moderne Heizkörperventile
Mit modernen Heizkörperventilen lassen sich die notwendigen Heizungswasser-Durchflüsse exakt einstellen. Foto: ZVSHK

Kommt Ihnen das bekannt vor? Egal, wie weit Sie die Thermostate an Ihren Heizkörper aufdrehen, der eine wird nur lauwarm, der andere glüht. Dazu kommen Rauschen oder Gluckern in den Rohrleitungen. Das ist nicht nur ungemütlich, sondern sorgt auch für einen hohen Energieverbrauch.

Der Grund dafür: Das Wasser im Heizungskreislauf sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstandes. In einem verzweigten Netz von kurzen, langen, dicken und dünnen Rohren können die einzelnen Heizkörper im Haus deshalb ungleichmäßig warm werden.

Während der erste Heizkörper nach dem Heizkessel mit sehr viel Wärme versorgt wird, bekommt der am weitesten entfernte nur wenig davon ab. Die gewünschte Raumtemperatur wird so nicht überall erreicht. Abhilfe schafft ein hydraulischer Abgleich durch einen Heizungsfachmann. Ich erkläre Ihnen, was sich dahinter verbirgt.

Abgleich in drei Schritten: Eine Sache für den Fachmann

Bei einem hydraulischen Abgleich geht es darum, das warme Wasser im Heizungssystem gleichmäßig zu verteilen. Hierzu ermittelt der speziell geschulte Heizungsfachmann zunächst den Wärmebedarf in jedem Raum. Dabei berücksichtigt er zum Beispiel die Zimmergröße, die Dämmung der Außenwände und die Fensterflächen.

Anschließend berechnet er mit einem Computerprogramm die notwendige Heizwassermenge und die richtige Leistung der Umwälzpumpe. Anhand dieser Werte stellt er die Thermostatventile an jedem Heizkörper für den optimalen Wasserdurchfluss ein.

So erhält jeder Heizkörper genau die Wärme, die er benötigt, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. An der Heizungsbedienung ändert sich dadurch nichts.

Je nach Heizungsanlage können Sie durch diese Maßnahme zwischen 5 und 20 Prozent Energiekosten im Jahr einsparen und Ihren Wohnkomfort spürbar verbessern.

Infografik hydraulischer Abgleich

Zuschuss vom Staat

Der hydraulische Abgleich in Bestandsgebäuden wird seit August vergangenen Jahres vom Staat gefördert. Der Zuschuss beträgt 30 Prozent der Nettokosten. Den Antrag müssen Sie vorher beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen. Nachdem der Installateur den hydraulischen Abgleich bei Ihnen durchgeführt hat, können Sie die Rechnung dort einreichen.

Wenn in Ihrer Heizungsanlage bereits eine passende Pumpe installiert ist und Ihre Heizkörper voreinstellbare Thermostatventile haben, kostet der hydraulische Abgleich für ein Einfamilienhaus ab 500 Euro. Darin sind alle oben beschriebenen Dienstleistungen des Fachmanns enthalten. Mit einer BAFA-Förderung reduzieren sich diese Kosten um 150 Euro oder mehr. Ein hydraulischer Abgleich rechnet sich in diesem Fall oft bereits nach zwei Jahren.

Muss der Heizungsinstallateur voreinstellbare Thermostatventile nachrüsten, fallen für ein Einfamilienhaus zusätzliche Kosten ab 600 Euro an. Davon müssen Sie mindestens 420 Euro selbst tragen, wenn Sie das Förderprogramm der BAFA in Anspruch nehmen. Nach etwa vier Jahren hat sich die Maßnahme rentiert.

Heizungsfachmann kontrolliert die Umwälzpumpe
Alte Heizungspumpen verbrauchen deutlich mehr Strom als moderne. Foto: ZVSHK

Am teuersten ist der hydraulische Abgleich, wenn der Heizungsfachmann Ihre alte oder überdimensionierte Umwälzpumpe austauschen muss. Da diese Pumpen mit einer hohen Leistung arbeiten und sehr viel Strom verbrauchen, ist der Wechsel sinnvoll. Neben Heizkosten sparen Sie dadurch künftig auch Strom.

Der hydraulische Abgleich und der Einbau der neuen Hocheffizienzpumpe kosten ab 950 Euro. Ein BAFA-Zuschuss ist demnach 285 Euro oder höher. Diese Investitionen haben Sie nach ungefähr dreieinhalb Jahren wieder eingespart.

Wollen Sie sich zum hydraulischen Abgleich beraten oder einen durchführen lassen? Dann fragen Sie einen unserer Energiepartner. Über unsere Suchfunktion auf www.enso.de finden Sie den passenden Ansprechpartner in Ihrer Region.