Weesensteiner-Schlossweihnacht
Weihnachtsmärkte stimmen uns auf die bevorstehenden Festtage ein. Foto: Schloss Weesenstein

Advent ohne Weihnachtsmarkt ist für mich wie Heilig Abend ohne Geschenke. Ein Bummel zwischen den festlich geschmückten Büdchen gehört einfach dazu. Gerade bei uns in Sachsen, wo die Tradition bis ins Jahr 1384 zurückreicht.

So lange schon gibt es den Bautzener Weihnachtsmarkt. Er ist vermutlich der älteste Deutschlands. Damals zwar ein Fleischmarkt, aber dennoch – der Grundstein für die Weihnachtsmärkte, wie wir sie heute kennen, war gelegt.

Es gibt große und kleine. Märkte, die bis Heilig Abend zum Besuch einladen. Andere, die nur einen Tag öffnen. Die Auswahl ist riesig.

Wir wollen Sie heute auf die Adventszeit einstimmen und verraten Ihnen, welches unsere Lieblings-Weihnachtsmärkte sind. … Aber pssst! Nicht weiter sagen, sonst kommen zu viele!  😉

Im Banne der Märchen

Jedes Jahr aufs Neue bin ich hingerissen von der beschaulischen Kulisse, die sich uns als Familie bietet, wenn wir am 1. Adventswochenende zur Weesensteiner Schlossweihnacht eintreffen. Auf dem Vorplatz lodert ein Lagerfeuer, an romantisch beleuchteten Ständen bieten Händler ihre handgemachten Waren feil. Es duftet nach Punsch und Krapfen. Wer will, darf sich einer Führung durch die mit Kerzen geschmückte Schlossanlage anschließen. Besonders für die Kinder ein Spaß.

Das Schönste für mich aber sind die Märchenfiguren, die das „Wandertheater Schwalbe“ zum Leben erweckt. Im letzten Jahr standen wir staunend vor der Schneekönigin, die in einem glitzernd weißen Gewand und mit vereistem Blick in den Schlosshöfen wandelte. Den kleinen Kai – erstarrt vor (Herzens-)Kälte – im Schlepptau. Für einen kurzen Moment hatte sie auch uns gefangen genommen und der vorweihnachtliche Zauber war perfekt! Dafür zahle ich den Kulturbeitrag von 2 Euro für Erwachsene und 1 Euro pro Kind gern.

Lichterglanz & Budenzauber

Sylvia Redlich: Phantasie, Zauber und Besinnlichkeit – das sind die Markenzeichen des Weihnachtsmarktes in Radebeul-Kötzschenbroda. Unter dem Motto „Lichterglanz & Budenzauber“ lädt er in diesem Jahr an den ersten drei Adventswochenenden zum Schauen, Singen, Schmecken, Basteln und natürlich Kaufen ein.

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Ist er so, wie er heißt – oder tut er nur so? Manchmal singt Arnold Böswetter mit den Kindern Weihnachtslieder. Foto: André Wirsig

Jedes Jahr aufs Neue freue ich mich auf den Lichterpfad am historischen Dorfanger von Altkötzschenbroda. Diesmal haben die Dresdner Künstlerinnen Anne Ibelings und Peggy Berger zwölf große Laternen mit Märchenmotiven gestaltet.

Ich mag die romantische, märchenhafte Atmosphäre vor den Winzerhöfen, die Geschichten des grantigen Arnold Böswetter, dem Groß und Klein lauschen, den ausgelassenen Tanz um den Weihnachtsbaum zur Musik von Ein Gramm Glück –  und natürlich den weißen Glühwein der ortsansässigen Winzer.

Gespannt bin ich, ob sich der grau-getigerte Kater aus dem Pfarrhaus – erschöpft vom Trubel – wieder zum Dösen aufs Stroh in die Weihnachtskrippe legt, die die chilenischen Künstler César und Muriel Olhagaray aus Weidenruten und Pergamentpapier gefertigt haben.

Familiär und beschaulich

Torsten Barthel: Kennen Sie das? Ankommen und Wohlfühlen? So war es bei mir auf dem kleinen und liebevoll eingerichteten Weihnachtsmarkt am Schloss Nöthnitz in Bannewitz, südlich von Dresden. Handwerker aus der nahen Umgebung zeigten ihre alten Handwerkstraditionen, Kinder sangen Lieder, Musiker spielten ihre Instrumente und die Mauern des Schlosses gaben dem Markt dem passenden Rahmen.

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Der Weihnachtsmarkt auf Schloss Nöthnitz ist familiär und beschaulich. Foto: MTK

Ursprünglich wollten meine Kinder woanders hin. Ich hatte überhaupt keine Lust. Einmal die vielen Menschen, dann immer ein Auge auf die Kinder und lange Schlangen vor den Buden. Da kam mir der Vorschlag einer guten Bekannten zu Hilfe. „Geht doch mal auf den Weihnachtsmarkt am Schloss Nöthnitz!“

Gesagt. Getan. Die Kinder waren begeistert und die Eltern auch. – Ja, alles richtig gemacht! Hier haben Menschen mit viel Herz und Engagement etwas Besonderes auf die Beine gestellt. Nicht so professionell, es hat gemenschelt.

Seither heißt es Anfang Dezember für die ganze Familie: Nägel schmieden, Kerzen ziehen und der Musik lauschen auf Schloss Nöthnitz. Schauen Sie doch am 2. Adventswochenende vorbei, wenn der Trubel der Großstadt nicht so ihr Ding ist!

Großes Weihnachtssingen mit dem Christkindel

Claudia Retschke: Das erste Mal habe ich mich während meiner Studienzeit mit Kommilitonen auf dem Weihnachtsmarkt in der schönen Görlitzer Altstadt auf einen Glühwein getroffen. Seitdem komme ich regelmäßig im Advent wieder.

Der Christkindelmarkt legt Wert darauf, die Weihnachtsgeschichte zu vermitteln und die Menschen zu erinnern, warum wir dieses Fest eigentlich feiern. Es gibt deshalb Open-Air-Gottesdienste und Andachten. Und den Weihnachtsmann sucht man hier vergebens. Dafür ist das Christkindel in der Stadt anzutreffen!

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Auf dem Christkindelmarkt zu Görlitz ist die Bühne der zentrale Treffpunkt für das Große Weihnachtssingen. Foto: Daniel Sauer

Jeder Stand ist mit Tannenbäumen und vielen Lichtern geschmückt. Bei den  Händlern schaue ich mich gern um und habe schon das eine oder andere einzigartige Geschenk ergattert. Oft kommen die Einnahmen städtischen Vereinen zugute, die eigene kleine Stände unterhalten. Natürlich kann man sich auch an weihnachtlichen Leckereien satt schlemmen.

Ganz besonders gefällt mir das stimmungsvolle Programm auf der Weihnachtsbühne, die mitten im Getümmel vor dem Rathaus zu finden ist. Viele regionale und auch polnische Chöre, Musiker und Theatergruppen warten mit tollen Darbietungen auf. Wenn beim Weihnachtssingen alle in die bekannten Lieder einstimmen, kommt richtig feierliche Stimmung auf.

Der Schlesische Christkindelmarkt zu Görlitz öffnet täglich vom 5. bis 21. Dezember.

Romantik in den Kasematten

Andrea Rehbein: Der Historisch-romantische Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein – den ich liebend gern besuche – ist längst kein Geheimtipp mehr. Jedes Jahr erobern in der Vorweihnachtszeit viele Gäste aus nah und fern den berühmten Tafelberg in der Sächsischen Schweiz. Oben angelangt, fühlt man sich von Gauklern, Musikanten, Puppenspielern und Geschichtenerzählern in die Vergangenheit zurückversetzt. In den Büdchen wird traditionelles Handwerk vorgeführt, unterhaltsame Märchenspiele fesseln junge und jung gebliebene Gäste und im Weihnachtsstall stehen nicht nur Krippenfiguren, sondern auch lebende Tiere.

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Eine lebende Krippe mit Ochs, Esel und echten Palmenwedeln bringt auf Königstein nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Foto: Hagen König

Am besten gefällt mir die unterirdische Kasematten-Weihnacht. Der Schein von Kerzen und schier unzähligen Herrnhuter Sternen lässt das alte Gewölbe, in dem regionale Produkte präsentiert werden, in einem stimmungsvollen Licht erscheinen. Doch bei aller Romantik will ich nicht verschweigen, dass es in den Kasematten sehr kalt ist. An manchen Tagen sogar kälter als draußen!

Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr mehr Glück mit dem Schnee haben. Bei meinem letzten Besuch zeigte sich das Wetter leider von seiner ungemütlichen Seite – es regnete. Wie zauberhaft das weihnachtliche Treiben im Flockenwirbel aussieht, zeigt dieser kurze Film.

Der Weihnachtsmarkt auf Königstein ist an allen Adventswochenenden geöffnet, der Eintritt aber nicht kostenfrei. Besucher zahlen den regulären Eintrittspreis für die Festung.

Na, liebe Leser, haben Sie Lust auf einen Weihnachtsmarktbesuch bekommen? Wenn noch nicht das Richtige für Sie dabei war, stöbern Sie doch mal hier. Oder noch besser: Empfehlen Sie Ihren Favoriten! Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und wünschen einen schönen ersten Advent!