit dieser Anlage stockt ENSO die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien weiter auf.

2013 haben alle Erzeugungsanlagen – darunter auch sechs historische Wasserkraftwerke an der Roten und Wilden Weißeritz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge –  fast 18,5 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom produziert. Diese Menge reicht für den jährlichen Bedarf von etwa 7.400 Drei-Personen-Haushalten.

Bei ENSO entwickeln acht Mitarbeiter Projekte im Bereich regenerative Energien. Die Ergebnisse unserer Arbeit sind zum Beispiel im Windpark Wachau und in der Biomethananlage in Zittau sichtbar, über die wir hier im Blog schon berichteten. Und weitere Vorhaben verwirklichen oder planen wir bereits.