Besucher
Spannend für Erwachsene und Kinder ab zehn Jahre ist die Sonderausstellung zum Licht. Foto: Marco Wende/ Technische Sammlungen Dresden

Schon mehrmals habe ich die Technischen Sammlungen besucht. Immer gab es etwas Eindrucksvolles oder Überraschendes zu entdecken. Diesmal erwartet mich gleich zu Beginn das Unerwartete: Mit Eintritt in die Ausstellung „HiLights! Neues vom Licht“ umgibt mich Dunkelheit.

Am Anfang bin ich darüber irritiert. Beim Weitergehen leuchtet es mir im wahrsten Sinne des Wortes ein: Das Licht, seine Eigenschaften und die Experimente wirken nun mal am besten, wenn es um einen herum finster ist.

Die Ausstellung ist eine der zahlreichen Aktivitäten des „Dresdner Lichtjahres“, mit dem sich unsere sächsische Landeshauptstadt am Internationalen Jahr des Lichts 2015 beteiligt. Von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen soll dieses Jahr an die Bedeutung von Licht als elementare Lebensvoraussetzung erinnern.

Wimmelbild
Dieses Wimmelbild entstand mit Unterstützung von ENSO.

Ich habe mir für die zwei Museumsräume etwas mehr als zwei Stunden Zeit genommen. Beeindruckt hat mich die Vielzahl der Experimente, die ich in der Zeit gar nicht alle ausprobieren kann. Den Initiatoren von „HiLights!“ ist mit Hilfe zahlreicher Unterstützer, darunter ENSO, eine wirklich tolle Mitmach-Ausstellung gelungen.

Ein heißer Ferien-Tipp für Eltern und Kinder ab zehn Jahre. Und für’s neue Schuljahr meine Empfehlung für alle Physiklehrer, die ihren Schülern die Optik interaktiv näher bringen wollen. Im ersten Raum mache ich mich (wieder) mit der Definition und den Eigenschaften von Licht vertraut. Es breitet sich in Wellen aus, hat aber auch Teilchencharakter.

Auf einem Tablet läuft ein Video: Leute erzählen, was sie mit dem Begriff Licht verbinden. Von einigen wenigen hilflosen Gesichtern abgesehen, bin ich erstaunt, wie viel der Normalbürger weiß. Mir bleibt die Antwort eines Touristen im Gedächtnis: „It’s hard to specify what it is, but it’s energy.“ Das trifft es, finde ich.

An drei großen, runden Tischen arbeite ich mich nun von einem Versuch zum nächsten vor und fühle mich an den Physikunterricht der 6. Klasse erinnert. An einer Station liegen verschiedene optische Linsen vor mir. Je nachdem, wie sie beschaffen sind, streuen oder bündeln sie das Licht.

Ein anderer Versuch zeigt, wie farbiges Licht sich überlagert. Dafür sind drei Lampen an einem Tisch im Halbkreis angebracht. Nacheinander kann ich das rote, grüne und blaue Licht an- bzw. ausschalten. Dabei beobachte ich eine kleine Maulwurf-Figur in der Mitte und die gegenüberliegende Wand. Sind alle drei Lichter an, steht der Maulwurf in einem weißen Mischlicht. Das ist die Stelle, an der die drei Lichtfarben sich treffen. An der Wand ist das Licht dann wieder in seiner ursprünglichen Frage zu sehen. Ich habe das in einem kurzen Video festgehalten:

Weiter geht’s – und ich lande in der Spielhölle, so scheint es. Wie in einem Casino stehen Spielautomaten-ähnliche Kisten aufgereiht. Ich erfahre: Hier geht es um Laser. Ich versuche mich an einem der Automaten. Mit einem Joystick soll ich einen Laser durch ein Labyrinth steuern. Kann ja nicht so schwer sein, denke ich mir.

Laser
Einen Laser durchs Labyrinth schicken ist nicht so einfach.

Zuerst muss ich auf den Startpunkt zielen. Allerdings brauche ich dazu schon mehrere Minuten (!). Der Kommentar des netten Museumwärters „Ist gar nicht so leicht, ne, aber es funktioniert, wenn Sie nur einmal den Start treffen.“ ist sicher nett gemeint, hilft mir nicht wirklich weiter.

Irgendwann schaffe ich es. Ich passiere die Zwischenstationen und erreiche schließlich das Ziel. Aber eine Bestzeit war das sicher nicht. 😉

Der zweite große Bereich der Ausstellung ist der Industrie gewidmet, aus der die Lichttechnologie heute nicht mehr wegzudenken ist.

Einen geschichtlichen Rückblick ermöglicht der erste Hochleistungslaser aus DDR-Zeiten. Mit einer Leistung von drei bis fünf Kilowatt konnte er zum Beispiel Stahlplatten schneiden. Auch Medizin und Telekommunikation machen sich das Licht inzwischen zunutze, erfahre ich anhand weiterer Exponate.

Und selbst in der Musik ist der Laser angekommen. Scratchen kannte ich bisher von DJs, die eine Schallplatte hin und her bewegen. Dabei entsteht durch die aufgelegte Nadel das typische kratzige Geräusch. Heute kann man mit Laser scratchen, wenn die Musik mit optischem Richtfunk übertragen wird.

Scratchen
Scratchen mit Hilfe eines Lasers – ich probiere es aus und fühle mich wie ein DJ.

Das probiere ich gleich mal selber aus. Ich bewege den sogenannten Crossfader, an dem ein kleiner Kamm befestigt ist. Verdeckt einer der Zähne des Kamms den Laser, unterbricht er den Laserstrahl. Mit schnellen Bewegungen scratche ich zwei Musiktitel.

Die Sonderausstellung ist noch bis 19.06.2016 in den Technischen Sammlungen Dresden zu sehen. Wer sich schon mal einstimmen möchte, dem empfehle ich dieses Video von DRESDENEINSTV. Einen Besuch ersetzt es natürlich nicht. 😉