Ladekabel
Auch in ostsächsischen Kommunen und Einrichtungen sind immer mehr Elektroautos unterwegs – mit positivem Echo.

Die Netzgesellschaften von ENSO und DREWAG, die Dresdner Verkehrsbetriebe AG, die Stadtreinigung Dresden GmbH sowie ostsächsischen Kommunen und Institutionen nehmen seit Anfang vorigen Jahres am Förderprogramm zur Elektromobilität teil.

Mit diesem Programm unterstützt das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur die Beschaffung von Elektrofahrzeugen, den Aufbau von Ladeinfrastruktur und die Erarbeitung von kommunalen Elektromobilitätskonzepten. Allein für die Fahrzeugbeschaffung stellt das Ministerium 100 Millionen Euro bereit.

Im Rahmen des Vorhabens „Dresden lädt auf – Elektromobilität in Kommunen und kommunalen Unternehmen“ kauften die Projektpartner batteriebetriebene PKW mit dem Ziel, sie im kommunalen und gewerblichen Bereich einzusetzen.

Fünf Elektroautos der Marke Nissan Leaf kann ENSO Kommunen und kommunalen Unternehmen in Ostsachsen über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren gegen ein monatliches Entgelt zur Verfügung stellen.

Die Alltagstauglichkeit sowie die technische Eignung und Wirtschaftlichkeit dieses Fahrzeugtyps mit der neuen 30-kWh-Batterie und einer Reichweite von bis zu 250 Kilometern testen nun die Hochschule Zittau/Görlitz, die Landkreise Bautzen und Görlitz, die Stadt Neusalza-Spremberg und der Trixi Ferienpark Zittauer Gebirge.

Die Elektroautos ersetzen nicht nur Benzin- oder Dieselfahrzeuge, sondern senken auch die Schadstoffemissionen der kommunalen Fahrzeugflotten und sollen bei den Bürgern vor Ort eine Vorbildwirkung erreichen.

An den Fahrzeugstandorten hat die ENSO NETZ GmbH öffentliche Lademöglichkeiten errichtet. Diese stellen nicht nur die Stromversorgung der an die Kommunen und kommunalen Unternehmen vergebenen Elektrofahrzeuge sicher, sondern dienen auch dem Ausbau des öffentlichen Netzes an Ladestationen in der Region Ostsachsen.

Im Folgenden kommen die Nutzer unserer Elektrofahrzeuge zu Wort.

Als Kurierfahrzeug unterwegs

Nissan Leaf in Bautzen
Sowohl in Bautzen als auch in Kamenz nutzten Mitarbeiter des Landratsamtes die Chance, in den Stromer zu steigen.

Der von uns im Landratsamt Bautzen genutzte Nissan Leaf hat im Zeitraum eines halben Jahres in 90 Fahrten mehr als 5.200 Kilometer zurückgelegt. Das Auto wurde sowohl im Stadtverkehr, als auch auf der Bundesstraße und auf der Autobahn gefahren. Ein Drittel der Fahrer war weiblich.

Nachdem zu Beginn doch noch recht viel Überzeugungsarbeit und auch intensive „Werbung“ bei den Nutzern notwendig war, entwickelte sich das Fahrzeug zum beliebten und geschätzten Mobil.

Die anfangs verhaltene Akzeptanz konnte durch eine gezielte theoretische und praktische Einweisung jedes einzelnen Nutzers verbessert werden. Hinzu kamen die durchweg positiven Erfahrungen bei der Nutzung.

Um auch Erfahrungen unter erschwerten Bedingungen zu sammeln, wurde das Fahrzeug zehn Tage als Kurierfahrzeug im Landkreis Bautzen eingesetzt. Bei Tagesfahrleistungen bis zu 160 km, vollbeladen und bei niedrigen Außentemperaturen gab es lediglich bezüglich des begrenzten Ladevolumens Einschränkungen.

Damit auch die Mitarbeiter am Standort Kamenz die Möglichkeit haben, die Technik kennenzulernen, wird das Elektroauto seit dem 20. März dort gefahren. Diese Nachricht registrierten die bisherigen Nutzer in Bautzen mit Bedauern.

Fazit: Aus unserer Sicht stellt das Fahrzeug derzeit eine alltagstaugliche Technik dar, die sicherlich (noch) teuer, aber auf jeden Fall zukunftsweisend ist.

Gernot Schweitzer, Pressestelle des Landratsamtes Bautzen

Begeistert von Akustik und Straßenlage

Nissan Leaf in Neusalza-Spremberg
In Neusalza-Spremberg überzeugte der Nissan Leaf trotz Einschränkungen bei der Reichweite.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Neusalza-Spremberg nutzen den Nissan Leaf fast an jedem Werktag zu dienstlichen Terminen.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gibt es keinerlei Probleme. Das Fahrzeug läuft absolut zuverlässig. Faszinierend sind die Akustik im Inneren – angenehm still wegen fehlender Motorgeräusche – und die sehr gute Straßenlage.

Es macht Spaß, mit diesem Elektroauto unterwegs zu sein. Das Tanken an der Ladestation bereitet keinem von uns Schwierigkeiten. Natürlich ist die begrenzte Reichweite ein Nachteil, wobei wir die gewünschten Ziele bisher fast immer erreicht haben.

Gerade in den Wintermonaten verringert sich die Reichweite erheblich. Während sie in den wärmeren Monaten und bei voller Batterieladung sowie ökonomischer Fahrweise bei über 200 Kilometern liegt, beträgt sie in der kalten Jahreszeit maximal 150 km.

Dennoch: Durch die positiven Erfahrungen mit dem PKW planen wir, in Zukunft  auf unserem Bauhof Fahrzeuge mit Elektroantrieb einzusetzen.

Matthias Lehmann, Bürgermeister von Neusalza-Spremberg

Botschafter der Region

Im Trixi Ferienpark Zittauer Gebirge können die Feriengäste ihren Aufenthalt mit Elektroauto buchen.

Wir im Trixi Ferienpark Zittauer Gebirge bieten die drei bei uns vorhandenen Fahrzeuge unseren Feriendorfgästen an. Eines der Elektroautos nutzen auch unsere Mitarbeiter.

Die Feriendorfgäste, die mit dem PKW angereist sind, fahren gern mit dem E-Mobil zu den umliegenden Ausflugszielen. Unsere Campinggäste und auch die mit dem Zug angereisten Urlauber  unternehmen Ausflüge ins Zittauer Gebirge und erfreuen sich der Mobilität, die sie mit dem öffentlichen Nahverkehr oder ihrem Caravan oder Wohnmobil so nicht hätten.

Da die Fahrzeuge gut angenommen werden, haben wir das Arrangement „Naturbrise“ kreiert. Die Gäste übernachten im komfortablen Ferienhaus und erhalten für einen Tag das Elektroauto, um – mit einem Picknickkorb ausgestattet – die Ferienregion und das Textildorf Großschönau zu erkunden.

Ob Gäste oder Mitarbeiter – alle lieben die Stromer! Die Nutzung ist recht einfach, jeder findet sich schnell in die Bedienung hinein. Die wunderschön gestalteten Fahrzeuge erregen Aufmerksamkeit und gelten als Botschafter der Region.

Wir als Ferienpark im Naturpark Zittauer Gebirge leben den Umweltgedanken, wollen die Elektromobilität gern weiter unterstützen und mit der eigenen Ladesäule am Trixi Bad auch weiter voranbringen. Der Strom ist hier kostenlos und wird in unserem eigenen Blockheizkraftwerk produziert.

Eine gute Ladeinfrastruktur, ein einheitliches Ladesystem und die kostengünstige Nutzung sind die Basis dafür, dass bald noch mehr E-Mobile auf unseren Straßen rollen.

Alexandra Dreginat, Qualitätsmanagementbeauftragte der TRIXI Park GmbH