Mike Vodicka und Tino Schwenke stehen vor dem Windrad.
Das Windrad ist das jüngste Exponat auf dem ENSO-Energie-Erlebnispfad. Hier bei der Einweihung: Mike Vodicka (l.), ENSO-Projektkoordinator, und Tino Schwenke, der mit seiner Firma Wartung und Bau am Pfad übernimmt.

Man kann ihn nicht sehen, riechen oder schmecken und nur manchmal hören. Dennoch verdanken wir ihm in Sachsen fast zehn Prozent unseres jährlich verbrauchten Stroms: Wind. Wie aus der Energie, die Drachen steigen und Herbstblätter wirbeln lässt, elektrischer Strom wird, erklärt mein Blogbeitrag. Aufmerksames Lesen lohnt sich – es gibt ein Paar Nordic-Walking-Stöcke zu gewinnen.

Die unsichtbare Kraft

Als wir bei unserer Wanderung auf dem ENSO-Energie-Erlebnispfad die Neuklingenberger Höhe erreichen, weht ein kräftiges Lüftchen – nicht umsonst befindet sich hier die jüngste der elf Erlebnisstationen des Pfades. Seit Anfang April dreht sich auf der kahlen Kuppe buchstäblich alles um Windenergie: Neugierige können ein etwa vier Meter hohes Windrad „in den Wind drehen“ und anhand von Leuchtdioden beobachten, wie viel Leistung damit erzeugt wird.

Windturbine an der Neuklingenberger Höhe
Die Windturbine an der Neuklingenberger Höhe: Drehen Sie den Rotor in den Wind, um möglichst viel Strom zu erzeugen.

Luft, Wind, elektrische Energie – diese drei Dinge hängen unmittelbar zusammen. Luft ist nicht „nichts“, sondern ein Gemisch verschiedener Gase, das unsere Erde umhüllt. Je nach Luftdruck sind die Gasteilchen unterschiedlich dicht in der Atmosphäre verteilt – jeder kennt diese „Hochs“ und „Tiefs“ aus der Wettervorhersage.

Wind ist eine Ausgleichsströmung zwischen Gebieten mit unterschiedlichem Luftdruck: Luftteilchen bewegen sich aus einem Hoch- so lange in ein Tiefdruckgebiet, bis der Druckunterschied zwischen beiden ausgeglichen ist. Je größer dieser anfangs ist, desto heftiger strömen die Luftmassen in das Gebiet mit dem niedrigeren Luftdruck und desto stärker ist der aus der Luftbewegung resultierende Wind. Orkanwinde können Geschwindigkeiten von mehreren Hundert Stundenkilometern haben.

Die im Wind enthaltene Bewegungsenergie lässt sich für technische Zwecke nutzen. Früher haben Menschen damit vor allem Windmühlen und Segelschiffe betrieben, heute erzeugt man mithilfe von Windkraftanlagen Strom – erstmals 1887 in Großbritannien.

Groß, größer, Offshore

Jede Windkraftanlage ist ein Kraftwerk für sich. Was wie ein riesiger Propeller aussieht, funktioniert nach demselben Prinzip wie fast alle anderen Kraftwerkstypen: Die Rotorblätter entsprechen der Kraftwerksturbine und werden vom Wind in Bewegung versetzt. Die Energie, die in dieser Bewegung steckt, wird vom angeschlossenen Generator in elektrische Energie umgewandelt.

Windkraftanlagen werden da gebaut, wo es normalerweise viel Wind gibt: auf Hügeln und Bergen, an der Küste (Onshore-Anlagen) oder im offenen Meer (Offshore-Anlagen).

Offshore-Windpark
Offshore-Windanlagen haben eine Leistung von 3,6 bis 8 Megawatt.

Entscheidend für den Stromertrag sind die durchschnittliche Windgeschwindigkeit und die Länge der Rotorblätter. Je größer die Entfernung zum Erdboden, desto stärker und gleichmäßiger weht der Wind. Das heißt: Je höher eine Windkraftanlage ist und je länger die Rotorblätter sind, desto besser kann die Windenergie genutzt werden.

Windkraftanlagen sind heutzutage bis zu 145 Meter hoch. Die Rotorblätter – meist sind es drei – können bis zu 65 Meter (onshore) bzw. 85 Meter (offshore) lang und bis zu 25 Tonnen schwer sein. Gängige Onshore-Anlagen haben eine Leistung von etwa 2 bis 5 Megawatt (MW), Offshore-Anlagen sogar 3,6 bis 8 MW.

Windkraft in Sachsen

In Sachsen gibt es aktuell (Stand: Ende 2016) 880 Windkraftanlagen mit einer installierten jährlichen Gesamtleistung von 1.156 MW. 2015 konnten mithilfe von Windenergie 9,7 Prozent unseres Nettostromverbrauchs gedeckt werden. Auch unser Unternehmen betreibt zwei Windkraftanlagen im Windpark Wachau.

Da im Freistaat nur 0,2 Prozent der Landesfläche für Windenergiegewinnung verfügbar sind, spielt „Repowering“ eine wichtige Rolle. So nennt man das Ersetzen alter Windenergieanlagen mit geringer Leistung durch neue, leistungsstärkere. Der Vorteil liegt auf der Hand: der Stromertrag lässt sich wesentlich steigern, ohne dass dafür zusätzliche Flächen in Anspruch genommen werden müssen.

ENSO hat es 2014 in Mohorn vorgemacht: Dort wurde die Anlage von 1996 durch eine neue leistungsfähigere Maschine ersetzt. Die neue Anlage liefert mehr als das Dreifache an Energie. Mit ihrer elektrischen Leistung von 2,3 MW können jährlich bis zu 3.600 Megawattstunden (MWh) Strom erzeugt werden – genug, um den Strombedarf von mehr als 1.000 Vier-Personen-Haushalten zu decken.

Gewinnspiel

Möchten Sie ein Paar Nordic-Walking-Stöcke im Wert von 30 Euro gewinnen, mit denen Ihre nächste Wanderung zusätzliche Schubkraft bekommt? Dann beantworten Sie bis 12.07.2017 die heutige Frage per Kommentar oder per Mail an blog@enso.de. Es gelten unsere Gewinnspiel-Bedingungen.

Wie hoch war der Nettostromverbrauch im Freistaat Sachsen im Jahr 2015?

P.S.: Sämtliche Infos zum Pfad und allen elf Erlebnisbereichen gibt es auch als Wanderkarte. Schicken Sie uns einfach per Mail an blog@enso.de Ihre Anschrift, und Sie erhalten bis August Ihr persönliches kostenfreies Exemplar per Post.