Familie auf dem Spielplatz, die Weißeritztalbahn im Hintergrund
Mit der Weißeritztalbahn können Sie direkt bis zum Erlebnisbereich an der Rabenauer Mühle fahren, die Haltestelle befindet sich nur wenige Meter entfernt.

Herbstzeit ist Wanderzeit – wenn sich bei mildem Septemberwetter die Bäume bunt zu färben beginnen, lockt mich die Natur nach draußen. Eines meiner Lieblings-Wanderreviere ist das Naturschutzgebiet Rabenauer Grund: Die wildromantischen Wege entlang der Roten und Weißen Weißeritz warten mit überraschenden Stationen auf, an denen sich spannendes Energiewissen sammeln lässt. Eine Gelegenheit, den Pfad (wieder) zu entdecken, bietet die diesjährige Herbstwanderung der Morgenpost am 23. September 2018.

Fast ein Drittel ihres Stromverbrauchs decken die Deutschen bereits aus erneuerbaren Energiequellen. Mit sechs Wasserkraftwerken, drei Windkraftanlagen, einem Biogasprojekt und zahlreichen Photovoltaikanlagen – die neueste steht in Obermuschütz – erzeugt auch ENSO umweltfreundlichen Strom. Wie das funktioniert, lässt sich entlang des ENSO-Energie-Erlebnispfads erforschen: Auf über 40 Kilometern hält er elf Erlebnisbereiche zum spielerischen Erkunden von Energie bereit.

Luftaufnahme der Talsperre Malter
Die aus Biotitgneis gebaute Gewichtsstaumauer ist bis zu 33,5 Meter hoch, über sechs Meter breit und fast 200 Meter lang. Der dahinter gelegene Stausee fasst auf seinen 87 Hektar rund neun Millionen Kubikmeter Wasser und wird aufgrund der fehlenden Trinkwassernutzung vor allem als Erholungsgebiet genutzt.

Erneuerbare Energiequellen zum Anfassen

Gemeinsam in einer Gruppe Gleichgesinnter zu wandern, macht Spaß. Vielleicht schließen Sie sich in diesem Jahr der MoPo-Herbstwanderung an. Sie führt 21 Kilometer durch den Rabenauer Grund: zum gleichnamigen Wasserkraftwerk, zur Rabenauer Mühle, zur Talsperre Malter und zum Wasserkraftwerk Seifersdorf – also an drei der sechs historischen Wasserkraftwerke auf dem ENSO-Energie-Erlebnispfad vorbei. In allen sechsen wird teils schon seit über hundert Jahren umweltschonend elektrische Energie gewonnen. Je nach Wasserangebot produzieren sie zusammen etwa zwölf Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr – genug für rund 3.500 Haushalte.

Die erste Wanderetappe führt entlang der Weißeritztalbahn zum Laufwasserkraftwerk Rabenauer Grund. Seit 1911 ans Stromnetz angeschlossen, wird es über einen 460 Meter langen Triebwasserstollen mit Wasser aus der Roten Weißeritz versorgt. Seit 2012 arbeiten hier zwar zwei neue Generatoren und ein zusätzlicher Maschinensatz mit einer Leistung von 150 Kilowatt. Doch zwei originale Francis-Spiralturbinen sind noch heute im Einsatz. Den Turbinentyp mit zwei Schaufelrädern – ein fixes Leitrad, ein verstellbares Laufrad – gibt es seit 1849. Zusammen erzeugen sie jährlich 490 Kilowatt Strom.

Wie ein Wasserkraftwerk funktioniert? Probieren Sie es am Turbinenmodell selbst aus! Befüllen Sie einfach per Handpumpe das obere Wasserbecken und lassen Sie das kühle Nass dann über die drei verschiedenen Turbinen nach unten laufen.

Mühlrad der Rabenauer Mühle
Das historische Wasserrad an der Rabenauer Mühle dreht sich mit seinen zwei Metern Durchmesser unaufhörlich im Lauf des Flusses. Auf diese Art nutzten Menschen die Energie des Wassers schon vor 2.500 Jahren.

So wird aus Energie Strom und Wärme

Folgt man der Weißeritz, gelangt man zum ersten Etappenziel, der (ehemaligen) Rabenauer Mühle. Einst nutzte man hier die Kraft des Wassers – wie man sie lenkt, lässt sich im Erlebnisbereich des ENSO-Energie-Erlebnispfades erproben. Wie man die Energiereserven des Sonnenlichts anzapfen kann, veranschaulichen eine Solardrehscheibe und eine Sonnenheizung.

Erfrischt und gestärkt geht es weiter über Oelsa (Etappenziel 2) und den König-Johann-Turm (Etappenziel 3) bis zur Talsperre Malter. 1913 fertiggestellt, regelt sie den Wasserlauf der Roten Weißeritz. Das Wasserkraftwerk am Fuß der Staumauer erzeugt seit 1914 jährlich etwa 1,7 Millionen Kilowattstunden Strom und deckt den Energiebedarf von etwa 680 Haushalten. Dafür kommen wiederum Francis-Turbinen zum Einsatz.

Nach einem guten weiteren Kilometer ist Etappenziel 4 erreicht: das Wasserkraftwerk Seifersdorf. Das kleinste der sechs ENSO-Wasserkraftwerke ging 1911 als Gleichstromerzeuger in Betrieb. Das Hochwasser 2002 zerstörte die alte Francis-Schachtturbine fast vollständig, so dass sie 2004 durch eine neue – jetzt mit Kaplan-Rohrturbine – ersetzt wurde.

Doch was nützt die beste Turbine ohne Generator? Wie das Herzstück jedes Kraftwerks funktioniert und was ein Generator mit einem Motor zu tun, lässt sich im zugehörigen Erlebnisbereich ausprobieren. Und bevor Sie zum Bahnhof Seifersdorf weiterwandern, um von dort aus die Rückreise anzutreten, werfen Sie noch ein Blick auf die Gebäude-integrierte Photovoltaikanlage mit 21 Modulen.

Nähere Infos zum ENSO-Energie-Erlebnispfad finden Sie unter www.enso.de/pfad

Herbstwanderung der Morgenpost am 23. September

Sie wollen mit auf Schusters Rappen? Dann melden Sie sich an und finden Sie sich zwischen 8 und 10 Uhr am Freizeitzentrum „Hains“ in Freital ein. Alle Teilnehmer erhalten dort ein Starterpaket mit T-Shirt, Streckenübersicht, ENSO-Wanderkarte und mehrere Gutscheine für Snacks und alkoholfreie Getränke.