Projektleiter für den Energiesparcup Deutschland Boris Demrovski
Boris Demrovski ist Projektleiter für den Energiesparcup Deutschland bei der co2online GmbH.

Jeden Tag sitze ich im Büro am Computer. Sie auch? Und arbeiten Sie vielleicht genauso wie ich am liebsten „energiesparend“? Damit meine ich nicht Kaffee-trinken-und-mit-den-Kollegen-quatschen. 😉 Obwohl das ja auch dazugehört.

Ich meine: möglichst wenig Strom und Heizenergie im Büro verbrauchen. Denn eigentlich ist es ganz praktisch, die Arbeitszeit zu nutzen, um etwas Gutes für die Umwelt tun! – Das haben wir uns bei co2online gedacht. Und so ist die Idee für den Energiesparcup entstanden.

Der Energiesparcup ist ein Wettbewerb für Unternehmen, die zwischen zehn und 250 Mitarbeiter haben. Er wird von der Europäischen Kommission gefördert. Bis jetzt haben sich mehr als 100 Firmen aus ganz Europa angemeldet. Eine bunte Mischung aus verschiedenen Branchen: vom beruflichen Fortbildungszentrum bis zum Politik-Consulting-Büro, vom Bio-Fruchtsafthersteller bis zum IT-Unternehmen.

Auch die Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH sowie die eab New Energy GmbH aus Großschirma bei Freiberg sind dabei.

Die Sächsische Bildungsgesellschaft wurde bereits im vergangenen Jahr von der Europäischen Kommission für hervorragende Leistungen im Bereich Ökoinnovation mit dem EMAS Award ausgezeichnet. Mit dem Energiesparcup will sie jetzt noch mehr Energie sparen.

Und bei der eab New Energy GmbH, die seit 20 Jahren Solar- und Windenergieanlagen in der ganzen Welt baut, sollen nun auch die Büros in der heimischen Firmenzentrale energieeffizienter werden.

Ein Wettbewerb, der Unternehmen beim Energiesparen hilft

Energiesparcup Logo
Mehr als 100 Unternehmen aus ganz Europa haben sich für den Energiesparcup angemeldet.

Dabei helfen wir mit dem Energiesparcup. Während des einjährigen Wettbewerbs, der bis Ende Mai 2016 läuft, unterstützen wir die Unternehmen auf verschiedenste Weise beim Energiesparen.

Zum Beispiel durch Energieberatungen und die kostenlose Nutzung des Energiesparkontos. Das ist eine Online-Software, mit der Unternehmen und private Haushalte ihren Energieverbrauch erfassen und auswerten können.

Dieses Monitoring ist wichtig. Denn nur wer seinen Strom- und Heizenergieverbrauch genau kennt, findet auch die richtigen Stellen, an denen er sparen kann.

Außerdem bieten wir Workshops und Schulungen an, weil wir besonders darauf achten wollen, auch die Mitarbeiter der Unternehmen zum Mitmachen zu motivieren. Ab Juli werden wir deshalb sechs Aktionswochen starten, bei denen wir allen Mitarbeitern spielerisch Energiespartipps geben.

Mit kleinen Schritten den Stromverbrauch einer Großstadt sparen

Oft sind es ja kleine Schritte, die in der Summe eine Menge Energie sparen. Den Computer-Monitor während der Pause ausschalten. Nach der Besprechung das Licht im Konferenzraum löschen. Unsere Energie-Experten sagen immer: Wenn alle im Büro mehr auf den Strom- und Heizenergieverbrauch achten, können 15 Prozent davon gespart werden. Wussten Sie, dass ein Computer auch dann Stand-by-Strom verbraucht, wenn er ausgeschaltet ist? Bei einem durchschnittlichen PC-Arbeitsplatz werden so im Jahr 112 Kilowattstunden verpulvert.

abschaltbare Steckerleiste und dem Schreibtisch
Einfach mal abschalten: Mit einer solchen Steckerleiste trennen Sie Ihre Geräte komplett vom Strom. Foto: co2online gGmbH

Und jetzt kommt’s: Es gibt 21 Millionen europäische Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. Angenommen, jedes davon verfügt über mindestens fünf PC-Arbeitsplätze – dann ließe sich durch das bloße Abschalten des Computer-Standby-Betriebs der jährliche Stromverbrauch einer Großstadt wie Hamburg einsparen!

Wenn ich der Rechnung einen Strompreis von 29 Cent pro Kilowattstunde zugrunde lege, entspricht das Stromkosten von rund 3,5 Milliarden Euro, die wir ganz leicht einsparen könnten: In den Büros müssten alle einfach nur abschaltbare Steckdosenleisten nutzen, um ihren Computer vollständig vom Netz zu trennen.

Genau das werde ich jetzt machen – denn ich hab Feierabend. Vorher aber noch ein kleiner Hinweis an Sie: Der Energiesparcup ist zwar schon gestartet, aber wenn ein Unternehmen noch aufspringen will, ist es herzlich willkommen.

Vielleicht überzeugen Sie Ihren Chef mitzumachen? Oder Sie leiten ein Unternehmen und haben Interesse an einer Teilnahme? Schreiben Sie uns gern eine E-Mail! Denn ich finde: Es ist nie zu spät, um sich für den Klimaschutz zu engagieren.