Heizungspflege: Kleiner Aufwand, große Wirkung

Energie
0
Katze auf der Heizung
Über eine warme Heizung freut sich in der kalten Jahreszeit jeder – auch der Stubentiger. Foto: pixabay.com

Wer hat dieses Jahr seine Heizung durch einen Profi warten lassen? Zugegeben: Ich nicht, und damit bin ich sicher nicht der Einzige.

Dazu muss ich aber sagen, dass ich eine Wärmespeicher-Anlage in meinem Haus habe. Mit Nachtstrom zu heizen, ist ganz sicher nicht die verbreitetste Variante.

Deshalb nehme ich in meinem Beitrag nicht nur diese Heizung unter die Lupe, sondern schaue mit meinen Tipps für die Heizungspflege mal über den Tellerrand.

Vorweg: Alle Heizungsarten/-typen sollte ein Fachmann in regelmäßigen Abständen warten. Mit Hilfe unserer Energiepartnersuche finden Sie einen Ansprechpartner in wenigen Klicks. Staatliche Vorschriften sowie vom Hersteller festgelegte Wartungsintervalle geben genau vor, was zu tun ist.

Doch auch als Laie können Sie etwas für die Heizungspflege tun: Bei allen wassergeführten Heizsystemen, also Heizungen bei denen Wasser erhitzt und durch die Räume geführt wird, sind Ihre Sinne die wichtigsten Helfer.

Wenn Sie an Ihrer Heizung ungewöhnliche Geräusche hören, zum Beispiel Gluckern, Brummen und so weiter, Sie Roststellen beziehungsweise Wasserflecken an der Heizung sehen oder fühlen, dass Ihre Heizkörper unterschiedlich warm sind, dann ist etwas nicht in Ordnung. Spätestens bei diesen Signalen sollten Sie einen Fachmann holen. Doch was können Sie selber machen?

Schmutz entfernen

Handfeger und Schippe
Greifen Sie regelmäßig zu Staubsauger oder Handfeger, um Ihre Heizkörper von Schmutz zu befreien. Sonst kann die Luft nicht gut zirkulieren. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Gegen Verschmutzung helfen in der Regel ein Staubsauger, ein Pinsel, eine Flaschenbürste oder ein Handfeger.

Bei klassischen Heizkörpern lagert sich zwischen den Heizungsrippen über die Jahre oft Staub ab. Dieser behindert die Luftzirkulation. Da hilft es schon, die Staubflusen wegzusaugen oder mit der Flaschenbürste die Zwischenräume der Heizung zu reinigen.

Extra Gerätschaften zur Pflege von Heizkörpern finden Sie in jedem gut sortiertem Baumarkt oder beim Heizungsinstallateur.

Bei Lüftungsanlagen sollten Sie regelmäßig darauf achten, dass die Luftfilter getauscht oder gereinigt werden. Bitte nicht den Filter an der Dunstabzugshabe vergessen, wenn diese in die Anlage mit eingebunden ist.

Verschmutzung tritt auch bei Nachtspeicherheizungen auf. Mindestens einmal im Jahr sollten Sie die Lüftungsschlitze der Ansaugung von außen mit dem Staubsauger reinigen und aller zwei Jahre vom Fachmann den Heizkörper (Lüfter usw.) komplett pflegen lassen.

Verunreinigungen können auch in Brennräumen zum Problem werden. Dabei ist es egal, ob es eine Ölheizung, eine Pelletheizung, der Kamin oder die klassische Ofenheizung ist. Überall, wo Luft zirkulieren muss, sollte nichts im Wege sein.

Bitte kontrollieren Sie regelmäßig den Ölfilter. Eine Verstopfung des Filters führt unweigerlich zum Aus des Brenners und zu einer kalten Wohnung im Winter.

Energieverbrauch kontrollieren

Unregelmäßigkeiten während des Heizungsbetriebes bekommen Sie mit, wenn Sie den Verbrauch Ihrer Heizung im Blick behalten. Bei Gasheizungen und Wärmespeicheranlagen ist es simpel: einfach den Zählerstand regelmäßig ablesen.

EnergieCheck-App
Mit der EnergieCheck-App können Sie Ihre Verbrauchsdaten direkt am Zähler eingeben. Foto: co2online gGmbH

Mit der EnergieCheck-App für iOS und Android können Sie Ihren Zählerstand nicht nur schnell erfassen, sondern Ihren Energieverbrauch auch analysieren.

Herrschen über einen bestimmten Zeitraum ähnliche Bedingungen, können Sie Ihren Verbrauch in diesen Heizperioden vergleichen. Weichen die Werte weit voneinander ab, Sie haben aber an Ihrem Verbrauchverhalten nichts geändert, sollten Sie der Sache auf den Grund gehen (lassen).

Bei Flüssiggas oder Öl achten Sie bitte auf den Füllstand. Vergessen Sie nicht, rechtzeitig die Vorräte wieder aufzufüllen. Ist Ihr Gastank nur noch zu 20 Prozent gefüllt, sollten Sie nachbestellen. Damit sind Sie auf der sicheren Seite und Ihre Wohnung bleibt bis zur nächsten Gaslieferung warm.

Mängeln vorbeugen

Jetzt noch ein paar Hinweise, wie Sie Ihren Heizverbrauch reduzieren können:

  • Richtig Lüften: Mindestens dreimal am Tag, fünf Minuten die Fenster (auch die schönen Blumenfenster) weit öffnen und die feuchte Luft raus lassen. Auch im Winter! Mein Kollege Matthias Queitsch hat Ihnen in seinem Blog-Beitrag erklärt, worauf Sie dabei achten sollten.

Nicht vergessen: Viele Pflanzen im Raum erzeugen eine hohe Luftfeuchte. Das ist gut bei trockenen Wohnungen, aber kann zum Problem werden, wenn die Luftfeuchtigkeit ohnehin schon hoch ist.

  • Raumtemperatur prüfen: Lassen Sie Ihre Räume nicht mehr als 4°C unter Normaltemperatur auskühlen. Wiederaufwärmen verbraucht mehr Energie, als mit etwas weniger Temperatur kontinuierlich zu heizen. Mit einer Raumtemperatur, die konstant über 16°C liegt, verhindern Sie zudem, dass sich der Taupunkt in die Wohnung verschiebt, der in der Luft enthaltene Wasserdampf an den Wänden kondensiert und Schimmelbildung begünstigt.

In Taupunkttabellen können Sie den Taupunkt in Abhängigkeit von der Lufttemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit ablesen.

  • Dämmplatte
    Dämmplatten zwischen Heizkörper und Wand verringern Wärmeverluste. Foto: dena

    Rohre isolieren: An Stellen, an denen Wärme nicht unbedingt benötigt wird, zum Beispiel an Heizungsrohren, können Sie durch einfache Maßnahmen der Energieverschwendung Abhilfe verschaffen. Zum Beispiel mit Dämmplatten, die Sie hinter den Heizkörpern anbringen. Dadurch können Sie bis zu fünf Prozent Energie einsparen.

Dämmen Sie zudem Ihre Heizungsrohre im Keller oder Nebenräumen. So vermeiden Sie Wärmeverluste. Pro isoliertem Meter lassen sich jährlich zwischen 15 und 26 Euro einsparen.

  • Heizflächen nicht zustellen oder verdecken: Flächenheizungen, wie die Fußbodenheizung benötigen Raum, um das Zimmer zu heizen. Achten Sie bitte deshalb darauf, wo und wie Sie Ihre Möbel aufstellen, damit kein Wärmestau entsteht und der Raum schön warm wird.

Heizkörper sollten nicht durch Gardinen oder Möbel verdeckt werden, da die Luft sonst nicht zirkulieren kann. Die Heizkörper bitte auch nicht mit Wäsche abdecken, die getrocknet werden soll.

Haben Sie noch einen Tipp, was ein Laie in Sachen Heizung beachten sollte? Teilen Sie ihn mir und den anderen Lesern doch per Kommentar mit.

Kommentare

  1. Danke für den hilfreichen Tipp. Das war mir nicht bewusst, was ein Profi alles leisten kann. Sind auch grad an der Renovierung des Hauses dran (ähnlich wie das: [Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion] ) und da wird die Heizung auch ne wichtige Rolle spielen.

  2. Vielen Dank für Ihren Kommentar Luis. Ich freue mich, dass Ihnen die Tipps weiter geholfen haben. Profis können sicher weitaus mehr leisten, als hier beschrieben. Vielleicht haben Sie ja noch einen praktischen Tipp für den Laien, wenn Ihre neue Heizung aufgebaut ist.

    Viele Grüße und einen schönen 3. Advent wünscht Torsten Barthel

  3. Ein Dämmplatten ist eine kluge Idee! Danke für, dass Tipp! Ich habe nie so was gehört! Wo bekomme ich sowas? 5 % ist zu viel aufzugeben! [Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion]

  4. Vielen Dank für den Kommentar Luise Mikamann, diese Dämmplatten finden Sie in jedem gut sortierten Baumarkt oder beim Installateur Ihres Vertrauens. Ich habe mal „Tante Google“ nach dem Begriff „Reflektorfolie“ gefragt. Die Ergebnisse sollten Ihnen ganz sicher weiter helfen.

    Schöne Grüße aus Dresden sendet Torsten Barthel

  5. Ich habe vor kurzem was über die Infrarotheizung von vitramo gelesen. Spart man dabei wirklich Heizkosten im Vergleich zu herrkömmlichen Systemen?

  6. Guten Morgen David Faber, vielen Dank für den Kommentar. Grundsätzlich gilt, dass jeder zu beheizende Raum einen Wärmeenergiebedarf hat. Dieser muss gedeckt werden, z. B. durch Strom, Gas, Öl, Solarthermie, Kohle usw. Die Kosten für das Erwärmen des Raumes setzen sich also aus verschiedenen Faktoren zusammen. U. a. der oben genannte Wärmeenergiebedarf, das Heizmedium (Gas, Öl, Strom …) sowie der Technologie, welche die Wärme erzeugt.

    Infrarotheizungen werden i. d. R. mit „normalen“ Haushaltstrom betrieben, was eine sehr teure Angelegenheit ist. Dafür sind die Investitionen ggf. geringer. Sollten Sie also ein Gebäude besitzen, was einen sehr geringen Wärmeenergiebedarf hat, dann könnte ein Gesamtkostenvergleich der Heizmöglichkeiten zu Gunsten der Infrarotheizung ausfallen.

    Ich empfehle Ihnen eine unabhängige Beratung durch einen Energieberater oder Architekten. Die können sich vor Ort ein Bild machen und Ihnen sicher sagen, ob es sich für Sie rechnet oder nicht.

    Einen schönen Tag wünscht Torsten Barthel

  7. Hallo zusammen,
    Lüftungsanlagen müssen regelmäßig vom Schmutz befreit werden, damit die Lüftungstechnik [Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion] ihre volle Leistung bringen kann. Besonders wichtig ist es, dass die Luftfilter regelmäßig getauscht werden. Wie ihr bereits empfehlt, sollten die Lüftungsschlitze ein Mal im Jahr gesäubert werden.

  8. Danke für diese Pflegenstipps. Das war ein sehr guter Beitrag. Ich finde es immer schwierig herausfinden was am besten hilft. Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion]

  9. Danke für diese Pflegen Tipps. Das war ein sehr guter Beitrag. Ich finde es immer schwierig herausfinden was am besten hilft. [Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion]

Antworten auf LuisAntwort abbrechen

Bitte geben Sie einen Namen ein.

Bitte geben Sie einen Kommentar ein.

Informationen zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten.