Holger Pietsch in Tokio vor dem Kaiserpalast
Meistens fotografiert er selbst – hier ist Lagerleiter Holger Pietsch in Tokio vor dem Kaiserpalast zu sehen. Foto: privat

Seit 20 Jahren geht Holger Pietsch bei ENSO ein und aus. Der Auszubildende von einst betreut als Ausbildungsbeauftragter inzwischen selbst den beruflichen Nachwuchs.

Zur Arbeit pendelt der Dresdner täglich nach Kesselsdorf. Die Ortschaft gehört zur Kleinstadt Wilsdruff (Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge), westlich von Dresden gelegen.

Als Chef im Zentrallager behält er dort in einem ziemlich jungen Team den Überblick über die Schichtpläne von 14 Mitarbeitern und rund 10.000 Artikel.

Der Hobbyfotograf verreist gern mit seiner Familie und interessiert sich für Körpersprache und die Börse.

Name: Holger Pietsch
Wohnort: Dresden
Alter: 36
Arbeitsaufgabe: Lagerleiter

Was wollten Sie als Kind werden?

Nahe Verwandte von mir sind gehörlos. Daher war es lange Zeit mein Wunsch, Gebärdendolmetscher zu werden. Später entdeckte ich mein Interesse an Zahlen und der Wirtschaft. Deshalb habe ich mich dann doch anders entschieden.

Wie sind Sie zu ENSO gekommen?

Nach meinem Schulabschluss 1997 absolvierte ich eine Lehre bei ENSO als Fachkraft für Lagerlogistik. Ich konnte diese sehr erfolgreich abschließen und hatte das Glück, in wirtschaftlich nicht einfachen Zeiten unbefristet übernommen zu werden. In den folgenden Jahren durchlief ich verschiedene Abteilungen im Zentrallager Kesselsdorf und wurde Prüfer bei der Industrie- und Handelskammer Dresden.

An der Sächsischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Dresden absolvierte ich ein Abendstudium in Betriebswirtschaftslehre. Seit 2009 bin ich Lagerleiter.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Meinen Dienst beginne ich gegen 7:30 Uhr. Zunächst informiere ich mich in den Bereichen Warenausgang und Kommissionierung über den Arbeitsstand. Unsere Aufgabe ist es, die richtige Ware zur richtigen Zeit auszuliefern. Immerhin haben wir rund 10.000 Artikel im Bestand.

Im Anschluss überprüfe ich im Lagerverwaltungssystem, wie weit wir bei der Auftragsbearbeitung sind. Außerdem stelle ich den Schichtplan auf, organisiere bei Krankheit oder Urlaub die Vertretungen und kümmere mich um die aktuellen Projekte.

Organisationstalent und ein kollegialer Umgang mit meinen 14 Mitarbeitern sind in meiner Funktion am wichtigsten.

Was bereitet Ihnen bei Ihrem Job am meisten Freude?

Die Abwechslung – ich kann nie sagen, was als nächstes passiert. Ständig gibt es neue Artikel, Verarbeitungsmöglichkeiten oder Vorschriften von Herstellern.

Mit meinen Kollegen arbeite ich sehr gerne zusammen. Wir sind ein ziemlich junges Team. Jeder kann sich auf den anderen verlassen. Das motiviert uns alle. Deshalb haben wir bisher auch für jedes Problem eine Lösung gefunden.

Es kommt schon mal vor, dass wir Schräubchen zählen müssen. Aber unser Aufgabenspektrum ist sehr breit, und natürlich arbeiten wir heute auch viel am Computer.

Wobei können Sie am besten entspannen?

Meine Familie gibt mir Kraft und Energie. Sehr gern fahre ich in den Urlaub. Je weiter weg, desto besser. Dann fotografiere ich auch mit Begeisterung.

Ich interessiere mich für Börse, Politik und Wirtschaft, lese öfter mal ein Buch und verbringe gern Zeit beim Grillen. Darüber hinaus fasziniert mich das Thema Körpersprache und deren Analyse.