Wasserkraftwerk Malter hinter der Staumauer
Seit 1914 erzeugt das Wasserkraftwerk Malter umweltfreundlichen Strom.

Wenn ich den Namen Malter höre, denke ich sofort an mein Lieblings-Eis-Café. Oftmals ist die Talsperre Malter Ausgangspunkt für unsere Familienausflüge. Bei schönem Sommerwetter gehen wir gern im Stausee baden. Ist es dafür zu kalt, machen wir einen Ausflug in das Freizeitbad oder den Kletterpark Paulsdorf. Anschließend gönnen wir uns meistens einen extra großen Eisbecher im Eiscafé Pinguin.

Doch die Talsperre Malter bietet nicht nur Möglichkeiten zur Erholung oder für sportliche Aktivitäten. In erster Linie soll sie den Lauf der Roten Weißeritz regeln, um Schäden durch Hochwasser zu vermeiden. Das abfließende Wasser nutzt unser Unternehmen, um regenerativen Strom zu erzeugen. Am Fuß der Staumauer befindet sich unser Wasserkraftwerk (WKW) Malter, das seit 1914 in Betrieb ist.

Mit einem maximalen Durchfluss von 3,3 Kubikmeter pro Sekunde gelangt das Wasser aus der Talsperre über eine Druckrohrleitung zu den Turbinen. Die zwei Francisspiralturbinen haben jeweils eine Leistung von 300 Kilowatt. Sie erzeugen genug Strom, um 480 Dreipersonenhaushalte im Jahr zu versorgen. 1913 errichtet, leisten die Turbinen noch immer zuverlässig ihren Dienst.

Funktionsprinzip des Wasserkraftwerks Malter
Funktionsprinzip des Wasserkraftwerks Malter

1993 bekam das Wasserkraftwerk eine neue Turbinenregelung und Leittechnik, seitdem kann sich die Anlage bei Problemen selbständig vom Netz trennen.

2014 haben meine Kollegen das Wasserkraftwerk weiter modernisiert. Unter anderem bekamen die Turbinen neue Absperrventile und die Generatoren wurden ausgetauscht. Dank der modernen Leittechnik erfolgt der Anlagenbetrieb mittlerweile vollautomatisch. Von der zentralen Leitwarte in Tharandt können meine Kollegen die Daten der Anlage einsehen und diese auch von dort steuern.

Das WKW Malter ist eines von drei Speicherkraftwerken, das wir entlang der Roten und Wilden Weißeritz betreiben. Wie bereits der Name verrät, wird das Flusswasser angestaut und zwischengespeichert. Das Fassungsvermögen des Stausees beträgt rund neun Millionen Kubikmeter. Die Wasseroberfläche misst ungefähr 84 Hektar, was einer Fläche von mehr als einhundert Fußballfeldern entspricht.

Staumauer der Taalsperre Malter
Die Gewichtsstaumauer der Talsperre Malter sorgt durch ihr Eigengewicht für die notwendige Standsicherheit.

Besonders beeindruckend finde ich die Staumauer. Erbaut wurde sie von 1908 bis 1913 und ist 34 Meter hoch, 6 Meter breit und 193 Meter lang. Sie besteht aus Bruchstein. Die Besonderheit dieser Gewichtsstaumauern ist, dass ihr Eigengewicht – ohne zusätzliche Verankerungen – für die entsprechende Standsicherheit sorgt.

Schon als Kind habe ich zusammen mit meinen Freunden versucht, das Wasser des kleinen Flusses Priesnitz anzustauen. Dazu haben wir Steine, Holz und andere Materialien, die uns zur Verfügung standen, so gestapelt, dass das Wasser nicht hindurch kam. Aber im Gegensatz zur Staumauer der Talsperre Malter, die schon seit über 100 Jahren existiert, war unser Damm bereits am nächsten Tag wieder verschwunden. Die Energie des Wassers, auch bei einem so kleinen Fluss, haben wir als Kinder unterschätzt. Sie erstaunt mich noch heute.