Plakat Energiesparmeister 2016
Der Energiesparmeister-Wettbewerb zeichnet jedes Jahr das beste Klimaschutzprojekt an Schulen aus. Quelle: co2online

Der Energiesparmeister-Wettbewerb zeichnet seit 2009 jedes Jahr die innovativsten, kreativsten und effizientesten Klimaschutzprojekte an Schulen aus. Unser Unternehmen unterstützt zum dritten Mal in Folge als Pate den Wettbewerb.

Die Schüler des Gymnasiums Brandis bei Leipzig schickten in diesem Jahr gleich sieben Projekte ins Rennen, mit denen sie sich den Titel „Sächsischer Energiesparmeister 2016“ sicherten. Ich stelle Ihnen zwei Projekte aus Brandis und zwei von Schulen aus unserer Region vor, die mir besonders gut gefallen haben.

Gymnasium Brandis

Unter dem neckischen Projektnamen „Ist unsere Schule noch ganz dicht?!“ gingen Anja Labitzke und Max Schäfer dem Energieverlust ihres Schulgebäudes auf den Grund. Für ihre Untersuchungen verwendeten sie eine Wärmebildkamera und die Blower-Door-Methode. Vor allem durch undichte Fenster ging Wärme verloren. Sie wurden mittlerweile erneuert. Aber auch die tropfenden Wasserhähne knöpften sich die Schüler vor. Sie führten Messungen an mehr als 100 Wasserhähnen im Schulgebäude durch und deckten so weitere Sparpotenziale auf.

„Das Potential an der Wurzel packen“ – das dachten sich Lucia Saupe und Jonas Nickl mit ihrem Projekt, welches in Zusammenarbeit mit der Chicorée Sachsen GmbH & Co. KG zustande kam. Bei einem detaillierten Einblick in den Produktionsablauf der Chicoréetreiberei in Klinga bei Leipzig stellten die Schüler fest, dass die Chicoréewurzel bisher nicht verwertet werden kann. Sie hatten die Idee, diese Abfälle als Substrat für Biogasanlagen zu verwenden.

Chicoree Biomethangasanlage
Lucia Saupe und Jonas Nickl waren mit ihrem Projekt auch bei Jugend forscht erfolgreich. Foto: Jugend forscht

Mit Unterstützung des Biomasseforschungszentrums haben die beiden Erstaunliches herausgefunden: Der Methangehalt aus Chicorée ist weitaus höher als aus anderen Substraten. Deshalb eignet sich die Wurzel besonders gut für die Biogasproduktion. Die Chicoréetreiberei kann ihre hohen Entsorgungskosten zukünftig einsparen und das Abfallprodukt an Biogasanlagenbetreiber verkaufen.

Mit ihrem Projekt haben die Schüler dieses Jahr bereits erfolgreich bei „Jugend forscht“ teilgenommen. Sie erlangten neben einem dritten Platz im Landeswettbewerb Leipzig einen hochdotierten Sonderpreis „Klimaschutz“, gestiftet vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Die Schüler aus Brandis haben nun die Chance, „Energiesparmeister Gold“ zu werden und damit nicht nur den Bundessieg, sondern auch ein zusätzliches Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro zu gewinnen. Die Entscheidung, wer den Titel holt, treffen die Internetnutzer in einer Online-Abstimmung. Ich habe bereits für das Gymnasium Brandis gevotet. Geben auch Sie den Sachsen bis zum 3. Juli 2016 Ihre Stimme unter www.energiesparmeister.de!

Die Preisverleihung findet am 8. Juli 2016 im Rahmen der Jugendmesse YOU in Berlin statt.

Übrigens: Der diesjährige Wettbewerb verzeichnet Rekordzahlen. Insgesamt beteiligten sich mehr als 32.000 Schüler aus 297 Schulen des gesamten Bundesgebietes am Wettbewerb. Das sind 54 Schulen mehr als im Vorjahr. Aus Sachsen traten insgesamt 1.250 Schüler aus 15 Schulen an. Zwei der Projekte stammen aus Ostsachen.

Park-Oberschule Zittau

Seit 2011 hängt im Schulflur der Park-Oberschule eine Tafel, die den Strom- und Wärmeverbrauch des Gebäudes veranschaulicht. Sie erinnert die Schüler immer wieder an den sorgsamen Umgang mit Energie. Schon die einfachsten Mittel, wie Lichtausschalten beim Verlassen des Raumes oder Abdrehen der Heizung beim Lüften, helfen beim Energiesparen.

Mit Hilfe dieser Maßnahmen hat sich der Energieverbrauch der Schule seit 2012 kontinuierlich reduziert. Um den Schülern auch das Thema der Erneuerbaren Energien näherzubringen, besuchten Sie beispielsweise unsere Biogasanlage in Zittau in der aus Mais, Gras und anderen Grünpflanzen – vielleicht auch bald aus Chicoréewurzeln 😉 – Biomethan hergestellt wird.

Schiller-Gymnasium Bautzen

Verkehrsspiegel
Robin Henke mit seiner Entwicklung: der Verkehrsspiegel, der nicht mehr beschlägt. Foto: Jugend forscht

In einer Arbeitsgemeinschaft am Schiller-Gymnasium Bautzen beschäftigen sich einige Schüler mit der Aufarbeitung und Wiederverwertung von ausrangierten Gegenständen und Materialien. Sie wollen erfinderisch tätig sein und neue Technologien entwickeln, die entweder auf erneuerbaren Energien oder auf dem Upcycling-Gedanken basieren.

So entstanden zum Beispiel ein solarbeheizter Verkehrsspiegel, der nicht beschlägt oder eine solarangetriebene Schneidemaschine für Styropor, die die Schule zum Beispiel im Werkunterricht einsetzt.

Alle Aktivitäten werden mithilfe des Schülervereins ZUSEUM e.V. realisiert, der die Schüler in der technischen Umsetzung und mit Materialien unterstützt.

Vielleicht kam Ihnen beim Lesen eine Schule, die fleißig Energie spart oder es plant, in den Sinn? Dann empfehlen Sie den Schulen den Energiesparmeister-Wettbewerb 2017!

Und jetzt erst einmal viel Spaß beim Online-Voting!