Stefan Vetter
Bauingenieur Stefan Vetter von der Sächsischen Energieagentur – SAENA GmbH berät Bauherren zur energetischen Sanierung.

Bis zum Jahr 2050 strebt die Bundesregierung einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand an. Der Energieverbrauch eines Hauses soll dann deutlich niedriger sein als heute. Doch um dies zu erreichen, müsste sich die derzeitige Sanierungsrate mehr als verdoppeln. Gerade für Sachsen stellt das eine große Herausforderung dar, denn der Bestand an unsanierten Altbauten ist in unserem Freistaat besonders hoch.

Zahlreiche Förderprogramme sollen Immobilienbesitzer motivieren, ihre Gebäude energetisch auf Vordermann zu bringen. In unseren Initialberatungen mit Bauherren stelle ich jedoch immer wieder fest, dass viele von ihnen gar nicht wissen, was energetische Sanierung bedeutet und wie diese abläuft.

Was bedeutet „energetische Sanierung“?  

Der Begriff „energetische Sanierung“ wird auch als „energieeffiziente“ oder „energieeinsparende“ Sanierung umschrieben. Der Energieverbrauch des Gebäudes soll durch sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen dauerhaft sinken. Dazu zählen vor allem die Wärmedämmung der Gebäudehülle und die Optimierung der Heizungsanlage, aber zum Beispiel auch der Austausch der Beleuchtung.

Doch nicht jede Maßnahme ist bei allen Gebäuden gleich zweckmäßig. Welche im konkreten Fall am besten geeignet sind, hängt von vielen Faktoren ab. Das Alter und der Zustand des Gebäudes oder der Heizungsanlage spielen ebenso eine Rolle wie die Tatsache, ob ohnehin Renovierungs- oder Reparaturmaßnahmen bevorstehen. Oft lassen sich dadurch Synergien nutzen. Denn bei einer notwendigen Instandhaltungsmaßnahme, wie einer Außenputzreparatur, fallen Kosten für das Gerüst und die Arbeitsleistung für den Putz ebenso an, wie bei einer zusätzlichen Fassadendämmung.

Wärmeverluste über die Gebäudehülle
Über die Gebäudehülle können zahlreiche Wärmeverluste auftreten. Grafik: SAENA

Wenn Sie energetische Sanierungsarbeiten planen, sollten Sie einen externen Sachverständigen hinzuziehen. Dieser führt mit Ihnen eine Bestandsaufnahme des Gebäudes durch und erarbeitet eine individuelle Sanierungsstrategie. Dabei berücksichtigt er aktuelle gesetzliche Anforderungen und Fördermöglichkeiten. Er prüft zudem die fachgerechte Ausführung und ist bei allen wichtigen Abnahmeterminen auf der Baustelle. Diese energetische Baubegleitung bezuschusst die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu 50 Prozent. Qualifizierte sächsische Energieberater sowie Fachunternehmen für hocheffizientes Bauen finden Sie auf unserer Webseite.

Von der Sanierungsstrategie zur Umsetzung  

Nach Abschluss der Planungsphase folgt die praktische Umsetzung. Die Sanierungsarbeiten führen in der Regel Handwerksbetriebe aus der Region durch. Leistungen verschiedener Firmen müssen dabei genau aufeinander abgestimmt sein, um den Aufwand zu minimieren und Fehler zu vermeiden. Bei komplexeren Vorhaben koordiniert daher meist ein Fachmann die unterschiedlichen Arbeiten. Bei knappem Budget können Sie das geplante Sanierungsvorhaben auch auf sinnvolle Teil- bzw. Einzelmaßnahmen aufteilen.

Trotzdem dürfen Sie energetische Sanierungsmaßnahmen nie losgelöst voneinander betrachten. Denn es existieren vielfältige Abhängigkeiten, die in einer Sanierungsstrategie durch den Architekten, Planer oder Energieberater entsprechend berücksichtigt werden müssen. Zum Beispiel erfordert ein besser gedämmtes Haus oftmals auch nur eine kleinere Heizungsanlage. Niedertemperatursysteme, wie Fußboden- oder Wandheizungen, sind sogar nur in gedämmten Gebäuden sinnvoll nutzbar. 

Wanderausstellung „Energetische Sanierung“ der Sächsischen Energieagentur

Wanderausstellung „Energetische Sanierung“
Die Wanderausstellung „Energetische Sanierung“ ist noch bis zum 03. Mai in Rietschen zu sehen. Foto: SAENA

Wenn Sie mehr über energetische Sanierung erfahren wollen, empfehle ich Ihnen unsere Wanderausstellung. Noch bis zum 03. Mai können Sie diese dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr in der Natur- und Touristinformation Erlichthof in Rietschen kostenfrei besichtigen.

Die Ausstellung richtet sich an kleine und große Besucher. Während Erwachsene im oberen Teil der fünf Stelen zahlreiche Informationen rund ums Thema finden, leitet im unteren Bereich ein kleiner Fuchs Kinder durch die Ausstellung. Er bietet den Kleinen verschiedene Möglichkeiten, sich dem Thema Energieeffizienz spielerisch zu nähern.

Weitere Informationen zur Ausstellung und über zukünftige Standorte finden Sie auf der Homepage der Sächsischen Energieagentur – SAENA GmbH.