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Einen Hollywoodstreifen drehen wir nicht – Schauspieler brauchen wir trotzdem. Bei unseren Filmen sind die Azubis die Stars. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

„Frau Rüssel, wir brauchen Filme! Filme, die die jungen Leute ansprechen und ihnen etwas über die Ausbildung bei ENSO erzählen.“ In diesem O-Ton erreichte mich im Frühjahr der Wunsch der Personalabteilung.

Filme kenne ich aus dem Kino und aus dem TV. Ich habe auch mit meinem Handy schon Kurzvideos von meinem Sohn gedreht.

Aber eine Filmproduktion, von der Idee übers Drehbuch und die Dreharbeiten bis zum Schnitt habe ich noch nicht betreut. Umso mehr freute ich mich auf diese neue Erfahrung.

Den richtigen Nerv treffen

Bei uns können Jugendliche sieben Berufe erlernen. Alle in einen Film zu packen, das erschien mir wenig sinnvoll. Wer schaut sich einen Film, der länger als 3 Minuten ist, im Web bis zum Ende an? Also entschied ich mich für sieben Kurzfilme – für jeden Beruf einen.

Die für mich wichtigste Frage war, wie es mir gelingen kann, mit den Videos den Geschmack unserer künftigen Azubis zu treffen. Und wer weiß besser, was Schüler anspricht, als die, die kürzlich selbst noch zur Schule gegangen sind? Schnell war die Idee geboren, Auszubildende aus unserem Unternehmen in das Filmprojekt einzubeziehen.

Workshop-Filmprojekt
Das Azubi-Team um Nadine Maly und Richard Richter sitzt für ein erstes Brainstorming mit Drehbuchautorin Kathleen Biermann-Jung zusammen.

Je tiefer ich in die Planung einstieg, umso klarer wurde mir, dass ich von den angehenden Kaufleuten und Facharbeitern nicht nur wissen wollte, was Inhalt ihrer Ausbildung und besonders am Unternehmen ENSO ist. Ich wollte, dass einige von ihnen gemeinsam mit der Drehbuchautorin Kathleen Biermann-Jung an den Filmstories stricken.

Ein Team, gemixt aus technischen und kaufmännischen Azubis, sollte mich bei der Drehplanung unterstützen. Sie sollten die Dreharbeiten, den Schnitt und die Abnahme der Werke begleiten. Ich war überzeugt: von Azubis für künftige Azubis, das kann klappen!

Authentisch bleiben

Meine Überlegungen gingen weiter: Vor der Kamera sollte der Nachwuchs in dem Ausbildungsberuf zu sehen sein, den er – oder sie – bei uns im Unternehmen lernt oder bis vor kurzem gelernt hat. Die Nebenrollen und Statisten wollte ich ebenfalls mit echten Mitarbeitern besetzen. Damit waren Dreharbeiten in einem Filmstudio ausgeschlossen. Alles sollte original sein: Büros, Autos, Werkzeuge, Computer, Kleidung…

Ausbilder und Azubis ins Boot holen

Für meinen Plan benötigte ich die Unterstützung der Ausbildungsleiter. Denn für die Zeit der Arbeiten vor und hinter der Kamera mussten sie ihre Schützlinge von ihren eigentlichen Aufgaben in den Fachabteilungen freistellen.

Aufzeichnungen-zum-Filmprojekt-klein
Viele gute Ideen sind zu Papier gebracht. Jetzt müssen sie „nur“ noch umgesetzt werden. 😉

Und ich hatte Glück: den Ausbildern gefiel meine Idee. „Da schauen sie mal über den Tellerrand. Das kann nicht schaden.“ meinte Silke Preibisch, unsere kaufmännische Ausbilderin. Und André Göldner, der die technischen Azubis betreut, sagte „Klar, das kriegen wir hin. Ist doch für den guten Zweck, dass wir auch künftig passende Azubis bekommen.“

Wow. Ich war begeistert von der Hilfsbereitschaft! Und da ahnte ich nicht im Ansatz, wie sehr meine Kolleginnen und Kollegen mich noch bei der Organisation von Drehorten und Requisiten, als Komparsen oder bei Drehplanung und -arbeiten unterstützen würden.

Doch ich will nicht vorgreifen. Den Part über die Arbeiten an den Ausbilsungsfilmen zu berichten, überlasse ich Richard Richter. Als Mitglied des Azubi-Teams wird er in einigen Wochen aus seinem Blickwinkel hier im Blog darüber schreiben.