Als Mitglieder unserer deutschen Nationalmannschaft geht es für die ENSO-Azubis Marcel Uchlier (links im Bild) und Kai Rigterink im August nach Kazan, wo einer der beiden gegen Auszubildende aus 46 Ländern antreten wird.

Nächste Station Kazan (Russland). Die ENSO-Azubis Kai Rigterink (21) und Marcel Uchlier (18) wurden als Deutschlands beste Elektroinstallateure ausgezeichnet. Mit diesem Titel qualifizieren sie sich für die WorldSkills – die Berufsweltmeisterschaft, die dieses Jahr in Russland stattfindet. Denn die beiden Elektroniker für Betriebstechnik im dritten Lehrjahr belegten den ersten und zweiten Platz bei der nationalen Meisterschaft im Berufsfeld Elektroinstallation. Sensationell!

Dabei liegt das Niveau der Aufgaben beim WorldSkills Germany-Nationalwettbewerb weit über Facharbeiterniveau. Die Teilnehmer mussten eine komplette Installationskabine mit einer Schaltung montieren, verdrahten, programmieren, prüfen und in Betrieb nehmen. Dafür blieben den Elektroinstallateuren nur 20 Arbeitsstunden innerhalb von drei Tagen.

Kai Rigterink beim Training für die Berufsweltmeisterschaft in Russland. Beim WorldSkills Germany-Nationalwettbewerb erreichte er den ersten Platz.

Ich traf die beiden an unserem Messestand auf der KarriereStart, wo man Marcel und Kai beim Training für die WorldSkills beobachten konnte. Sie stellten einen ähnlichen Aufbau wie bei der nationalen Meisterschaft nach.

Die Nachwuchs-Champions

Kai ist momentan in unserem Zentrallager in Kesselsdorf eingesetzt. Dort beschäftigt er sich mit dem Ausbau unseres Informationskabelnetzes – Sie kennen es als Breitband. Für Kai begann alles vor knapp 4 Jahren mit einem Praktikum bei der ENSO, welches seine Entscheidung für die Ausbildung bekräftigt hat.

Marcel ist momentan in unserem Regionalbereich in Görlitz eingesetzt. Marcels Onkel ist Elektriker, daher war seine Berufswahl naheliegend. Er hat sich schon immer für Physik interessiert. Eine Bürotätigkeit hätte er sich nicht vorstellen können. Beide lieben ihren Beruf und sind begeistert von der hohen Qualität ihrer Ausbildung. Sie schätzen die gute und umfassende Grundausbildung, das Gemeinschaftsgefühl sowie ihre Ausbilder und deren Wissen.

Wie kam es, dass ihr am Nationalwettbewerb teilgenommen habt?

Marcel: „Ende des 2. Lehrjahrs findet ein interner Leistungsvergleich unter den Elektronikern der ENSO statt. Das ist schon jahrelang so üblich. Die zwei Besten nehmen dann an der nationalen Meisterschaft teil. Das waren im letzten Jahr Kai und ich. Außerdem brauchten wir noch ein Prüfungszeugnis des ersten Teils der Abschlussprüfung – mit einem Einser-Durchschnitt.“

Beim Aufbau der klassischen Hausinstallation sind Genauigkeit, großes Fachwissen und natürlich das Quäntchen Glück gefragt, um die Herausforderung unter dem enormen Zeit- und Leistungsdruck zu meistern.

Was genau war eure Aufgabe bei dem Wettbewerb?

Kai: „Während der drei Tage arbeiteten wir in einer Installationskabine mit vier Wänden. Wir bekamen die Aufgabenstellung und die dazugehörigen Baupläne. Allerdings erhielten wir nur einen Plan pro Tag. So wird verhindert, dass wir uns während unserer Freizeit schon Gedanken machen. Bei der Weltmeisterschaft wird es genauso gehandhabt.“

Marcel: „Wir mussten zuerst die Centerline zeichnen. Das ist eine haarfeine Linie, die den Installationsbereich horizontal und vertikal vierteilt und einen Mittelpunkt festlegt. Die Centerline hilft uns, die Bauteile exakt anzubringen, denn von ihr aus wird die gesamte Installation vermessen. Deswegen ist Genauigkeit gefragt, eine Abweichung darf höchstens vier Millimeter betragen.“

Kai: „Nachdem wir die Centerline gezeichnet hatten, haben wir die Armaturen montiert. Jedes der vorgegebenen Teile musste verbaut werden. Darunter zählen zum Beispiel Kanäle, Rohre, ein Hausanschlusskasten und ein Hauslicht. Danach haben wir alles verdrahtet, ein Prüfprotokoll erstellt und die Steuerung programmiert, um die Anlage in Betrieb nehmen zu können. Denn zur Installation gehört auch eine Motorsteuerung über SPS (eine speicherprogrammierbare Steuerung). Wenn am Ende die Lichter leuchten wissen wir: Alles richtig gemacht!“

Ihr Trainer und ENSO-Ausbilder

Ich konnte auch mit Trainer und Ausbilder Torsten Lippoldt sprechen, der seit 2013 bei den WorldSkills als Trainer dabei ist. Seitdem haben sich die ENSO-Azubijahrgänge in der nationalen Meisterschaft vom 4. zum 1. Platz hochgearbeitet.

Ein eingespieltes Team: Kai und Marcel mit Trainer und Ausbilder Torsten Lippolt.

Warum nimmt ENSO an solchen Events teil?

Torsten Lippoldt: „Die ENSO-Azubis haben so die Chance, sich mit anderen zu messen. Das bedeutet, dass auch die Unternehmen vergleichen können, auf welchem Stand die Qualität der Ausbildung ist. Wir können sozusagen über den eigenen Tellerrand schauen. Natürlich sind solche Events auch immer ein guter Treffpunkt um Kontakte zu knüpfen.“

Natürlich sind Kai und Marcel aufgeregt. Dass die Zeit zu knapp wird, ist ihre größte Angst. Das Verdrahten liegt ihnen, doch das Zurechtsägen der Kanäle und das Biegen der Rohre mögen die beiden nicht so gern. Welcher der beiden mit Torsten Lippoldt zur WM fährt, steht noch nicht fest. Dennoch sind alle Beteiligten zuversichtlich.

Was ist euer Ziel für die anstehende Weltmeisterschaft?

Torsten Lippoldt: „Wir wollen möglichst den ersten Platz erreichen.“

Marcel: „Auch für uns ist Dabeisein ist nicht alles! Wir wollen im August den bestmöglichen Platz erreichen.“

Dafür wünschen wir viel Erfolg!

Autorin: Elisabeth Hoffmann

Fotoquelle: Lutz Weidler