Junge bekommt beim Spielen Wasserspritzer ins Gesicht
Spielen und Lernen mit Wasser – am Strömungsbecken des ENSO-Energie-Erlebnispfads können Kinder (und Erwachsene) die Kraft des Wassers beobachten.

Wasser kann in Form von Eis ganze Felsen sprengen. Mein Sohn ist begeistert von unserem Wasserexperiment im Gefrierfach. Und uns fallen noch weitere Beispiele zur Wucht des Wassers ein: Als Geysir spritzt es meterhoch in die Luft, Schnee-Lawinen können ganze Täler verschütten. Eine unglaubliche Gewalt. Gezähmt kann sie aber dem Wohl des Menschen dienen, wenn zum Beispiel im Wasserkraftwerk damit Strom erzeugt wird.

Bei ENSO sind es entlang der Roten und Wilder Weißeritz gleich sechs Anlagen, in denen zum Teil schon seit über hundert Jahren elektrische Energie gewonnen wird: Je nach Wasserangebot produzieren sie zusammen pro Jahr rund zwölf Millionen Kilowattstunden Strom – genug Energie für rund 3.500 Haushalte. Wie die Stromgewinnung funktioniert, können wir uns auf dem ENSO-Energie-Erlebnispfad in den Erlebnisbereichen am Rabenauer Grund anschauen. Wir beschließen, am Wochenende einen Familienausflug dorthin zu machen.

Energie zum Anfassen: der ENSO-Energie-Erlebnispfad

Gesagt, getan. Am späten Sonntagvormittag kommt meine Familie nach kurzem Marsch am Wasserkraftwerk Rabenauer Grund an. Meinem Sohn lese ich von der Infotafel vor: „Wasser fließt immer von oben nach unten, wenn es die Möglichkeit dazu hat.“

„Deshalb fließen Bäche bergab und Flüsse ins Meer und es bilden sich Wasserfälle“, ergänzt mein Mann.

„In dieser Abwärts-Bewegung steckt Energie. Je weiter oben das Wasser am Anfang war und je mehr Wasser es ist, desto mehr.“, erkläre ich und lese weiter vor:

„Im Wasserkraftwerk nutzt man diese Energie des Wassers. Es fließt dort an einer Art Wasserrad – der Turbine – vorbei und versetzt diese dadurch in eine Drehbewegung. Der angeschlossene Generator macht aus dieser Drehbewegung dann den Strom.“

Aha-Effekte und Strömungsbilder

Praktisch ausprobieren können wir das Ganze am Wasserkraft-Turbinenmodell: Per Handpumpe füllen wir das obere Wasserbecken, um dann den Inhalt über drei kleine Turbinen laufen zu lassen.

Kaplan-Turbine
Die Kaplan-Turbine in Aktion – das Laufrad gleicht einem Schiffspropeller.

Die Pelton-Turbine (erfunden um 1880) ähnelt einem Schaufelrad. Bei ihr bündelt eine Düse das Wasser zu einem gezielten Strahl, der dann mit umso mehr Kraft auf die Turbinenschaufeln trifft.

Die 1913 patentierte Kaplan-Turbine sieht aus wie ein kleiner Propeller, der Neigungswinkel der „Propellerräder“ lässt sich an die verfügbare Wassermenge anpassen.

Der „Senior“ unter den Turbinen, die bereits 1849 erfundene Francis-Turbine, arbeitet mit gleich zwei Schaufelrädern – dem fixen Leitrad und dem ebenfalls verstellbaren Laufrad.

Weil das Spielen mit Wasser so viel Spaß macht, beschließen wir, den Pfad noch ein Stück weiter zur Station an der Rabenauer Mühle zu gehen. Dort wartet ein Strömungsbecken auf uns, in dem wir mit beweglichen Inseln das Wasser nach Belieben aufstauen, umlenken und schneller oder langsamer fließen lassen können. Mit den entstehenden Wellen und Wirbeln lassen sich richtige Strömungsbilder malen – da entdecken auch wir Erwachsenen wieder das Kind in uns.

Eine der ältesten Energiequellen der Menschheit

Für den nötigen Wassernachschub sorgt ein hölzernes Wasserrad von etwa zwei Metern Durchmesser, das sich ununterbrochen im Flusswasser dreht. Auf diese Art nutzen Menschen die Energie des Wassers schon vor mehr 2.500 Jahren, informiert uns eine Infotafel – zunächst zum Mahlen von Getreide, später auch zur Papierherstellung oder um Sägewerke zu betreiben.

Junge am Strömungsbecken an der Rabenauer Mühle
Mit verschiedenen Inseln kann im Strömungsbecken an der Rabenauer Mühle der Wasserfluss aufgestaut, umgelenkt oder be- und entschleunigt werden.

Zugute kam ihnen dabei, dass Wasserkraft eine erneuerbare Energiequelle ist: Dank des wetterbedingten Wasserkreislaufs aus Verdunstung, Niederschlag, Versickerung und Quellbildung ist – zumindest in unseren Breiten – immer genügend vom kühlen Nass da.

Vier der sechs ENSO-Wasserkraftwerke liegen an einem Fluss und nutzen die Energie des vorbeiströmenden Wassers. Solche sogenannten Laufwasserkraftwerke sind in Deutschland besonders häufig anzutreffen.

Für sogenannte Speicherkraftwerke wird dagegen extra ein Wasservorrat – zum Beispiel in Form eines Stausees – angelegt. Das ist bei den Talsperren Klingenberg, Malter und Lehnmühle der Fall.

Und dann gibt es noch Pumpspeicherkraftwerke – bei denen wird Energie genutzt, um das Wasser wieder zurück nach oben in den Stausee zu pumpen.

Und während mein Sohn seine Kräfte am und mit dem Wasser austobt, haben mein Mann und ich Zeit, im lauschigen Schatten der Bäume auszuruhen und unsere Energievorräte wieder aufzufüllen.

 Gewinnspiel:

Sind Sie auch Wasserkraft-Experte? Dann beantworten Sie uns folgende Frage und gewinnen Sie mit etwas Glück einen Picknickrucksack für vier Personen im Wert von ca. 40 Euro.

Welche Arten von Wasserkraftwerken betreibt ENSO?

  1. Laufwasserkraftwerk, Pumpspeicherkraftwerk
  2. Pumpspeicherkraftwerk, Speicherkraftwerk
  3. Speicherkraftwerk, Laufwasserkraftwerk

Hinterlassen Sie Ihre Antwort einfach bis zum 15.06.2017 als Kommentar hier im Blog. Alternativ können Sie die Antwort auch per E-Mail an blog@enso.de senden. Es gelten unsere Gewinnspiel-Bedingungen.

Sämtliche Infos zum Pfad und allen elf Erlebnisbereichen gibt es auch als Wanderkarte. Schicken Sie uns einfach per Mail an blog@enso.de Ihre Anschrift, und Sie erhalten bis August Ihr persönliches kostenfreies Exemplar per Post.