Kleiner Junge steckt seine Hand in die Fühlbox.
Spannend! Was es wohl in der Fühlbox zu greifen gibt? Dieser kleine Wanderer hat es herausgefunden – genauso wie mein Sohn.

Kennen Sie das Märchen vom Rumpelstilzchen? Da soll die Müllerstochter aus Stroh Gold spinnen – was ihr natürlich nicht gelingt. Aus Stroh Strom zu machen, geht dagegen sehr wohl. „Energiegewinnung aus Biomasse“ heißt die Zauberformel. Wie und warum sie funktioniert, lesen Sie hier. Wer aufmerksam liest, kann mit etwas Glück eine Geschenkcard vom Outdoor-Ausrüster Globetrotter im Wert von 25 Euro gewinnen.

Biomasse – was ist das eigentlich?

Erlebnisbereich Klingenberg - Energie aus Biomasse
Informativ und überraschend: Im Erlebnisbereich zeigen Ihnen Drehrad und eine Fühlbox was Biomasse ist.

So richtig traut mein Sohn sich nicht, in die Biomasse-Fühlbox am Wasserkraftwerk Klingenberg zu greifen. Wenn da etwas Ekelhaftes drin ist?

Wir sind wieder auf dem ENSO-Energie-Erlebnispfad unterwegs und machen Station am Erlebnisbereich „Energie aus Biomasse“. Schließlich siegt seine Neugier: „Das ist ja bloß Stroh“, ruft er erleichtert. „Wieso nennt man das Biomasse?“

Was abstrakt und technisch klingt, ist die Materie, aus der Pflanzen und Tiere bestehen. Für die Energietechnik ist nur der Teil von Bedeutung, der sich zur Energiegewinnung nutzen lässt. Die daraus erzeugte Energie nennt man Bioenergie.

Dass man Holz verbrennen kann, um Licht und Wärme zu gewinnen, wussten die Menschen schon vor tausenden von Jahren. Heute kann man mit Hilfe von Biomasse nicht nur Heizenergie, sondern auch elektrischen Strom und sogar Autotreibstoff (Biodiesel) erzeugen.

Gebundene Strahlungsenergie

„Schuld“ daran ist die Sonne: Ihre Strahlungsenergie wird von Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese chemisch gebunden – die Pflanze wächst. Dient sie als Nahrung für Tiere und Menschen, geht die gespeicherte Energie in deren Stoffwechsel über und wird – falls nicht verbraucht – dort gespeichert oder mit den unverdaulichen Nahrungsresten wieder ausgeschieden. In Lebewesen steckt also Energie.

Biomasse-Drehrad
Am Drehrad lernen Sie die Anwendung der Energieträger der Biomasse im Alltag kennen.

Als Energieträger steht Biomasse in fester, flüssiger oder gasförmiger Form zur Verfügung – das macht sie zum vielseitigsten Rohstoff unter den erneuerbaren Energien.

Grundlage bilden pflanzliche oder tierische Reststoffe wie Gülle, Biomüll und Pflanzenabfälle. Hinzu kommen eigens angebaute Energiepflanzen und deren Produkte, z. B. Raps, Mais oder Zucker. Holz hat die längste Tradition. Das Biomasse-Drehrad am Erlebnisbereich zeigt Ihnen, welche Biomasse-Arten es gibt und wie diese im Alltag eingesetzt werden.

Stroh zu Strom – so geht’s

Die Energiegewinnung aus Biomasse hat viele Vorteile. Es gibt keine wetter- oder saisonbedingten Schwankungen – und sie verläuft klimaneutral: freigesetzt wird maximal die Menge an Kohlendioxid (CO2), die zuvor durch die Photosynthese gebunden wurde. Wie man am Biodiesel sieht, kann Biomasse sogar fossile Energieträger ersetzen.

Und noch einen Vorteil hat Biomasse: mit ihr lassen sich Strom und Wärme nicht nur einzeln, sondern in Kombination – der sog. Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) – erzeugen.

KWK-Anlagen sind z. B. Biomasseheizkraftwerke, Biogas- und Biomasseverfeuerungsanlagen mit Blockheizkraftwerk (BHKW). Sie alle funktionieren nach demselben Prinzip: Holz, Mais oder Stroh werden verbrannt, um Dampfmotoren und/oder -turbinen anzutreiben, die Strom und Heizenergie erzeugen.

Mit der gleichen Technologie lassen sich Kamine, Öfen oder Heizkessel in Wohnhäusern betreiben. Meist werden Holzpellets verfeuert.

Die Natur als Vorbild: Biogasanlage

Staumauer der Talsperre Klingenberg
Hier wird die Wilde Weißeritz gestaut. Das Wasserkraftwerk Klingenberg, an dem der Erlebnisbereich liegt, gehört seit 1914 zu den Stromlieferanten der ENSO.

Biogasanlagen machen sich natürliche Zersetzungsvorgänge zunutze: Verwesen organische Substanzen ohne Sauerstoffzufuhr – wie in Sümpfen oder im Inneren von Misthaufen – entsteht mit Hilfe von Bakterien das „Biogas“ Methan.

Im Gärbehälter einer Biogasanlage, dem „Fermenter“, wird diese Situation künstlich erzeugt. Das gewonnene Methan wird dann in einem BHKW verbrannt, um Strom und Nutzwärme zu gewinnen. Von der eingesetzten Biomasse bleibt lediglich ein geruchloser Bioschlamm übrig, den man zum Düngen nutzen kann.

Auch unser Unternehmen betreibt eine Biogasanlage. Das gewonnene Biogas wird auf Erdgasqualität veredelt und ins Gasnetz der Stadt Zittau eingespeist.

Gewinnspiel

Beantworten Sie folgende Frage und gewinnen Sie mit etwas Glück eine Geschenkcard vom Outdoor-Ausrüster Globetrotter im Wert von 25 Euro.

Wieviel CO2 wird bei der Energiegewinnung aus Biomasse freigesetzt?

Hinterlassen Sie Ihre Antwort bis zum 12.07.2017 als Kommentar hier im Blog oder schreiben Sie an blog@enso.de. Es gelten unsere Gewinnspiel-Bedingungen.

P.S.: Sämtliche Infos zum Pfad und allen elf Erlebnisbereichen gibt es auch als Wanderkarte. Schicken Sie uns einfach per Mail an blog@enso.de Ihre Anschrift, und Sie erhalten bis August Ihr persönliches kostenfreies Exemplar per Post.