Praktikant-Frank-Köhler
Während seines Praktikums bei ENSO NETZ prüfte Frank Köhler den Leistungsbezug von Großkunden.

Wenn ich bei ENSO durch die Flure gehe, auf dem Weg zur nächsten Besprechung oder der Mittagspause, begegnen mir immer mal neue Gesichter. Oft sind es Studenten, die ein Praktikum absolvieren oder ihre Abschlussarbeit schreiben. Letztens erblickte ich im Vorübergehen jemanden, da dachte ich: „Den kennst du doch, aber nicht von ENSO.“

Es war Frank Köhler, den ich als Jugend-forscht-Teilnehmer im Februar kennenlernte. Beim Regionalwettbewerb Dresden-Ostsachsen stellte er sich mit seinem Forschungsprojekt der Konkurrenz und einer Fachjury. Ich vertrat an diesem Tag ENSO als Patenunternehmen. Beim gemeinsamen Mittagessen kamen wir ins Gespräch und sind seitdem „per du“.

Ich habe mit dem 19-Jährigen über seine Erfahrungen bei Jugend forscht und ENSO gesprochen.

Starten wir mal mit unserem ersten Aufeinandertreffen: Jugend forscht. Wenn ich mich richtig erinnere, bist du im Fachgebiet Biologie angetreten. Kannst du bitte kurz erklären, womit du dich beschäftigt hast?

Mein Thema war in der Biologie angesiedelt, hatte aber auch viel mit Informatik zu tun. Konkret ging es um ein Zellteilchen bei Pilzen. Von den Mitarbeitern des Biotechnologischen Zentrums der TU Dresden, die mich bei meiner Arbeit unterstützten, erhielt ich umfangreiche Daten über diesen Zellbaustein. Mit Hilfe von Programmen, die ich selber geschrieben habe, wurden diese Daten untersucht und ausgewertet.

Frank-Köhler-bei-Jugend-forscht
Als Regional- und Landessieger im Fach Biologie schaffte es Frank Köhler bis ins Bundesfinale. Foto: Jugend forscht

Du warst ziemlich erfolgreich, bist als Regional- und Landessieger bis zum Bundeswettbewerb gekommen. Was bringt dir das für deine Zukunft?

Die wichtigste Erkenntnis für mich ist: Ich möchte später nicht in der Forschung arbeiten. Eine Tätigkeit im Labor ist für mich zu weit weg von der Wirtschaft.

Bei Jugend forscht habe ich außerdem gelernt, wie man eine wissenschaftliche Arbeit verfasst und ich meine Präsentation ans Publikum anpasse. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ich vor einer Fachjury oder der breiten Öffentlichkeit spreche. Das wird mir für mein weiteres Leben sicher nützen.

Mich hat beim Wettbewerb die Jugend-forscht-Familie begeistert. Alle waren total locker, einige haben mich bereits in Dresden besucht. Und auch das Netzwerk in die Wirtschaft, zu den Patenunternehmen ist super. Dadurch erfahren wir Teilnehmer, worauf Arbeitgeber Wert legen oder wie Forschung und Weiterentwicklung in der Praxis ablaufen. Letztlich bin ich ja auf diesem Weg auch zu ENSO gekommen.

WHU-Haupteingang
Für das Studium an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung Otto Beisheim School of Management ist ein betriebswirtschaftliches Vorpraktikum erforderlich. Foto: WHU

Stimmt. Aber wieso ein Praktikum bei ENSO? Ich hätte eher auf ein Studium der Biologie oder Bioinformatik getippt?

Das denkt irgendwie jeder. 😉 Aber ich werde an der WHU Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung Otto Beisheim School of Management im rheiland-pfälzischen Vallendar Internationale Betriebswirtschaft und Management studieren. Ich interessiere mich schon länger für die Wirtschaft – vor allem dafür, wie nachhaltige und ökologische Aspekte das wirtschaftliche Geschehen beeinflussen.

Voraussetzung für das Studium ist ein betriebswirtschaftliches Vorpraktikum. Ich habe mich nach Möglichkeiten hier in Dresden umgeschaut und mich an ENSO erinnert. Stichwort Netzwerk 😉 Dann informierte ich mich auf eurer Website, in welchen Bereichen ihr so unterwegs seid, und schrieb dir kurzerhand eine E-Mail.

Wie lange dauerte dein Praktikum und in welchem Bereich warst du eingesetzt?

Ich war gut sechs Wochen bei ENSO NETZ im Vertrieb, wo die Kollegen die sogenannten Netzkunden betreuen.

Was waren deine Aufgaben?

Die erste Hälfte meines Praktikums prüfte ich den Leistungsbezug von Großkunden. Die Netzanschlussleistung der Anschlussnehmer ist mit ENSO NETZ vertraglich geregelt. Dort, wo die Abnahme deutlich überschritten wurde, habe ich in Absprache mit den Kundenbetreuern die Vertragsparameter und -unterlagen angepasst.

Diese Aufgabe war eine Herausforderung. Ich kannte kaum Zusammenhänge, hatte mit Energie bisher nichts am Hut. Mit unternehmensinternen Strukturen und Abläufen war ich nicht vertraut. Da musste ich mich reinfinden und das hat mir großen Spaß gemacht.

In der verbleibenden Zeit unterstützte ich meine Kollegen in ihrer täglichen Arbeit, bereitete beispielsweise Informationsschreiben an Kunden vor.

Und an zwei Tagen ging es für mich mal raus aus dem Büro, in die Regionalbereiche Großenhain und Heidenau. Dort begleitete ich einen Kollegen, der die Reinigungsarbeiten von Umspannstationen koordiniert. Einen Tag lang fuhren wir mit dem Auto übers Land. Das war mal was ganz Anderes.

Wartung-Umspannstation
Regelmäßig warten Mitarbeiter von ENSO NETZ wie Eric Wehner die Umspannstationen im ostsächsischen Raum.

Heißt das, du bist hier ohne Kopieren und Kaffee kochen durch dein Praktikum gekommen? 😉

Kaffee habe ich in der Tat nicht einmal gekocht und am Kopierer war ich nicht öfter als meine Zimmergenossen.

Ehrlich gesagt: Nach meinem Vorstellungsgespräch hatte ich das auch nicht erwartet. Meine Gesprächspartner gaben mir eine klare Vorstellung davon, dass ich meine Aufgabe eigenständig bearbeiten kann und auch soll. Das fand ich reizvoll.

Es freut mich, dass es dir bei uns gefallen hat. Was war am besten?

Der Einblick in die verschiedenen Themen, auch über meine Aufgaben hinaus. Das fand ich super. Neben den Ausflügen in die Regionalbereiche organisierte mir mein Praktikumsbetreuer Termine in den Bereichen Buchhaltung und Haushaltsplanung. Die Kollegen stellten mir ihre Arbeit vor, erklärten mir Zahlen und Zusammenhänge. Über den Posten Personalkosten habe ich zum Beispiel nicht schlecht gestaunt. Für mein Studium war das eine gute Vorbereitung – Betriebswirtschaft live.

Nicht zuletzt verstand ich mich richtig gut mit meinen Kollegen. Wir waren auf einer Wellenlänge, auch was den Humor angeht, und haben viel gelacht. Eine tolle Zeit!

Vielen Dank für das Gespräch. Fürs Studium wünsche ich dir alles Gute, viel Erfolg und ich hoffe, wir sehen uns mal wieder!