genialsozial ENSO
Unsere vier Helfer in der ENSO-Hauptverwaltung und ich: Niclas, Ben, William und Leon (v.l.n.r.).

Seit 2005 findet jährlich am letzten Dienstag vor den Sommerferien „genialsozial – Deine Arbeit gegen Armut“ statt. Schülerinnen und Schüler tauschen an diesem Tag die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz. Der Lohn, den sie dabei verdienen, kommt sozialen Projekten zu Gute.

Das finden auch wir genial und unterstützen die größte sächsische Jugendsolidaritätsaktion, welche unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Stanislaw Tillich steht. Zwei Schüler unterstützten uns im Regionalbereich Bautzen und vier in unserer Hauptverwaltung in Dresden.

Die Idee zu einem solchen Tag entstand schon 1964 in Norwegen unter dem Namen Operasjon Dagsverk („Aktion Tageslohn“). Inzwischen gibt es solche Projekte unter verschiedenen Bezeichnungen in mehreren Ländern Europas. In Sachsen fand der Aktionstag in diesem Schuljahr bereits zum 12. Mal statt.

Für einen Stundenlohn verrichteten Schülerinnen und Schüler am 21.06.2016 Hilfstätigkeiten, die im Alltagsgeschäft liegen geblieben sind. Arbeitgeber kann jeder sein – von der Privatperson über Vereine bis hin zu Unternehmen. Die Art der Arbeit spielt keine Rolle. Die Schüler können ein Büro entstauben, den Zaun vom Nachbarn streichen oder in unserem Unternehmen aushelfen, so wie William und Leon vom Vitzthum Gymnasium Dresden.

genialsozial Leon und William
Leon und William falten Einlegemappen für die Kundenkommunikation.

Die beiden Achtklässler nahmen bereits letztes Jahr an genialsozial teil. Sie verrichteten auf dem Sportplatz ihres Sportvereins Hausmeisterarbeiten.

Bei uns waren sie im Marketing/Vertrieb eingesetzt und falteten Einlegemappen, die wir für die Kommunikation mit Kunden nutzen. Ein Teil ihres Lohns kommt dem Sonnenstrahl e.V., einem Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche in Dresden, zugute.

Auch Niclas und Ben haben uns tatkräftig unterstützt. Während Niclas von der Dr. Salvador Allende Oberschule in Bautzen Excel-Tabellen pflegte und Kopierarbeiten erledigte, räumte Ben von der Oberschule „Am Marienschacht“ in Bannewitz unser CD-Fotoarchiv auf. Besonders überrascht war ich, als der Siebtklässler mir erzählte, dass der Großteil seiner Mitschüler an diesem Tag das Sea Life in Berlin besucht. Doch Ben entschied sich für die Solidaritätsaktion.

Ben räumt unsere CD-Fotosammlung auf
Ben räumt unsere CD-Fotosammlung auf.

Insgesamt beteiligten sich in ganz Sachsen rund 270 Schulen mit mehr als 29.000 Schülerinnen und Schülern. Neben der Unterstützung für soziale Projekte eignet sich dieser Tag für junge Leute auch, um mal in die Berufswelt reinzuschnuppern. „Unsere“ vier versicherten mir jedenfalls, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen.

Um an genialsozial teilnehmen zu können, müssen sich die Schulen bei der Aktion anmelden. Danach gehen die Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse selbstständig auf Arbeitsplatzsuche. Auch die Klassenstufen fünf und sechs können mit von der Partie sein. Für sie eignet sich der Tag als Gruppenaktion mit Aufsichtsperson. Ob alle Schülerinnen und Schüler mitmachen oder nur einzelne Klassen, bestimmen die Schulen selbst.