Clemens Lehmann
Deutschlandstipendiat Clemens Lehmann schreibt seine Abschlussarbeit bei ENSO.

Seit einigen Jahren gehört ENSO zu den Unternehmen, die die Initiative Deutschlandstipendium unterstützen.

Ein monatlicher Zuschuss in Höhe von 300 Euro kommt Studierenden zugute, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt.

Dabei steuert der Bund 150 Euro bei, den Rest tragen Unternehmen, Verbände oder private Stifter. ENSO fördert Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden sowie der Technischen Universität Dresden.

Der 27-jährige Clemens Lehmann erhielt von Oktober vorigen Jahres bis September diesen Jahres von uns eine Förderung. Im Anschluss an sein Praktikum schreibt er nun seine Abschlussarbeit bei ENSO. Ich habe mit ihm über sein Studium und seine Pläne gesprochen.

Hallo Clemens, danke, dass du dir Zeit für den ENSO-Blog nimmst. Was studierst du?
Wirtschaftsingenieurwesen (Bachelor) mit dem Schwerpunkt Energietechnik an der HTW.

Wie bist du auf das Deutschlandstipendium aufmerksam geworden?
Relativ kurzfristig – ein Kumpel hatte mir davon erzählt. Später legte mir meine Professorin ans Herz, mich zu bewerben.

Grafik-Deutschlandstipendium

Was wird bei der Bewerbung verlangt?
Sie erfolgt über ein Online-Portal. Gefordert sind ein tabellarischer Lebenslauf, ein Motivationsschreiben und Zeugnisse. Was zählt, sind sehr gute Studienleistungen, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, oder das Vermögen, Hindernisse im eigenen Lebens- und Bildungsweg erfolgreich zu meistern.

Bei mir hat es zum Beispiel im ersten Anlauf mit dem Abitur nicht geklappt. Ich bin erst später den Weg übers Fachabitur gegangen, damit ich studieren konnte.

Wie wichtig ist das Stipendium für dich?
Ziemlich wichtig! So musste ich nicht mehr nebenbei arbeiten gehen und konnte mich voll und ganz auf das Studium konzentrieren. Vorher habe ich ein Jahr lang als Werkstudent bei einem Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnologie gearbeitet.

Die Aufgabe, die ich dort übernahm, passte allerdings nicht so gut zu mir. Das war dann für mich auch der Knackpunkt, mich für ein Stipendium zu bewerben. Das Deutschlandstipendium bietet den großen Vorteil, dass ich als Student Kontakt zu einem Unternehmen bekomme. Somit kann ich viele praktische Erfahrungen sammeln und die gelernte Theorie anwenden. Deswegen habe ich mich dafür entschieden.

Urkundenübergabe
HTW-Rektor Roland Stenzel (li.) und Prof. Ralph Sonntag (re.) überreichten die Urkunden. Foto: HTW Dresden

Wie kam der Kontakt zu ENSO zustande? Was ist seither passiert?
Die HTW informierte mich darüber, dass ENSO mein Förderer ist. Daraufhin habe ich per E-Mail Kontakt zum Unternehmen aufgenommen.

Zur Urkundenübergabe des Deutschlandstipendiums war Sven Kretzschmar aus der Personalabteilung anwesend. Mit ihm bin ich ins Gespräch gekommen.

Dabei weckte er bei mir das Interesse an einem Praktikum bei ENSO. Im Frühjahr 2016 habe ich mich dann dafür beworben.

Warum sollte es ein Praktikum bei der Netzgesellschaft der ENSO sein?
Strom  wird immer gebraucht. Dafür benötigt man ein Netz, das verlegt und instand gehalten werden muss. Zu erfahren, was alles dazu gehört, finde ich sehr spannend.

Ich kann von meinen Kollegen sehr viel lernen. Die Praxiskenntnisse nehme ich anschließend mit in mein Masterstudium.

Wie lief dein Praktikum ab? Wo kamst du zum Einsatz? Was waren deine Aufgaben?
Zunächst habe ich ein zwölfwöchiges Praktikum in der Abteilung Netzvertrieb absolviert. Dort kam ich ins Sachgebiet Einspeiser, das für den Anschluss von Erneuerbare-Energien-Anlagen ans Netz zuständig ist.

Zu Beginn setzte ich mich erst einmal mit der gesetzlichen Grundlage, dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, auseinander. Später gestaltete ich Preisblätter für alle Strom- und Gastarife und bereitete diese für die Veröffentlichung vor.

Am Ende meines Praktikums unterstütze ich die Kollegen bei der Berechnung der Hochlastzeiten im Stromnetz. Das sind Zeiten, in denen viel Strom benötigt wird, und das Stromnetz sehr belastet ist.

Wie sich die Stromeinspeisung einer Solaranlage berechnen lässt, ist Thema der Abschlussarbeit.

Womit beschäftigst du dich in deiner Abschlussarbeit?
Das Thema lautet „Erstellung und Reflektion von tagesparametrischen Einspeiseprofilen für Solarstromanlagen anhand der Novellierung der Erneuerbare-Energien-Gesetzes“. Spannend, oder? 😉

Ziel ist es, ein Programm zur Berechnung der Stromeinspeisung einer Solarstromanlage zu erstellen. Aktuell kann die erwirtschaftete Energiemenge im Verlauf eines Tages noch nicht für die Buchhaltung bilanziert werden. Bisher wird immer nur ein Mittelwert verbucht, der aus einem Zeitraum x gewonnen wird. Diese Methode ist aber nicht sehr genau.

Nach erfolgreichem Abschluss meiner Bachelorarbeit wird es möglich sein, die erzeugte Energiemenge einer beliebigen Solarstromanlage im ENSO-Gebiet zu prognostizieren und der Buchhaltung genauere Werte für die Bilanzierung zu liefern.

Motorradfahrer
In seiner Freizeit ist Clemens Lehmann gern mit dem Motorrad unterwegs. Foto: privat

Was machst du in deiner Freizeit?
Ich engagiere mich ehrenamtlich im katholischen Sozialverband „Kolpingwerk “. Dabei vertrete ich die Jugendlichen und ihre Belange gegenüber dem Verband und den Ortsgruppen, bin für die Abrechnung von Veranstaltungen zuständig und beantrage Fördermittel für administrative Aufgaben.

Unser letzter Ausflug im August führte unsere zehnköpfige Gruppe in die Sächsische Schweiz zu einem Wander-Wochenende. Für den körperlichen Ausgleich betreibe ich Kraft- und Ausdauersport. Auch Wandern und Motorradfahren begeistern mich.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?
Mein Ziel ist es, den Bachelor mit einem Notendurchschnitt unter 2,0 abzuschließen. Danach will ich noch den Master ablegen.

Für das Deutschlandstipendium bewerbe ich mich dann auch wieder. Das kann man so oft man will, solange die Regelstudienzeit nicht überschritten wird.

Mein größter Wunsch heißt, in der Region zu bleiben. ENSO ist ein Arbeitgeber, bei dem ich nach dem Studium gern anfangen würde. Ich werde mich auf jeden Fall bewerben!