Kindersicherung für Steckdosen im Elektrofachmarkt
Als werdende Mama macht Stephanie Springer ihre Wohnung gerade kindersicher. Dazu gehören auch Abdeckungen für Steckdosen.

Es ist alarmierend, was ich da so lese – bei knapp der Hälfte aller Unfälle in Haus und Garten sind kleine Kinder unter sechs Jahren betroffen. Bei den Ein- bis Zweijährigen gehen sogar 85 Prozent der behandlungsbedürftigen Verletzungen auf einen Haushaltsunfall zurück.

Ein großer Teil dieser Unfälle ließe sich vermeiden, wenn sich Eltern etwas Zeit nehmen würden, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Als werdende Mama habe ich meine Baby-Checkliste sofort um den Punkt „kindersichere Wohnung“ erweitert. Selbst wenn mich tausend andere Fragen gerade brennender interessieren – zum Beispiel nach dem richtigen Kinderwagen. Aber was bringt ein perfekter Kinderwagen, wenn zu Hause so viele Gefahrenquellen für neugierige Kinderhände lauern? Dort verbringen wir schließlich die meiste Zeit.

Doch wo fange ich an und wie gehe ich am besten vor? Ein einfacher Tipp ist mir bei meiner Recherche im Kopf hängen geblieben: zu Hause auf den Fußboden legen, die Welt aus der Perspektive eines Kindes wahrnehmen und überlegen, was für sie interessant wäre.

Insbesondere Kabel und Steckdosen scheinen auf Kinder eine gewisse Faszination auszuüben. Deshalb sollten Sie Kabel entweder hochhängen oder so gut wie möglich verstecken. Dafür bieten sich beispielsweise Kabelkanäle oder –schellen an, die Sie an die Wand montieren und anschließend die Kabel darin verlegen.

Kindersicherung in einer Steckdose
Abdeckungen verhindern, dass Kinder Finger oder Gegenstände in die Kontaktöffnungen der Steckdosen stecken können.

Steckdosen können Sie am besten mit einem Einsatz vor Kinderhänden schützen. Sie verschließen die Kontaktöffnungen, damit die Kleinen keine dünnen oder spitzen Gegenstände hineinstecken können. Diese Abdeckungen gibt es zum Kleben oder Schrauben. Sie kosten nur wenige Euro, gewährleisten eine hohe Sicherheit und halten lange.

Die Schraubvariante können Sie bei einer Renovierung leichter entfernen. Beide Lösungen eignen sich aus meiner Sicht besonders gut für Mietwohnungen. Die Produkte finden Sie in Elektrofachmärkten, Spielzeuggeschäften oder Baumärkten.

Vor Stromschlägen schützt auch ein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schutzschalter), der in den Sicherungskasten eingebaut und verkabelt wird. Er überwacht die Stromstärke in einem Stromkreis, die zu elektrischen Geräten hin und zurück fließt.

Berührt ein Mensch zum Beispiel ein ungenügend isoliertes Gerät, fließt durch seinen Körper Strom zur Erde. Der FI-Schutzschalter erkennt diese Differenz zwischen zu- und abfließendem Strom und unterbricht den Stromkreis blitzschnell.

FI-Schutzschalter
Ein FI-Schutzschalter unterbricht bei einem Fehlerstrom den Stromkreis.

Bei neu eingebauten Steckdosen-Stromkreisen ist der Schalter seit Februar 2009 Pflicht, zum Nachrüsten bei Altanlagen sind Sie aber nicht verpflichtet. Eine Überlegung ist es trotzdem wert, weil keine neuen Leitungen verlegt, weder gebohrt noch Wände aufgestemmt werden müssen.

Die Installation erledigt ein Elektrofachmann in kurzer Zeit. Bei einer Eigentumswohnung oder einem Haus ist das eine tolle Sache, wie ich finde.

Eine weitere Gefahrenquelle sind Stehlampen beziehungsweise Lichtquellen, die für eine gemütliche Atmosphäre sorgen sollen. So heimelig es auch ist – für die Zeit, in der Kinder auf Entdeckungsreise sind, nehme ich Abschied von solchen Wohnaccessoires. Oder ich verändere zumindest ihre Lage in eine höhere, für Kinderhände unerreichbare Ebene, wie zum Beispiel Wandregale. Um herumhängende Kabel zu vermeiden, eignen sich auch Geräte mit batteriebetriebenen LED-Lichtern.

Auch Gefahren in der Küche sollten Sie nicht unterschätzen. Schon wenn ich an den Pürierstab und den Messerblock denke, wird mir gleich ganz anders. Machen Sie Kindern von Anfang an klar, dass die Küche kein Spielplatz ist. Hier empfiehlt sich ein abgegrenzter Bereich, in dem sich die Kleinen aufhalten dürfen. Diesen können Sie zum Beispiel durch ein Laufgitter oder eine Unterlage kennzeichnen.

Kleinkind am Herd
Hat der Herd eine Kindersicherung, können die Kleinen ihn nicht unbemerkt einschalten.

Kindersicherungen beziehungsweise Verschließmechanismen an Herd, Schubladen und Schränken, in denen elektrische Geräte, scharfe Gegenstände, Medikamente und/oder Reinigungsmittel aufbewahrt werden, sind aus meiner Sicht unumgänglich.

Bringen Sie außerdem Kletterhilfen außer Sichtweite, damit die Herdplatte und andere elektrische Geräte für neugierige Kinderhände unerreichbar bleiben. Moderne Herde verfügen häufig über eine Kindersicherung. Sie verhindert, dass die Kleinen den Herd unbemerkt einschalten können.

Nach meiner Recherche komme ich zu folgender Erkenntnis: Vorbereitet sein ist wichtig. Denn letztlich folgen Kinder neben dem elterlichen Ratschlag auch dem, was die Eltern vorleben. Das geht nur mit Vorbereitung, um ein Bewusstsein für das Thema zu entwickeln und die Welt aus den Augen eines Kindes zu betrachten.