Johnny-Strange
Prominentestes Jurymitglied ist Johnny Strange, Sänger der Band Culcha Candela.

Die Jury des deutschlandweiten Energiesparmeister-Wettbewerbs hat getagt und die Sieger der 16 Bundesländer gewählt. Wer die Gewinner sind, gibt sie am 8. Juni bekannt.

Zu den 16 sächsischen Bewerbern gehören zwei Schulen aus Ostsachsen. Ich finde, es könnten durchaus mehr sein. Hierzulande gibt es bestimmt einige Projekte an Grund-, Förder- und Oberschulen sowie Gymnasien, die beim Wettstreit um den Energiesparmeister gute Chancen hätten. Da bin ich mir sicher.

Und so stelle ich in diesem Beitrag mal zwei Ideen vergangener Jahre vor: Womit haben sie es zum Energiesparmeister geschafft? Was hat es den Schülern und uns allen gebracht? Denn letztlich geht es ja nicht nur um Titel und Preisgeld.

Energiesparmeister Gold 2014: Öko-Live

Das Projekt der Katharine-Weißgerber-Gesamtschule in Saarbrücken heißt Öko-Live und hat es im vergangenen Jahr erst im Saarland und dann bundesweit zum Sieg geschafft. Seit 2007 gibt es das Projekt, an dem sich Schüler im Alter von zwölf bis 16 Jahren beteiligen. Und zwar nicht nur ausgewählte, sondern alle Schüler dieser Altersgruppe.

Wie das geht? Die Themen Klimaschutz und Energiesparen tauchen in ganz vielen Fächern auf. Zum Beispiel behandeln die Lehrer in Physik die Wärmeerzeugung und Wärmedämmung, in Mathematik üben die Schüler Prozentrechnung anhand der EEG-Umlage und in Religion bringt der Unterricht den Jugendlichen den respektvollen Umgang mit der Schöpfung nahe. Ich bin erstaunt, den Klimaschutz in all diesen Bereichen wiederzufinden.

Schema-Energie-im-Unterricht

Auch nach dem Unterricht und am Wochenende sind die Schüler aktiv: Sie haben einen Bauwagen zum Umwelt-Solarmobil umgebaut. Sie helfen, einen Wald aufzuforsten oder sammeln Papier und alte Handys. Dabei bleiben die Kinder nicht allein. Unter dem Arbeitstitel „Wir graben, ihr stellt die Bäume rein“ beziehen sie Schüler einer Förderschule ein. Oder sie treten mit der Wirtschaft in Kontakt und besuchen das französische smart-Werk zum Thema „Auto der Zukunft“.

Schüler-der-Schkola Ostritz
Ostritzer Schüler haben Spaß in der Natur und am Energiesparen.

Ostritz: Energielehrgarten und Energielabor

Ostritz im Landkreis Bautzen gilt als erste Stadt in Deutschland, die sich nahezu ausschließlich aus erneuerbaren Energien versorgt. Da machen auch die Lehrer und Schüler der sorbischen Grundschule mit. Die Heizwärme der Schule kommt aus einem Biomasseheizkraftwerk.

Doch damit nicht genug. Die Devise lautet „Weg vom Projekt, hin zur Verankerung im Schulalltag“. Ähnlich wie an der Saarbrücker Katharine-Weißgerber-Schule werden an der Schkola Ostritz viele verschiedene Ideen verwirklicht. Unmöglich, hier alle aufzuzählen. Aber ich habe mal ein paar ausgesucht:

Los geht’s mit dem Umweltschutz schon am frühen Morgen, wenn der Großteil der Schüler mit dem Rad oder per ÖPNV zur Schule kommt. In jeder Klasse gibt es einen Umweltbeauftragten, der auf richtiges Heizen und Lüften oder die Mülltrennung achtet.

Die Mädchen und Jungen haben einen Energielehrgarten angelegt, der öffentlich zugänglich ist. Mit den dort wachsenden Pflanzen experimentieren sie im Energielabor. Zu einer Vorführung beim sächsischen Umweltminister schafften es die Ostritzer mit ihrem Energietheater.

Fahrräder
Auf dem Schulweg in die Pedale treten, kommt der Umwelt zugute. Foto: pixelio.de/Gila Hanssen

Projekte sollen Umdenken bewirken

Zwei Dinge haben beide Projekte gemeinsam: Sie sind stark im Schulalltag verankert und laufen seit mehreren Jahren. Ich denke, das ist der Schlüssel zum Erfolg. Und damit meine ich nicht nur das gute Abschneiden beim Energiesparmeister-Wettbewerb, über den wir hier schon mehrmals berichteten.

Die Kinder und Jugendlichen bekommen mit dem Lehrstoff Energiespar-Tipps fürs alltägliche Leben – von „Ausschalten des Lichts beim Verlassen des Raumes“ bis “In die Pedale treten, spart CO2“ Im Unterricht und in der Freizeit erkennen sie, was sie als Einzelner bewirken können.

Mit ihrem Konzept sorgen beide Schulen dafür, dass die Jüngsten verstehen, was Nachhaltigkeit bedeutet, und umweltbewusstes Handeln für sie normal wird.

Ich hoffe, Sie haben beim Lesen sofort an eine Schule gedacht, die schon sehr aktiv beim Energiesparen ist. Oder Ihnen kommt eine Bildungseinrichtung in den Sinn, für die ein solches Projekt genau das Richtige wäre. In beide Fällen gilt: Empfehlen Sie den Schulen den Energiesparmeister-Wettbewerb 2016. Gern beantworte ich Fragen und stelle Kontakt zur Wettbewerbsleitung oder ehemaligen Teilnehmern her.