Archimedische Schraube
Die Archimedische Schraube auf dem ENSO-Energie-Erlebnispfad ist für Wanderer mit Kindern bestens geeignet.

Sie ist aus der modernen Technik nicht wegzudenken: die Schraube. In ihrer Urform diente sie nicht der Befestigung, sondern dem Bergauf-Transport und zwar von Wasser. Dieses Prinzip – die „Archimedische Schraube“ – wird bis heute angewendet. Wie es funktioniert, erklärt mein Beitrag, der für clevere Leser eine Übernachtung im Rabenauer Grund im Wert von etwa 300 Euro bereit hält.

Einfach genial: die Archimedische Schraube

Archimedische Schraube
Kühles, klares Wasser zum Erfrischen und Spielen: An heißen Tagen ein wunderbares Ausflugsziel.

„Wasser kann aufwärts fließen?“ Meine Tochter staunt. Wir stehen im Erlebnisbereich direkt neben dem Wasserkraftwerk (WKW) Tharandt auf dem ENSO-Energie-Erlebnispfad und drehen am Rad einer geheimnisvollen Konstruktion im Wasserexperimentierbecken. Und siehe da: Es funktioniert – das Wasser gelangt von unten nach oben, buchstäblich im Handumdrehen, ganz ohne Eimerschleppen und Pumpendruck. Die Archimedische Schraube macht’s möglich: eine mechanische Förderanlage, die mit relativ geringem Kraftaufwand und ganz ohne Strom arbeitet.

Den seltsamen Namen verdankt die Schneckenpumpe (so die technische Bezeichnung) ihrem vermeintlichen Erfinder: dem antiken griechischen Mathematiker und Ingenieur Archimedes von Syrakus (282-212 v. Chr.). Tatsächlich wurde sie schon vor über 2.000 Jahren zur Be- oder Entwässerung von Flächen benutzt.

Fasziniert sehen wir der Stahlkonstruktion bei der Arbeit zu. Um eine schräg nach oben weisende, zylindrische Drehachse ist wendeltreppenförmig eine Rinne angebracht. Beides bewegen wir per Handrad. Das untere Rinnenende ragt ins Wasser und nimmt bei jeder Drehbewegung etwas davon auf. Dreht man die Schnecke weiter, wandert die Wasserportion Drehung für Drehung nach oben – tatsächlich fließt das Wasser, der Drehbewegung folgend, einfach innerhalb der Rinne weiter. Weil es sich dabei dank der Spiralwicklung immer am tiefsten Punkt der Windung befindet, kann es nicht davonfließen. So gelangt es zum oberen Schneckenende, wo es dann ausläuft. Das Prinzip funktioniert jedoch nur, solange die Schraube horizontal oder schräg liegt. Senkrecht nach oben fördern kann sie das Wasser nicht.

Weltweit im Einsatz

Weil diese einfache Konstruktion ziemlich unempfindlich – sprich wartungsarm – ist und auch ohne Strom zuverlässig arbeitet, ist sie heute noch weltweit im Einsatz:

  • da, wo herkömmliche Pumpen schnell verstopfen, etwa in Kläranlagen

    Innenbereich des Wasserkraftwerks Tharandt
    Der Erlebnisbereich liegt direkt neben dem Wasserkraftwerk Tharandt, das seit 90 Jahren zuverlässig Strom liefert.
  • als robustes Außen-Spielgerät für Kinder, nicht nur in Verbindung mit Wasser
  • in Entwicklungsländern, um die Wasserversorgung von Dörfern und/oder landwirtschaftlichen Flächen ohne viel Bau- und Energieaufwand dauerhaft sicherzustellen
  • an Laufwasserkraftwerken oder parallel zu Wasserkraftschnecken als Fischaufstiegsschnecke, um die Staustufe auch flussaufwärts zu überwinden bzw. trotz Wasserkraftschnecke flussaufwärts zu gelangen
  • zum Transport von zähflüssigem Material wie Beton oder Schüttgut wie Getreide. Im Mähdrescher dienst sie dazu, das Korn auf den nebenherfahrenden Lkw zu befördern. In Laserdruckern und Kopiergeräte sorgen Mini-Förderschnecken für den Transport des Toners. Und im Fleischwolf wird das zu zerkleinernde Gut ebenfalls mithilfe eines Schneckengewindes transportiert.

Gewinnspiel

Zum Abschluss unserer kleinen Gewinnspielserie verlosen wir unter allen Kommentatoren ein Wanderwochenende im Rabenauer Grund inkl. Übernachtung/HP für max. vier Personen im Wert von ca. 300 Euro. Beantworten Sie folgende Frage:

Wie heißt der Erfinder der Archimedischen Schraube?

Hinterlassen Sie Ihre Antwort bis zum 12.07.2017 als Kommentar hier im Blog oder schreiben Sie an blog@enso.de. Es gelten unsere Gewinnspiel-Bedingungen.

P.S.: Einen ersten Überblick über den Streckenverlauf des ENSO-Energie-Erlebnispfads, alle Stationen und weitere Sehenswürdigkeiten am Weg können Sie sich unter www.enso.de/pfad verschaffen.

Sämtliche Infos zum Pfad und allen elf Erlebnisbereichen gibt es auch als Wanderkarte. Schicken Sie uns einfach per Mail an blog@enso.de Ihre Anschrift, und Sie erhalten bis August Ihr persönliches kostenfreies Exemplar per Post.