Bewährtes Duo: Wärmepumpe und Photovoltaik

Energie
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Regelmäßig kontrolliert Ralph Buder den Zustand der Photovoltaikanlage auf dem Dach seines Wohnhauses. Fotos: privat

Exakt 8.646 Photovoltaikanlagen speisten im vergangenen Jahr zwischen Elbland, Osterzgebirge und Neiße Energie ins Stromnetz von ENSO NETZ ein.

Zwei davon gehören meinem ENSO-Kollegen Ralph Buder, der in der Gemeinde Klingenberg (Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge) lebt. Schon Mitte der 1990er Jahre setzte er beim Hausbau auf erneuerbare Energien. Seit 21 Jahren nutzt er eine Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser.

Auf dem Dach seines Eigenheims ließ er im März 2010 eine Photovoltaikanlage installieren. Im Oktober 2011 kam eine kleinere PV-Anlage mit geringem Neigungswinkel auf dem Carport hinzu.

Über seine Erfahrungen mit diesen Anlagen gibt mein Kollege im folgenden Gespräch Auskunft.

Warum haben Sie sich für Wärmepumpe und Photovoltaik entschieden?

Als Diplomingenieur für Elektrotechnik interessiere ich mich natürlich für moderne Technologien. Unser Grundstück im ländlichen Bereich bietet gute Voraussetzungen, um erneuerbare Energien zu nutzen: nicht im Tal, sondern an einem Hang gelegen. Keine Verschattungen, weil das Haus relativ frei steht.

Leider ist das Erdgasnetz sehr weit von meinem Grundstück entfernt. Auf der Suche nach einer langfristigen wirtschaftlichen Lösung für die Wärme- und Stromversorgung bin ich auf diese beiden Technologien gestoßen.

Die zweite Photovoltaikanlage wurde auf dem Dach des Carports installiert.

Billig sind sie aber nicht. Wie lassen sich die Kosten im Rahmen halten?

Ich habe mich nach Fördermitteln erkundigt und diese auch genutzt. Beim Bauen bemühte ich mich, die Installation der Anlagen mit anderen Maßnahmen zu verbinden: die Flächenkollektoren der Wärmepumpe vor dem Aushub der Baugrube verlegt, für die erste PV-Anlage das Gerüst für die Wärmedämmung am Haus mit genutzt und die zweite zeitgleich mit der Erneuerung des Daches auf dem Carport angebracht. Das hat die zusätzlichen Kosten verringert. Mit dem Anlagenerrichter, der gute Referenzen vorweisen kann, verbindet mich ein vertrauensvolles Verhältnis. Das war sicher auch von Vorteil.

Wie zufrieden sind Sie mit der Wärmepumpenheizung?

Sehr zufrieden, denn den im Vergleich zu anderen Heizungsanlagen höheren Investitionskosten stehen geringe Betriebskosten gegenüber. Außerdem ist die Technik relativ wartungsarm. Mittelfristig war das für uns deshalb die wirtschaftlichste Lösung. Die elektrische Leistung beträgt 3,5 Kilowatt, die thermische 14 kW.

Die Wärmepumpe stammt vom sächsischen Hersteller HIT.

Was zeichnet diese Technologie aus?

Die Wärmepumpe arbeitet nach dem Kühlschrank-Prinzip, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Sie transportiert Wärme aus der Umwelt ins Haus, bringt sie auf ein höheres Temperaturniveau und macht diese so für die Heizung nutzbar.

Zwar wird die Wärmepumpe mit Strom betrieben. Aber für 100 Prozent Heizleistung ist nur ein Viertel dieser Zusatzenergie nötig – ein hohes Maß an Effizienz. Hinzu kommt, dass sie keine Emissionen verursacht und keinerlei Wartung oder Kontrolle durch den Schornsteinfeger nötig sind.

Warum haben Sie sogar zwei PV-Anlagen?

Wir wollten die vorhandenen Gebäudeflächen maximal ausnutzen.

Lässt der Wirkungsgrad mit der Zeit nach?

Das kann ich schwer einschätzen. Den Ertrag beeinflussen Faktoren wie Sonnenscheindauer, Bewölkung, Außentemperatur und Windverhältnisse. Die größten Tageserträge sind von März bis Mai zu verzeichnen. Es gibt aber sicher einen gewissen Verlust an Wirkungsgrad, unter anderem durch Verschmutzung der Modulflächen und -rahmen.

Blick auf den Zählerplatz: links und rechts die Stromzähler der Photovoltaikanlagen, in der Mitte der Zweirichtungszähler für Eigenverbrauch und Einspeisung

Wie hoch ist der Einspareffekt bei Strom, Heizung und Warmwasser?

Pro Jahr liegt der Ertrag unserer PV-Anlagen bei rund 15.000 kWh. Das ist etwa doppelt so viel, wie wir im Haushalt und für die Wärmepumpe benötigen.

Die Werte stelle ich übrigens auf der Vergleichsplattform www.pv-log.com ins Internet ein.

Welchen Wartungsaufwand müssen Sie betreiben?

Wie schon gesagt einen sehr geringen. Das Wohnhaus steht in der Nähe landwirtschaftlich genutzter Flächen. Wenn zum Beispiel der Raps verblüht ist, ist es sehr sinnvoll, die Module der PV-Anlagen zu reinigen.

Und hat es im Winter geschneit, räume ich den Schnee von den Anlagen. Solche Maßnahmen sind förderlich für den Ertrag.

Was raten Sie Häuslebauern, die sich für eine Wärmepumpe und/oder PV-Anlage interessieren?

Ordentlich planen, Referenzen einholen, Internetforen zum Wissensgewinn nutzen. Als Familie gemeinsam dahinterstehen.

Wollen Sie in Sachen Erneuerbare Energien weiter aufrüsten?

Das zwar nicht, aber ich schiele immer noch auf einen Stromspeicher. Mit seiner Hilfe könnte ich die Sonnenenergie nutzen, um den Eigenverbrauch an Strom in meinem Haus zu optimieren.

 

 

 

Kommentare

  1. Wenn Sie schon Bilder einer Wärmepumpenanlage auf Ihren Seiten einstellen und sooooo viel Werbung zum Energiesparen betreiben, sollten Sie vieleicht darauf achten, das auch auf den Bildern Hocheffizienz-Heizungspumpen zu sehen sind. Vieleicht sollten Sie diese ihren Mitarbeitern zu Weihnachten schenken!
    MfG Mögel

    1. Guten Tag und vielen Dank für Ihren Kommentar. Sicher sind Hocheffizienzpumpen für Heizungen die beste Wahl, wenn es ums Energiesparen geht. Allerdings hat unser Mitarbeiter die Wärmepumpe – wie im Beitrag beschrieben – bereits vor 21 Jahren in Betrieb genommen. Seine Erfahrungen, um die es im Beitrag geht, basieren auf einer älteren Anlage. Deshalb haben wir diese auch zur Illustration genutzt. Sie hat sich nach Einschätzung meines Kollegen als zuverlässig, langlebig, effizient und störungsfrei bis heute erwiesen.

      Ich wünsche Ihnen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit. Mit freundlichen Grüßen

      Sylvia Redlich

  2. Guten Tag,

    ich lasse mir gerade eine PV-Anlage installieren. Zusätzlich zu unserer Wärmepumpe.

    Nun meine Frage: Warum darf ich bei der ENSO nicht den Wärmepumpentarif, und damit den zweiten Zähler behalten sondern muss mich entscheiden, entweder alles über Normalstrom oder die Wärmepumpe nicht unterstützen. Andere Grundversorger lassen das zu. Warum die ENSO nicht? Welche rechtlichen Grundlagen werden hier herangezogen?

    Soll sich daran in nächster Zukunft etwas ändern oder wartet man bis hier jmd. klagt?

    Vielen Dank für ihre Antwort
    Großmann

    1. Hallo Herr Großmann,
      vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Blogbeitrag. Ich habe Ihre Anfrage an unsere Fachleute weitergeleitet und Folgendes erfahren: Eine Kombination der beiden Tarife ist im Netzgebiet der ENSO NETZ bisher leider nicht möglich. Vor allem, weil die beiden Stromkreise galvanisch getrennt sein müssen und die Wärmepumpe Sperrzeiten unterliegt. Sie haben folgende Optionen:
      Variante 1: Die Photovoltaikanlage wird auf den „normalen“ Hausstrom geklemmt. Die Wärmepumpe wird weiterhin über einen separaten Stromkreis mit einem extra Zähler betrieben, um vom günstigen Wärmepumpentarif zu profitieren. Das ist in der Regel die wirtschaftlichste Lösung. Somit ist die PV-Anlage aber nicht als Stromgenerator für die Wärmepumpe nutzbar. Falls ein Trinkwarmwasserspeicher vorhanden ist, könnte über einen Heizstab im Sommer das Trinkwarmwasser über die Photovoltaikanlage bereitgestellt werden. Mit dem E3/DC- Energiemanagementsystem lässt sich der Heizstab sicher intelligent ansteuern.
      Variante 2: Die Photovoltaikanlage wird auf den Stromkreis des Wärmepumpentarifs geklemmt. Da die Wärmepumpe aber im Sommer, wenn die Photovoltaikanlage ihren größten Ertrag bringt, nicht arbeitet, ist dies wahrscheinlich die unwirtschaftlichste Variante.
      Variante 3: Die Wärmepumpe wird auf den Haushaltsstromkreis geklemmt. Der 2. Zähler mit dem Wärmepumpentarif entfällt. Der Solarstrom kann so zwar theoretisch für die Wärmepumpe mit genutzt werden, allerdings erhöht sich der Eigenverbrauch nur minimal, da Heizlast und PV-Erzeugung zeitlich nicht zusammen passen. Zudem würden Sie im Winter mit dem Haushaltstrom heizen.
      Haben Sie dazu noch Fragen? Dann rufen Sie uns kostenfrei unter 0800 6686868 an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an service@enso.de.

  3. Vielen Dank für den interessanten Artikel über Wärmepumpen. Ich finde das Thema sehr spannend und habe im Internet auch schon einige gute Seiten gefunden. [Link entfernt. Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien. Die Redaktion]

  4. Ich habe seit 2017 eine PV-Anlage. Mein Haus beheize ich mit Nachtstrom. Gleichzeitig habe ich 2 elektr. Durchlauferhitzer für die Warmwasserversorgung.
    Durch den Einbau einen Hochleistungs-Schicht-Pufferspeicher Wärme Hamster durch die Fa. ed.energie.depot GmbH aus Radeberg könnte ich den Solarstrom besser selbst nutzen. Allerdings sind die Kosten dafür sehr hoch (ca. 6.000 €, ähnlich wie ein Batteriespeicher). Bis diese Kosten erwirtschaftet sind, vergehen Jahrzehnte. Auch eine Sanitärinstallationsfirma riet mir ab, eine Pufferspeicherung mit Heizstab einzubauen. Gibt es andere günstigere Möglichkeiten oder soll ich lieber den überschüssigen Strom einspeisen?

    1. Hallo Herr Wita,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Unsere Fachleute setzen sich umgehend mit Ihnen in Verbindung, um Ihre Fragen im direkten Kontakt zu klären.
      Mit freundlichen Grüßen
      Sylvia Redlich

  5. Hallo Herr Wita,
    das bedaure ich sehr. Ich habe meine Kollegen an Sie erinnert und gehe davon aus, dass Sie bald von ihnen hören.
    Mit freundlichen Grüßen
    Sylvia Redlich

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