Beim High Power Charging (HPC) geht es darum, die Batterien von E-Fahrzeugen in möglichst kurzer Zeit aufzuladen – das bedingt eine extrem hohe Ladeleistung. ENSO hat nun die ersten Schnellladesysteme im Einsatz.

In nur acht Minuten rund 100 Kilometer Reichweite aufladen – an den ENSO-Schnellladesäulen in Ostsachsen ist das inzwischen möglich. Zuletzt hat das Unternehmen zwei nagelneue Turbo-Tankstellen für Elektroautos aufgestellt; in Heidenau und in Weinböhla. Die sogenannten High Power Charger (HPC) ermöglichen es, Elektrofahrzeuge mit bis zu 150 Kilowatt (kW) zu versorgen und so innerhalb weniger Minuten große Reichweiten nachzuladen. In etwa einer halben Stunde kann der Stromer fast komplett aufgeladen sein – ein enormer Zeitvorteil im Vergleich zu normalen Säulen, an denen die Ladevorgänge mehrere Stunden dauern. Doch so komfortabel das fixe Stromzapfen auch ist: Sinnstiftend wird eine solche Station nur an einer klugen geographisch-strategischen Position, wo schnelles Nachladen erforderlich ist.

Elektrisch tanken in nur wenigen Minuten

„Stromer“ unter sich: Die beiden ENSO-Männer Gunnar Schneider (2.v.l.) und Matthias Mennicke (2.v.r.) sind zufrieden mit dem zentralen Standort des HPC am Bahnhof. Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (1.v.l.) und Taxiunternehmer Reno König (1.v.r.) sind gespannt auf die künftige Nutzung der Zapfsäule für E-Autos.

Daher sind die ENSO-Ladestationen mit ihrer technischen Ausstattung an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst: Normalladesäulen finden sich zum Beispiel an Ausflugszielen, an denen Nutzer längere Ladezeiten problemlos realisieren können, etwa während einer Wandertour. Schnellladesäulen kommen eher an Orten mit kurzer Verweildauer und Anbindungen an Fernstraßen zum Einsatz. Der Standort am Bahnhof Heidenau eignet sich wegen seiner Nähe zur Autobahn A 17 und zur Staats- bzw. Bundesstraße S/B 172 sehr gut für kurze Ladeaufenthalte. Und das Konzept geht auf: Seit Inbetriebnahme ließen sich 147 Ladevorgänge verzeichnen. Die Kunden zapften dabei ungefähr 1.600 Kilowattstunden (kWh) Strom, was demnach 10,9 kWh pro Ladevorgang bedeutet. Rein rechnerisch könnte ein Elektroauto – abhängig von Modell und individueller Fahrweise – damit zwischen 60 und 100 Kilometer weit fahren. Das deutet auf eine nahezu idealtypische Nutzung der Schnelladesäule für das oben geschilderte Nachladen hin.

Auch in Weinböhla ist die B 101 nicht weit. Und ohnehin verspricht die Lage zwischen Dresden, Meißen, Großenhain und Moritzburg eine gute Frequentierung: Nach einem Monat Betrieb waren in Weinböhla knapp 40 Ladevorgänge zu verzeichnen. Die durchschnittliche Ladedauer von einer Viertelstunde ist als Zwischenfazit auch hier erfolgsversprechend.

Auch Bürgermeister Siegfried Zenker (l.) hat nun eine Turbo-Ladesäule in seiner Stadt. Weinböhla verspricht sich vor allem Reisende und Pendler als Nutzer, die auf dem Hin-oder Rückweg nach/aus Dresden auf die Vorzüge des High Power Charging zählen. ENSO NETZ-Regionalbereichsleiter Tilo Kadner ist überzeugt, dass der Plan aufgeht.

Mit der Übergabe der Schnellladesäule in Weinböhla verbindet sich ein besonderes Angebot von ENSO für Kommunen: Damit die Erfahrung mit Elektromobilität Einzug in den Alltag erhält, überließ das Unternehmen Bürgermeister Siegfried Zenker für zwei Wochen einen spritzigen VW eGolf zum Testen. Dieses Überlassungsmodell ist bereits erprobt und wird von Kommunen immer wieder gern angenommen. Manche Städte und Gemeinden entscheiden sich sogar für die längerfristige Nutzung eines Elektroautos.

Durch die Schnellladesäulen erweitert ENSO sein Elektromobilitäts-Angebot und zeigt sich als technologischer Vorreiter. Denn was mit dem Begriff des HPC so einfach klingt, ist eine hochkomplex arbeitende Anlage: Gemäß dem Stromwärmegesetz erzeugt elektrischer Strom beim Durchgang durch leitendes Material Wärme – bei einer 150 kW-Anlage in erheblichem Maße. Nur dank speziell gekühlter Kabel ist es beim High Power Charging möglich, eine so große Ladeleistung bereitzustellen. Das funktioniert inzwischen gut – doch daran war bis vor Kurzem noch nicht zu denken.

Fast 30 ENSO-Ladesäulen im Ostsachsen

Vor acht Jahren entstanden u.a. in Radeberg und Glashütte die ersten Ladesäulen des Unternehmens. Seitdem liegt der Fokus darauf, Ladeinfrastruktur in die Fläche des Netzgebietes zu bringen. Inzwischen betreibt ENSO fast 30 Ladestationen, davon auch vier Schnellladesäulen beziehungsweise HPC. Schon 2016 und 2018 entstanden in Thiendorf an der A 13 und in Großenhain die Stationen mit einer maximalen Ladeleistung von 50 kW – womit sie zur Kategorie der Schnelllader zählen. Nun sind die zwei besagten Turbo-Modelle in Heidenau und Weinböhla hinzugekommen, darüber hinaus plant, baut und betreibt ENSO für Dritte Ladeinfrastruktur in Kooperationsmodellen. Bis zum Jahr 2022 sind noch sechs weitere Schnellladestationen an entsprechend passenden Standorten geplant. Im ENSO-Blog werden wir natürlich darüber berichten.

Aktionstag Elektromobilität

Energiekonzerne und kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Stadtwerke und Start-ups treiben die Elektromobilität in Deutschland gemeinsam voran. Ob in Metropolen oder auf dem Land: Die Fahrt ins Grüne hat schon längst begonnen. Überall forcieren die Unternehmen der Energiewirtschaft den Ausbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur und entwickeln innovative Mobilitätskonzepte.

Mit dem Aktionstag Elektromobilität rücken der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und seine Mitgliedsunternehmen das Engagement der Branche in den Fokus.

Wann: 6. und 7. September 2019

Weitere Infos unter www.fahrt-ins-gruene.com

 

Fotos: ENSO / Weidler