Sportlicher-Single
Um Singles geht es in Teil 2 unserer Serie zum Stromverbrauch in Musterhaushalten. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

In Sachsen hält der Trend zu kleinen Haushalten an. Das hat das Statistische Landesamt kürzlich mitgeteilt. So gab es hier im Jahr 2013 rund 2,15 Millionen Privathaushalte, in denen  vier Millionen Menschen lebten.

Die Ein-Personen-Haushalte bildeten die größte Gruppe. Ihr Anteil liegt bei 42,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt sind es 40,5 Prozent. Jeder zehnte Sachse (9,6 Prozent), der in einem Single-Haushalt lebt, ist jünger als 25 Jahre – so wie Pascal Schacher, den wir in der druckfrischen Herbstausgabe des ENSO-Magazins vorstellen.

Als er seine erste eigene Wohnung bezogen hatte, musste er stärker auf seine Finanzen achten als vorher. Neben der Miete wirkt sich vor allem auch der Energieverbrauch auf seine Haushaltkasse aus. In Teil 2 meiner Serie zu Musterhaushalten nehme ich diesen Verbrauch unter die Lupe, um Sparpotenzial aufzuspüren. Singles wie Pascal verbrauchen bei ENSO im Durchschnitt rund 1.200 Kilowattstunden Strom pro Jahr und zahlen dafür 388,83 Euro. Dieser Berechnung liegt das preisgünstige Internet-Produkt ENSO-Strom-Direkt zugrunde. Ihr Verbrauchsprofil sieht so aus: Grafik-Stromverbrauch

Kühlschrank
In einem Singlehaushalt verbraucht der Kühlschrank den meisten Strom. Foto: Deutsche Energie-Agentur

Damit bestätigt sich das, was die EnergieAgentur.NRW schon vor einigen Jahren bei einer Erhebung in 28.000 Haushalten festgestellt hat – mit 35,04 Prozent ist bei Singles der Kühlschrank größter Stromverbraucher. Rechnet man Waschmaschine, Gefrierschrank, Geschirrspüler, Elektroherd oder Wäschetrockner hinzu, steigt der Anteil auf 45 Prozent.

Das bedeutet auch: Wer seinen Haushalt mit ausrangierten Altgeräten aus der Verwandtschaft bestückt, zahlt bei den Energiekosten drauf. Eine Kühl-Gefrier-Kombination, eine Waschmaschine oder ein Elektroherd hat in der Regel eine Lebensdauer von zehn bis 15 Jahren.

Deshalb sollten nicht nur Ein-Personen-Haushalte beim Kauf eines Haushaltsgroßgerätes neben dem Anschaffungspreis auch auf den Stromverbrauch achten. Auf lange Sicht ist es günstiger, für ein besonders energieeffizientes Gerät einen höheren Kaufpreis zu zahlen.

Ein Beispiel: Eine Kühl-Gefrier-Kombination (225 Liter Kühlfach, 89 Liter Gefrierfach) mit der Energieeffizienzklasse B ist im Sonderangebot für 599 Euro zu haben. Eine der energieeffizientesten am Markt erhältlichen Kühl-Gefrier-Kombis vergleichbarer Größe (Inhalt: 222 Liter bzw. 82 Liter) dagegen kostet knapp 750 Euro. Sie ist jedoch in die Effizienzklasse A++ eingestuft. Hier sehen Sie, welche Auswirkungen die Kaufentscheidung auf Ihren Geldbeutel hat:

Wirtschaftlichkeitsvergleich- bearbeitet-grau

Über die Lebensdauer von 15 Jahren gerechnet sind allein die Stromkosten des Sonderangebotes deutlich höher als beim energieeffizienten Gerät die Gesamtkosten inklusive Kaufpreis. Kommt noch der Anschaffungspreis hinzu, ist das vermeintlich billigere Gerät über diesen Zeitraum insgesamt fast 1.100 Euro teurer als die besonders energieeffiziente Kühl-Gefrier-Kombination. Das sind immerhin 72 Euro pro Jahr.

Abgesehen davon benötigt ein Single keinen Riesenkühlschrank. Die Standardgröße von 100 bis 140 Liter Volumen reicht völlig aus. Denn 100 Liter mehr Nutzvolumen steigern den Energieverbrauch um 20 Prozent. Mit einem Anteil von 26,53 Prozent an den Stromkosten rangiert die Unterhaltungselektronik auf Platz 2 in dieser Haushaltgruppe.

Fernsehen
Manche Fernseher verbrauchen auch Strom, wenn sie nicht eingeschaltet sind. Foto: pixelio.de/Uwe-Steinbrich

Bei Fernseher, Heimkino- oder Stereoanlage, Videorekorder und DVD-Player dreht sich die Zählerscheibe nicht nur, wenn sie angeschaltet sind, sondern auch im Bereitschafts(Stand-by)-Betrieb. Manche dieser Geräte verbrauchen sogar dann noch Strom, wenn sie vermeintlich ausgeschaltet sind (Scheinaus-Betrieb).

Generell gilt: Je größer der Bildschirm, desto höher ist der Stromverbrauch. Große Fernseher verbrauchen mehr Strom, weil sie eine höhere Leistungsaufnahme haben. Beim Plasma-TV ist es nicht selten doppelt so viel wie bei herkömmlichen Geräten.

In vielen Haushalten gibt es mittlerweile nicht nur Fernseher und Stereoanlage, sondern auch einen DVD-Player und eine Set-Top-Box für die Nutzung von Kabel- und Satellitenfernsehen sowie für digitales Antennenfernsehen. Beachten Sie: Wenn der Fernseher ausgeschaltet wird, bleiben die Set-Top-Boxen meist weiter „unter Strom“ und verursachen Kosten.

Steckdosenleiste
Mit Hilfe einer schaltbaren Steckdosenleiste lässt sich der Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb vermeiden. Foto: Deutsche Energie-Agentur

Haben Ihre Geräte einen Netzschalter, können Sie die Stromzufuhr unterbinden, indem Sie sie ausschalten. Falls die Geräte keinen Ausschalter haben, setzen Sie den Stromverbrauch mit einer schaltbaren Steckdosenleiste auf null.

Auch Audiogeräte mit externem Netzteil verbrauchen Strom, wenn sie ausgeschaltet sind. Das externe Netzteil ist zumeist in den Netzstecker eingebaut, der deshalb größer und schwerer ist als ein normaler Stecker. Hier schafft eine schaltbare Steckdosenleiste ebenfalls Abhilfe.

Zum Abschluss gebe ich Ihnen noch diese Tipps:

  •  Achten Sie beim Neukauf auf Geräte mit niedrigem Stromverbrauch und einem echten Ausschalter.
  •  Trennen Sie Fernseher, Stereoanlage und Co. nach dem Abschalten komplett vom Stromnetz.
  • Ein bequemeres Mittel zur Vermeidung der teuren, durch den Scheinaus-Betrieb verursachten Leerlaufverluste sind abschaltbare Steckdosenleisten. Mit ihnen können Sie gleich mehrere Geräte komplett vom Stromnetz trennen. Prüfen Sie bei Ihrem Video- oder DVD-Rekorder jedoch zunächst, ob er über eine Memory-Funktion verfügt, die mit Hilfe eines integrierten Akkus gewährleistet wird. Sonst können gespeicherte Daten wie Uhrzeit und Datum, Kanalbelegungen und Programmierungen durch das vollständige Ausschalten verloren gehen.