Bildunterschrift: Wer sich ein neues Haushaltsgerät anschaffen möchte, der sollte sich vorab über dessen Energieverbrauch informieren. Das EU-Energielabel hilft weiter.
Wer sich ein neues Haushaltsgerät anschaffen möchte, der sollte sich vorab über dessen Energieverbrauch informieren. Das EU-Energielabel hilft weiter.

Wer kennt es nicht: Der Staubsauger funktioniert nicht mehr oder der Kühlschrank ist defekt. Dann muss ein neues Gerät her – und schon findet man sich im „Produkte-Dschungel“ des Fachhandels wieder. Vor dem Kauf sollten Verbraucher jedoch genau hinsehen und sich über den Energieverbrauch der einzelnen Geräte informieren. Eine nützliche Orientierung bietet das EU-Energielabel. Es kennzeichnet innerhalb der Europäischen Union energieverbrauchsrelevante Produkte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen. Das Etikett ordnet die Produkte verbraucherfreundlich in Energieeffizienzklassen und informiert mithilfe von Piktogrammen über deren wichtigste Eigenschaften.

Ein neues EU-Energielabel kommt

Das EU-Parlament verabschiedete eine Neuregelung der Energiekennzeichnung für Haushaltsgeräte ab 2020. Das EU-Energielabel wird verständlicher und verbraucherfreundlicher. Es gibt eine einheitliche Skala von A für sehr sparsame Geräte bis G für wahre Energiefresser. Missverständliche Angaben wie A+ oder A++ fallen weg. Erfahren Sie in diesem Blog-Beitrag mehr zur Reform des EU-Energielabels.

Neben dem EU-Energielabel gibt es noch zahlreiche weitere zertifizierte Gütesiegel, die helfen eine energieeffiziente und umweltverträgliche Kaufentscheidung zu treffen. Ich stelle Ihnen hier die wichtigsten und häufigsten Labels vor.


Der Blaue Engel

Blauer Engel

Der Blaue Engel prüft die Auswirkungen der Produkte und Dienstleistungen auf das Klima, die vorhandenen Ressourcen, das Wasser, den Boden und die Luft – kurz: auf die gesamte Umwelt.

Ebenfalls im Fokus der Prüfung stehen die Auswirkungen auf den Menschen. Produkte und Dienstleistungen, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, belasten die Umwelt weniger und schützen unsere Welt, indem sie zum Beispiel:

  • Ressourcen bei der Herstellung einsparen
  • aus nachhaltig produzierten Rohstoffen hergestellt werden
  • weniger Ressourcen bei Nutzung und Entsorgung verbrauchen, beispielsweise weil sie besonders energieeffizient sind
  • keine schädlichen Substanzen für Umwelt oder Gesundheit enthalten oder sie auf ein Mindestmaß beschränken
  • besonders langlebig und reparaturfähig sind
  • sich gut recyceln lassen
  • geringe Emissionen in Boden, Wasser und Luft oder wenig Lärm verursachen
  • und dabei trotzdem ihre Funktion (Gebrauchstauglichkeit) in hoher Qualität erfüllen.

Das jeweilige Schutzziel unter dem Siegel benennt, welcher Teil unserer Welt durch das Produkt am stärksten entlastet wird. Wo einem der Blaue Engel im Alltag überall begegnet, zeigt dieses Video.


EU EcolabelEU Ecolabel – Die EU Blume

Das EU Ecolabel wurde 1992 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Zunächst war nur die Kennzeichnung von Produkten vorgesehen. Seit dem Jahr 2000 können auch Dienstleistungen mit dem EU Ecolabel gekennzeichnet werden. Die Vergabe erfolgt an Produkte und Dienstleistungen, die geringere Umweltauswirkungen haben als vergleichbare Waren und Dienste. Mit dem EU Ecolabel soll der Verbraucher die Möglichkeit haben, umweltfreundlichere und gesündere Produkte und Dienstleistungen identifizieren zu können.

Zertifiziert wird eine breite Palette an Waren, darunter Reinigungsprodukte, Elektrogeräte, Textilien, Schmierstoffe, Farben und Lacke, aber auch Beherbergungsbetriebe und Campingplätze. Ausgeschlossen von der Vergabe sind zum jetzigen Zeitpunkt Nahrungsmittel, Getränke, Arzneimittel und medizinische Geräte.


TCOTCO

Das TCO-Label wird für Geräte der Informationstechnik vergeben und steht für niedrigen Energieverbrauch, Ergonomie, Umweltverträglichkeit, Wiederverwertbarkeit und Umweltmanagement in den Herstellerbetrieben. Die Kriterien sind strenger angelegt als die gesetzlichen Vorgaben. Anhand der Jahreszahl im Label kann abgelesen werden, aus welchem Jahr die Kriterien stammen, die eingehalten werden.

TCO-Labels gibt es für folgende Produktkategorien: Monitore, Notebooks, Tablet-Computer, Smartphones, Desktop-Computer, All-in-One-Computer, Projektoren und Headsets. Die Anforderungen für das Label „TCO Certified“ umfassen den gesamten Lebenszyklus der IT-Produkte, der zahlreiche ökologische und soziale Herausforderungen umfasst, etwa schlechte Arbeitsbedingungen in der Produktion, negative Umwelteinwirkung in den Bereichen Rohstoffgewinnung und Energieanwendung, gefährliche Stoffe und Chemikalien, mangelnder Arbeitsschutz an den IT-Arbeitsplätzen sowie unzureichendes Recycling mit wachsenden Abfallströmen von Elektronikschrott als Folge.


EU ENERGY STAREU ENERGY STAR

Der EU ENERGY STAR kennzeichnet energieeffiziente Geräte für die IT, das Büro und die Unterhaltungselektronik. Das Gütezeichen hilft den Konsumenten, die sparsamen Geräte beim Kauf zu erkennen und auszuwählen. ENERGY STAR ist eine Initiative der amerikanischen Umweltbehörde (EPA) und wird in den USA schon seit 1992 für verschiedene Produktgruppen eingesetzt. Weil die Produktionskette vieler Geräte oft über mehrere Länder verteilt ist, hat die Europäische Kommission mit der EPA eine Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung dieses Labels geschlossen. Die offizielle Einführung des ENERGY STAR in der EU erfolgte 2002 auf Basis einer EU-Verordnung.


GEEA-EnergielabelGEEA-Energielabel

Dieses Label wird in der Bundesrepublik von der Gemeinschaft Energielabel Deutschland (GED) ausgegeben und findet auch in anderen europäischen Ländern Anwendung. Bewertet wird der Stand-by-Verbrauch anhand eines Grenzwerts, den die ausgezeichneten Geräte unterschreiten müssen. Der Wert wird für jede Gerätekategorie jährlich überprüft und dem Stand der Technik angepasst. Ziel ist es, nur das beste Drittel der marktverfügbaren Geräte auszuzeichnen.


Übersicht über die Zusammensetzung des Stromverbrauchs in deutschen Haushalten

Private Haushalte haben in Deutschland den zweitgrößten Stromverbrauch nach der Industrie zu verzeichnen. Rund 50 Prozent des privaten Gesamtverbrauchs entfallen dabei auf große Haushaltsgeräte. Aber auch der Verbrauchsanteil für Geräte der Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungselektronik stellt einen nicht unwesentlichen Posten dar. Die nachstehende Übersicht verdeutlicht die strukturelle Zusammensetzung des Stromverbrauchs in privaten Haushalten.

Große Haushaltsgeräte verbrauchen rund 50 Prozent des Stroms in privaten Haushalten.