Rebekka Rudisch ist Trainee bei Netzbetreiber ENSO NETZ. Die 27-jährige Wirtschaftsingenieurin erhielt bereits während ihres Masterstudiums von ENSO eine Förderung im Rahmen des Deutschlandstipendiums. Für ihre Masterarbeit zur Elektromobilität in Sachsen bekam sie den Dresden Excellence Award. Was genau dahinter steckt, erklärt uns Rebekka Rudisch in ihrem Beitrag.

Über das Deutschlandstipendium zur Masterandin

Meine ersten Berührungspunkte zu ENSO hatte ich im Jahr 2016, während meines Bachelorstudiums an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden. Seit einigen Jahren gehört der Energiedienstleister zu den Unternehmen, die die Initiative Deutschlandstipendium unterstützen. Dabei erhalten Studierende mit überzeugenden Studienleistungen und gesellschaftlichem Engagement eine finanzielle Förderung für ihren Studienweg.

Rebekka Rudisch studierte bis November 2018 Wirtschaftsingenieurwesen an der HTW Dresden. Ihre Masterarbeit schrieb sie im Anschluss an ein zweimonatiges Praktikum bei ENSO NETZ in der Fachgruppe Elektromobilität.

Als mich die HTW darüber informierte, dass ENSO mein Förderer wird, war ich natürlich glücklich. Auf Einladung der Personalabteilung bekam ich sogar einen persönlichen Einblick in das Unternehmen. Für mein Masterstudium in Wirtschaftsingenieurwesen setzte ich mir den Schwerpunkt Produkt- und Ressourcenmanagement.

Die ersten Erfahrungen mit ENSO hatten bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen, weswegen ich mich schließlich als Masterandin bewarb. Im  Vorstellungsgespräch hat mir ein Kollege von ENSO NETZ das Thema bereits vorgeschlagen: Ich sollte einen verlässlichen Kundenserviceprozess für den Betrieb der Ladesäulen für Elektrofahrzeuge entwickeln. Nach dem Gespräch ging alles sehr schnell. Es folgten zwei Monate Praktikum in der Fachgruppe Elektromobilität und anschließend ging es schon an meine Abschlussarbeit.

Optimierte Kundenserviceprozesse durch wissenschaftliche Forschung

Die Verbreitung der Elektromobilität erfordert einen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Um die Akzeptanz der Kunden gegenüber der Elektromobilität zu erhöhen, muss ein zuverlässiger Service an den Ladesäulen sichergestellt sein – eine große Herausforderung angesichts des zu erwarteten Ladebedarfs. Mit meiner Masterarbeit sollte ich einen Prozess entwickeln, der genau diese Herausforderung löst. Der wissenschaftliche Titel dieser Arbeit lautet: „Optimierung der Kundenserviceprozesse bei der ENSO NETZ GmbH für die Betriebsführung öffentlicher und halböffentlicher Ladeinfrastruktur von Stadtwerken.“

Auf Basis von aufgezeichneten Ladevorgängen und den Prognosen zum künftigen Ladebedarf, ermittelte ich zunächst das zukünftig zu erwartende Fehleraufkommen sowie Fehlerursachen. Außerdem analysierte ich den vorhandenen Kundendienst und dessen Schwachstellen. Anhand dieser Erkenntnisse erstellte ich mit wissenschaftlichen Methoden den neuen Kundenserviceprozess und berücksichtigte dabei alle relevanten Akteure. Seit diesem Jahr kommt der Prozess bereits bei ENSO NETZ zum Einsatz. Darüber hinaus erhalten die Nutzer der Ladesäulen ab sofort einen einfachen Zugang zu Informationen, um den selbstständigen Ladevorgang zu erleichtern. Das reduziert Fehler in der Bedienung und den Anteil der Anrufer, die Informationen zum Thema Elektromobilität benötigen.

Mein Höhepunkt: Dresdens beste Abschlussarbeit 2018

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (rechts im Bild) und Dr. Christoph Mayer (links im Bild), Professor für Betriebswirtschaftslehre an der HTW, gratulieren zum Dresden Excellence Award.

Nach meinem erfolgreichen Studienabschluss motivierte mich mein betreuender HTW-Professor, mich mit der Arbeit für den Dresden Excellence Award zu bewerben. Das ist ein Wissenschaftspreis der Stadt Dresden, der jährlich an hervorragende wissenschaftliche Arbeiten aller Fachbereiche vergeben wird. Im Fokus stehen Abschlussarbeiten, die besondere Relevanz und Zukunftsorientierung für die Dresdner Stadtentwicklung und Stadtgesellschaft vorweisen. Die Jury bewertete insgesamt 46 Bewerbungen mit der Abschlussnote 1,0. Und tatsächlich: Ich bekam eine Einladung zur Preisverleihung im Dresdner Rathaus und erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Master-/Diplomarbeit. Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange (Wissenschaft und Kunst) und Oberbürgermeister Dirk Hilbert gratulierten mir sogar persönlich.

Dr. Christoph Mayer, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der HTW, begründete die Entscheidung der Jury:  „Die unkomplizierte und problemlose Möglichkeit zum Laden von Elektrofahrzeugen ist eine Kernforderung der Nutzer von Elektromobilität. Rebekka Rudisch bringt dieses Thema voran und zeigt, wie dies in Dresden gelingen kann. Darüber hinaus überzeugt ihre Arbeit mit einem großen Portfolio an Analysemethoden wie beispielsweise einer Monte-Carlo-Simulation zur Risikobewertung von Kundenserviceprozessen.“

Ich blicke auf diese Momente zurück und bin natürlich wahnsinnig stolz, wie sich alles entwickelt hat. ENSO verhalf mir zu einem spannenden Thema für meine Abschlussarbeit und ließ mir viel Freiheit für die Umsetzung meiner Ideen. Mein Betreuer in der Fachgruppe stand mir als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung. Ich habe im Unternehmen viele tolle Erfahrungen gesammelt und freue mich auf die Zukunft. Denn schon während meiner Masterarbeit bewarb ich mich für eine Trainee-Stelle bei ENSO NETZ. Seit Januar arbeite ich in der Abteilung Netzwirtschaft und Regulierungsmanagement. Nach einer ersten Einarbeitungsphase, erhalte ich ab Sommer auch Einblicke in andere Abteilungen von ENSO NETZ.

Bildquellen: Volker Bellmann