Mike Vodicka im Garten
Mike Vodicka lässt seine Gartenpflanzen zukünftig in seinem ehemaligen Heizölkeller überwintern. Dank der neuen Gas-Brennwertheizung ist dort jetzt viel Platz.

„Mike, du hast doch neulich von deiner neuen Heizung und der niedrigen Jahresrechnung geschwärmt. Würdest du über deinen Umstieg von Öl auf Gas einen Beitrag schreiben?“ Mit dieser Frage kamen meine Blogger-Kollegen auf mich zu.

Also gut – warum sollte ich nicht darüber berichten? Die neue Heizung war schließlich das i-Tüpfelchen unserer energetischen Haussanierung.

Ich weiß nur zu gut, wie es ist, die Qual der Wahl zu haben. Das Internet ist voll von Informationen zu den verschiedenen Systemen. Hersteller und Verkäufer werben für ihre Technologien. Von Gasheizung bis Wärmepumpe – das Angebot ist groß, die Argumente für oder gegen ein System sind zahlreich.

Für welche Heizung haben wir Blogger uns entschieden, was hat uns dazu bewogen und wie zufrieden sind wir damit? Das erfahren Sie in den nächsten Monaten hier im Blog. Verschiedene Kollegen berichten von ihren Überlegungen und Erfahrungen. Heute mache ich den Anfang. Ich bin seit kurzem stolzer Besitzer eine Gas-Brennwertheizung.

Ein Blick zurück: „Ist das Heizöl, was hier so riecht?“

Seit 2008 wohnen wir in unserem Haus – einer Doppelhaushälfte aus dem Jahr 1938 mit 100 Quadratmeter Wohnfläche.

Brenner einer Ölheizung
Eine ähnlich alte Ölheizung ist bei mir einem modernen und platzsparenden Gas-Brennwertkessel gewichen. Foto: Wusel007

Anfangs erneuerten wir Dach, Fenster, Außentüren und die Fassade. Wir ließen auch eine neue Horizontalsperre gegen aufsteigende Nässe einbauen, weil die alte Abdichtung wirkungslos war. Aber das ist eine andere Geschichte.

Es war einfach nicht zu leugnen: Im Keller werkelte eine Ölheizung. Das konnte man hören und riechen. Uns fiel es mit der Zeit nicht mehr auf, wenn wir das Haus betraten. Doch fast jeder, der uns besuchte, sprach uns darauf an.

Na gut, so war es eben. Die vorherigen Eigentümer bauten den 20-Kilowatt-Heizölkessel 1991 ein. Er löste die kohlebefeuerte Schwerkraftheizung ab. Zur damaligen Zeit eine sinnvolle Modernisierung.

Nach zwei Störungen im Winter 2012 stand für uns fest: Wir müssen etwas unternehmen. Die Heizung war in die Jahre gekommen. Ständig Geld für Reparaturen aufzuwenden, konnte nicht die Lösung sein – ein Fass ohne Boden.

Ölheizung ade

Der Startschuss zur konkreten Planung unserer neuen Heizung fiel im Herbst 2013. Im ersten Schritt mussten wir entscheiden: Bleiben wir beim Öl oder wechseln wir zu Erdgas? Also wogen wir das Für und Wider eines Medienwechsels ab.

Bei der Gegenüberstellung der Kosten stellte sich heraus, dass eine Heizöl-Brennwerttherme teurer als ein vergleichbares Erdgasgerät wäre. Zusätzliche Kosten hätten sich durch die Öltankspülung ergeben. Nach all den Jahren wäre sie dringend erforderlich gewesen.

Bei einer Gasheizung kamen eine professionelle Altheizöl- und Öltankentsorgung sowie der Bau eines Erdgas-Netzanschlusses hinzu. Manche Unternehmen, wie die ENSO NETZ GmbH, bieten dafür finanzielle Unterstützung an. Mein Netzbetreiber leider nicht, sonst wäre der Kostenvergleich deutlich zu Gunsten von Erdgas ausgefallen.

So gaben für uns letztlich die „weichen Faktoren“ den Ausschlag. Der Heizölgeruch sollte verschwinden und den rund sechs Quadratmeter großen Ölkeller wollten wir gern anders nutzen. Uns schwebte ein Raum vor, in dem wir unsere Pflanzen überwintern sowie Obst und Gemüse aus dem Garten lagern könnten. Außerdem war ich es leid, die zum Teil stark schwankenden Ölpreise ständig im Blick behalten zu müssen, um den günstigsten Zeitpunkt für den Kauf zu erwischen.

Bedienfeld der neuen Heizungsanlage
Die neue Heizung lässt sich über das Bedienfeld an der Anlage intuitiv bedienen.

Der nächste Schritt bestand darin, den Erdgas-Netzanschluss zu beauftragen und gemeinsam mit einem Heizungsinstallateur das passende Gerät für uns zu finden. Dazu ermittelte er den Energiebedarf des Hauses und erfragte unsere Vorstellungen zum Gerätekomfort.

Ich hatte beispielsweise den Wunsch, die neue Anlage unkompliziert bedienen und individuell einstellen zu können.

Da unser Wärmebedarf durch die Modernisierung gesunken war und die moderne Technologie effizienter arbeitet, kommt die neue Heizung mit weniger Leistung als die frühere Ölheizung aus.

Willkommen neue Gasheizung

Im April 2014 ging unsere neue geräuscharme und geruchlose 15-Kilowatt-Erdgas-Brennwertheizung in Betrieb. Wir haben uns für einen platzsparenden, wandhängenden Gerätetyp mit Warmwasserwärmetauscher und Schichtladespeicher entschieden.

Aus Gründen der Energieeffizienz war es uns wichtig, dass die Anlage raumluftunabhängig arbeitet und über eine selbstkalibrierende Verbrennungsluftregelung sowie eine Hocheffizienzpumpe, die Strom spart, verfügt.

Im Schornstein wurde das ummantelte Edelstahlrohr der Ölheizung gegen ein Kunststoff-Rohr-in-Rohr-System für Abgas und Frischluft ersetzt. Das erhöht den Wirkungsgrad nochmals deutlich. Wie die Brennwerttechnik funktioniert, zeigt dieses Video.

Mit Schnellstarttasten und Drehtaster am Bedienelement der Anlage können wir unkompliziert selbst Einstellungen am Gerät vornehmen. So haben wir unser eigenes Heizprogramm konfiguriert, das optimal auf unseren Wärme- und Warmwasserbedarf abgestimmt ist.

Mit einem LAN/WLAN-Modul ist die Steuerung optional auch mit Smartphone, Laptop oder PC möglich.

Fazit: Energieverbrauch fast halbiert

Schon die erste Energieabrechnung hat unsere Erwartungen erfüllt. Verbrauchten wir mit dem Heizölkessel zwischen 2008 und 2014 durchschnittlich 13.000 Kilowattstunden pro Jahr, waren es mit der neuen Erdgas-Brennwertheizung im Zeitraum 2014/2015 nur noch rund 7.000 Kilowattstunden. Auch wenn der letzte Winter nicht so kalt ausfiel, wie manche Jahre zuvor: Die Anlage senkt spürbar den Strom- und Heizenergieverbrauch. Dadurch sparen wir Energiekosten. Darüber hinaus kommt der geringere CO2-Ausstoß der neuen Heizung der Umwelt zu Gute.

Ich bin gespannt, wie sich der Verbrauch in den nächsten Monaten entwickelt, denn die Heizsaison hat längst begonnen.

Schreiben Sie mir doch, ob bei Ihnen auch ein Heizungstausch ansteht und was Ihnen dabei so durch den Kopf geht! Ich freue mich auf Ihr Feedback. 🙂