Blitzeinschlag hinter einem Haus
Nicht nur Blitze können einem Haus bei Unwetter gefährlich werden. Quelle: impressed-media.de/pixelio.de

Bestimmt kennen Sie das auch: Am Horizont ziehen dunkle Wolken auf, der Wind nimmt zu und ein dumpfes Grollen kündigt ein Sommergewitter an. Nun heißt es schnell noch die Wäsche abnehmen, die Gartenmöbel in Schutz bringen und das Haus auf das Wetterereignis vorbereiten.

Doch was heißt es, das Haus auf ein Unwetter vorzubereiten? Was schützt wirklich vor möglichen Schäden durch Gewitter?

Der Reihe nach. Das Wetterphänomen hat viele Bestandteile, die einem Gebäude gefährlich werden können. Die größte Aufmerksamkeit während eines Gewitters gilt Blitz und Donner. Wesentlich mehr Personen- und Sachschäden entstehen durch die Begleiterscheinungen wie Sturm, Regen oder Hagel.

Der Blitz ist hell, laut, heiß und hat eine hohe Leistung. Da er aber nur einen Bruchteil einer Sekunde wirkt, ist die übertragene Energie gering. Ausführlicher hat das unser Gastautor Prof. Dr.-Ing. Steffen Großmann von der Technische Universität Dresden in seinem Blogbeitrag erklärt.

Zurück zu meinem Haus. Es steht seit 1929 auf einer Erhöhung südlich von Dresden. Wer sich die Karte mit den Blitzeinschlägen zwischen 1999 und 2011 ansieht, erkennt, dass sie in diesem Gebiet besonders häufig vorkommen.

Deutschlandkarte mit Blitzdichte von 1999 bis 2011
Südlich von Dresden schlagen besonders viele Blitze ein. Quelle: Siemens

Genaue Daten, wann und wo es in den letzten Jahren gekracht hat, liefert Ihnen der Dienst BLIDS der Firma Siemens. Ich kann mich noch sehr gut an einige heftige Gewitter der letzten 20 Jahre erinnern.

Zum Glück ist in unser Haus noch nie ein Blitz eingeschlagen, denn einen äußeren Blitzschutz hat es nicht. Den kennen Sie sicher als Blitzableiter, der im Wesentlichen aus drei Bausteinen besteht:

  • der Fangleitung
  • der Ableitung und
  • dem Ringerder.

Wo und wie Blitzschutzanlagen in Deutschland errichtet werden müssen, regelt die DIN-Norm EN 62305. Privatgenutzte Einfamilienhäuser, wie unseres, sind in der Regel nicht verpflichtet, Blitzschutzanlagen zu installieren. Auflagen können nur durch den Versicherer kommen, der solche Systeme im Rahmen der Schadensbegrenzung oder -vorbeugung vorschreibt.

Neben dem sichtbaren, äußeren Blitzschutz sollten Sie auch bedenken, dass es zu Überspannungen durch Blitzeinschläge ins Elektrizitätsnetz kommen kann. Um sich vor möglichen Schäden zu schützen, können Sie eine „Überspannungsschutzeinrichtung“, den sogenannten „inneren Blitzschutz“, installieren.

Die Schutzeinrichtungen können jederzeit am und im Gebäude errichtet werden. Meist werden sie beim Neubau oder bei der Sanierung mit installiert, da der bauliche Aufwand erheblich ist.

Hagelkörner auf einer Wiese
Sturm oder Hagel richten bei einem Unwetter meist mehr Schaden an, als Blitzeinschläge. Quelle: Ivi/pixelio.de

Ein Tipp für den ambitionierten Hobbyhandwerker: Der Bau von Blitzschutzanlagen ist eine Profiaufgabe, also Finger weg. Eine falsch montierte oder nicht fachgerecht aufgebaute Anlage kann mehr Schäden anrichten, als gar keine Blitzschutzanlage zu haben.

Der Wermutstropfen: Eine komplette Blitzschutzanlage kann schnell mehrere tausend Euro kosten. Auch vor dem Hintergrund habe ich mich gefragt, lohnt sich der Aufwand?

Meine persönliche Meinung: Nein. Schäden durch Begleiterscheinungen von Gewittern, wie Sturm, Regen und Hagel sind aus meiner Sicht wahrscheinlicher. Davor können Sie sich bereits mit einfachen Maßnahmen schützen:

  • Schließen Sie alle Fenster und Türen im Haus, wenn ein Gewitter aufzieht.
  • Verstauen Sie ungesicherte Gegenstände, wie Blumenkübel oder Gartenmöbel, an sicheren Orten.
  • Trennen Sie alle elektrischen Geräte vom Stromnetz – Stecker raus!
  • Legen Sie eine funktionierende Taschenlampe griffbereit.
  • Nehmen Sie bitte Ihre Haustiere, wenn möglich, mit in den Schutz des Hauses.

Noch ein Tipp: Es ist von großem Vorteil, wenn Sie wissen, wo sich die wichtigsten persönlichen Papiere im Haus befinden. Sollte es doch mal zum Einschlag kommen, besteht vor allem Gefahr durch Feuer. Unter Umständen müssen Sie schnell handeln und sich in Sicherheit bringen. Gut, wenn Sie dann die wichtigsten Dokumente griffbereit haben.

Fazit: Wenn Sie ein Haus haben, sollten Sie sich auch mit dem Thema Blitzschutz beschäftigen. Schauen Sie sich in Ihrer Umgebung um. Fragen Sie Ihre Nachbarn, die schon länger in der Gegend leben, ob es häufiger Blitzeinschläge gegeben hat. Sollten Sie sich für eine Schutzeinrichtung entscheiden, dann lassen Sie die gesamte Anlage von einem Fachmann aufbauen. Das gilt sowohl für den äußeren, als auch für den inneren Blitzschutz.