Melitta Bentz und ihr Kaffeefilter
Melitta Bentz aus Dresden machte mit ihrem Filter das Kaffeetrinken zum Genuss. Fotos: Melitta Gruppe

Beim Tee leistete ein Sieb gute Dienste. Doch beim Kaffee versagte es. Waren die Löcher im Sieb zu klein, verstopfte das gute Stück.

Waren sie dagegen zu groß, kam Kaffeesatz in die Tasse, der den Trinkgenuss schmälerte.

Und so griff sich die Dresdner Hausfrau Amalie Auguste Melitta Bentz vor gut 100 Jahren ein Löschblatt aus den Schulsachen ihres Sohnes, schlug Löcher in den Boden eines Messingtopfes, legte das Löschblatt darauf, füllte das Kaffeepulver hinein und goss heißes Wasser darüber.

Es schmeckte köstlich – und der Prototyp des Kaffeefilters war geboren.

1908 meldete die 35-Jährige ihre Erfindung beim Patentamt an. Die ersten Filter produzierten Melitta Bentz und ihr Mann Hugo noch in Handarbeit in der heimischen Wohnung. Statt Löschpapier verwendeten sie Papiersorten, durch die das Wasser schneller laufen konnte. Einen Nachbau des Urfilters hat die Melitta Unternehmensgruppe Bentz KG dem Dresdner Stadtmuseum geschenkt.

Wohnhaus Dresden Marschallstraße 31
In der Dresdner Marschallstraße 31 wurde der Kaffeefilter einst erfunden. Das Wohnhaus steht heute nicht mehr.

Den löchrigen Messingtopf löste ein zylinderförmiger Filterapparat aus Aluminium mit Wasserverteiler und Rundfilterpapier zum Einlegen ab. Ihre kleine Firma wuchs Jahr für Jahr. Als Material für die Filter dienten nun auch Porzellan und Steingut.

Das Ehepaar Bentz war auf der Durchreise, als es im westfälischen Minden die Gebäude einer ehemaligen, still gelegten Schokoladenfabrik entdeckte. Weil Melitta und Hugo Bentz das Gelände für einen geeigneten Produktionsstandort hielten, kauften sie es.

1929 zogen sie mit 55 Mitarbeitern und ihren Maschinen nach Westfalen.  Als Willkommensgruß hatte die Stadt der Firma die Steuern für die ersten fünf Jahre erlassen. Seither ist Minden Hauptsitz des Unternehmens. Im Dresdner Norden erinnert heute eine kleine Straße im Industriegelände an Melitta Bentz.

Kaffeefilter gibt es bis heute. Allerdings: Immer mehr Haushalte setzen auf elektrische Espressomaschinen – und die brauchen keine Filter mehr. Doch gerade Geräte mit integriertem Mahlwerk und Milchaufschäumer können zu Kosten von über 30 Euro pro Jahr auf der Stromrechnung führen.

Mehr als die Hälfte davon lässt sich laut Deutscher Energie-Agentur GmbH (dena) mühelos  einsparen. Käufer sollte auf einen niedrigen Stromverbrauch und die automatische Abschaltfunktion achten.

Die „Auto-Off-Funktion“ eines Kaffeevollautomaten schaltet nach einer bestimmten, programmierbaren Zeit die Wassererwärmung automatisch ab. Sie verhindert, dass das Gerät rund um die Uhr in Bereitschaft bleibt und unnötig Strom verbraucht. Seit diesem Jahr ist eine solche Automatik für Neugeräte europaweit Pflicht.

grafik_ausstattung_haushalte_europa_kaffeemaschinen

Nicht wenige Familien bereiten ihren Kaffee noch immer mit der guten alten Kaffeemaschine inklusive Filtertüte zu. Das ist im Hinblick auf die Energiekosten eine gute Wahl.

Porträt Melitta Bentz
An Melitta Bentz erinnert heute eine Straße im Dresdner Norden.

Allerdings gibt es auch hier einen Unterschied: In einer Maschine mit Thermoskanne lässt sich das heiße Getränk am günstigsten zubereiten und warmhalten, weil nur Energie für das Kochen verbraucht wird.

Eine Maschine mit Glaskanne benötigt zusätzlich Energie für die Warmhalteplatte.

Seinen Kaffee in der Tasse oder der Kanne von Hand aufzubrühen, ist aus energetischer Sicht nicht zu empfehlen: Das Erhitzen des Wassers in Topf oder Kessel verbraucht laut Internetportal www.hausgeräte-plus.de etwa doppelt so viel Energie wie die Kaffeemaschine.

Melitta Bentz, deren Geburtstag sich am 31. Januar zum 142. Mal jährte, hätte mir diesen Hinweis bestimmt verziehen. 😉