Umbau der Straßenbeleuchtung in Böhla
Umbau der Straßenbeleuchtung in Böhla (v.l.n.r. Bürgermeister Hans-Georg Weigel, Projektleiter Christoph Enderlein und Bauleiter Ulrich Ulpins).

Als ich neulich durch die Lampenabteilung meines Lieblingsmöbelhauses schlenderte, ging ich auch am Regal mit den Leuchtmitteln vorbei. Da wurde mir bewusst, dass die alten Glühlampen nun schon seit einigen Jahren vom Markt verschwunden sind.

Seit 2009 dürfen Lampen ab 100 Watt nicht mehr hergestellt und verkauft werden. 2010 folgten die Modelle ab 75 Watt, 2011 die ab 60 Watt und 2012 die bis 60 Watt.

Die zu geringe Lichtausbeute und der zu hohe Energieverbrauch führten zum Herstellungs- und Vertriebsverbot, das auf die Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union von 2005 zurückgeht.

Die Richtlinie betrifft neben vielen anderen Bereichen nicht nur die Lampen in den privaten Haushalten, sondern auch die der öffentlichen Beleuchtung von Straßen, Wegen und Plätzen. 

Um die Anforderungen an eine höhere Energieeffizienz zu erfüllen, wird in der Außenbeleuchtung zunehmend auf Leuchtdioden, kurz LED, gesetzt. Laut meinen Fachkollegen, die sich mit der Planung von Straßenbeleuchtungsanlagen beschäftigen, hat die LED-Technologie seit der Jahrtausendwende für eine Revolution in der Welt der Kunstlichtquellen gesorgt.

Kein Wunder, denn die Leuchtdioden zeichnen sich durch viele positive Eigenschaften aus: eine hohe Lichtausbeute, eine gute Farbwiedergabe und ein im Vergleich zu herkömmlichen Lampen bis zu 70 Prozent niedrigerer Energiebedarf. Zudem ermöglichen die Leuchten eine effiziente Lichtverteilung und bestechen durch eine lange Lebensdauer und geringe Wartungskosten. Darüber hinaus erlauben die intelligenten Betriebsgeräte in der LED-Leuchte eine Vielzahl von Steuermöglichkeiten, zum Beispiel ein stufenweises Ein- und Ausschalten.

LED-Leuchte
Moderne LED-Leuchten senken die Energie- und Betriebskosten für Kommunen.

Nur die Anschaffungskosten schlagen im Vergleich zu konventionellen Leuchten höher zu Buche. In den Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen meiner Kollegen wird aber schnell klar, dass sich die Investition in den meisten Fällen mittel- und langfristig rechnet.

Denn die modernen Leuchten senken die Energie- und Betriebskosten. Sie müssen weniger gewartet werden und der LED-Einsatz hält bis zu 20 Jahre. Den alten Leuchtmitteln geht hingegen schon nach etwa vier Jahr das Lebenslicht aus.

Wie die öffentlichen Bereiche beleuchtet werden, ist Angelegenheit der Städte und Gemeinden. Dabei haben die Kommunen oft einen Spagat zu meistern. Auf der einen Seite sollen sie bei der Einhaltung der nationalen CO2-Ziele mit gutem Beispiel vorangehen, den eigenen Energiebedarf senken und beispielsweise mit energieeffizienten Lichtlösungen ihre Straßenzüge modernisieren. Auf der anderen Seite ist ihre Haushaltslage meist angespannt, so dass große Investitionen wohl überlegt sein müssen.

In dieses Spannungsfeld fällt die kommunale Aufgabe, für ausreichend Beleuchtung und damit auch für Verkehrssicherheit zu sorgen. Sie geben mir bestimmt Recht: Auf gut beleuchteten Straßen, Wegen und Plätzen laufen und fahren wir sicherer.

Auch in Ostsachsen halten die Leuchtdioden immer mehr Einzug. Beispielsweise wurden in Deutsch-Paulsdorf, Panschwitz-Kuckau und im Schönfelder Ortsteil Böhla einzelne Straßenzüge auf die moderne Technik umgerüstet. Dabei unterstützen meine Kollegen der ENSO NETZ GmbH die Kommunen in allen Belangen rund um die öffentliche Beleuchtung.

Im Rahmen von Dienstleistungen erstellen sie Konzepte zur energetischen Sanierung der Anlagen, prüfen den Einsatz von Fördermitteln, beschaffen das benötigte Material, organisieren den Aufbau beziehungsweise die Umrüstung und übernehmen auf Wunsch die Betriebsführung der gesamten Beleuchtungsanlage.

Natürlich bieten die Lichtexperten neben den Leuchtdioden noch weitere energieeffiziente Lampen an, die die Haushaltskasse bei der Anfangsinvestition etwas mehr schonen. Dazu gehört die gelblich-orange scheinende Natriumdampflampe. Im Vergleich zur LED ist sie in der Beschaffung günstiger, verbraucht aber etwas mehr Strom.

Lichtpark Großenhain
Auf dem Parkplatz der ENSO NETZ GmbH in Großenhain sind verschiedene LED-Leuchten installiert.

Bestimmt kennen Sie das Gefühl, wenn man die Qual der Wahl hat. So geht es auch den Entscheidern in den Kommunen.

Um sie bei der Auswahl der passenden LED-Leuchten noch besser zu beraten, hat die ENSO NETZ GmbH an ihren Standorten in Bautzen und Großenhain Lichtparks errichtet. Dort können die Besucher selbst sehen, wie sich die verschiedenen Modelle besonders durch Lichtfarbe, Lichtverteilung und Beleuchtungsstärke unterscheiden.

Übrigens, wenn es Sie interessiert, wie sich die öffentliche Beleuchtung seit der Erfindung der Gaslaterne entwickelt hat, verweise ich Sie gern auf einen meiner früheren Blog-Beiträge.