"Kraftwerk" lädt ein IPhone
„Kraftwerk“ erzeugt umweltfreundlichen Strom, mit dem sich mobile Endgeräte laden lassen. Foto: eZelleron

Navigationsgerät, Terminkalender, Multimediazentrale und Tor zum sozialen Internet: Mein Smartphone ist heutzutage viel mehr für mich, als nur ein Mobiltelefon. Doch bei intensiver Nutzung geht meinem Akku spätestens nach einem Tag die Puste aus.

Ist die rettende Steckdose fern, bieten mir sogenannte Akku- oder Powerpacks die Möglichkeit, mein Multitalent unterwegs aufzuladen. Doch auch diese mobilen Stromspeicher müssen irgendwann wieder an der Steckdose nachtanken.

Im Internet bin ich auf die Firma eZelleron aus Dresden gestoßen, die mit „Kraftwerk“ einen völlig neuen Ansatz verfolgt. Bei diesem kleinen Gerät ist der Name Programm. Es speichert keinen Strom, sondern erzeugt ihn selbst und ist somit völlig unabhängig vom Stromnetz.

„Kraftwerk“ ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel. Doch was der kleine Kraftprotz im Inneren leistet, finde ich beachtlich. Emissionsarme und hocheffiziente Mini-Brennstoffzellen erzeugen umweltfreundlichen Strom, der über einen USB-Anschluss am „Kraftwerksgehäuse“ verbundene Elektrogeräte laden kann.

Brennstoffzellen waren mir bisher eher aus dem Bereich der Elektromobilität bekannt. Sie wandeln einen kontinuierlich zugeführten Brennstoff in elektrische Energie um. Im Gegensatz zu Automobilherstellern setzt eZelleron dafür jedoch keinen Wasserstoff ein, sondern handelsübliches Feuerzeuggas. Das ist preisgünstig und fast überall erhältlich.

Wie die kleinen stäbchenförmigen Brennstoffzellen daraus Strom erzeugen, erklärt dieser Videoausschnitt:

Mit einer handelsüblichen Nachfülldose für Feuerzeuggas lässt sich der 40 Milliliter große Gastank im „Kraftwerk“ innerhalb weniger Sekunden befüllen. Diese Menge liefert anschließend genug Strom, um ein Smartphone bis zu elfmal aufzuladen.

"Kratfwerk" mit Feuerzeuggas nachfüllen
„Kraftwerk“ lässt sich schnell und einfach mit einer handelsüblichen Gaskartusche befüllen. Foto: eZelleron

Damit ist das Gerät auch für lange Campingausflüge fernab des Stromnetzes geeignet. Da es deutlich größer als bekannte Notfallakkus für Smartphones und mit 200 Gramm auch nicht gerade ein Federgewicht ist, eignet es sich meiner Meinung nach ohnehin eher für den Wanderrucksack, als für die Jackentasche.

Allerdings muss ich bei meiner diesjährigen Urlaubsreise noch darauf verzichten. Laut Firmengründer und Geschäftsführer Dr. Sascha Kühn werden momentan noch verschiedene Prototypgenerationen getestet. Die ersten frei verkäuflichen Geräte sollen Mitte kommenden Jahres für rund 135 Euro im Handel erhältlich sein.

In welchen Situationen könnten Sie sich vorstellen, „Kraftwerk“ zu nutzen?