Alexander Edelmann war im Jahr 2014 Akademist beim Moritzburg Festival und trat unter anderem bei der Festivaleröffnung in der Gläsernen Manufaktur in Dresden auf.

Das Moritzburg Festival vom 4. bis 18. August gilt als Anziehungspunkt für Liebhaber klassischer Musik. ENSO fördert auch in diesem Jahr die Veranstaltung und die Moritzburg Festival Akademie, die fester Bestandteil der Veranstaltung ist.

Der amerikanische Kontrabassist Alexander Edelmann ist einer der vielen internationalen Musiker, die Moritzburg Festival so reizvoll machen. Für den 29-Jahre alten Künstler aus den USA ist die Anfahrt gar nicht einmal so lang: Er lebt seit 6 Jahren in Deutschland. Warum er sich ganz besonders auf Moritzburg freut, verrät er mir im Interview.

Wie kamen Sie zur Musik, Herr Edelmann?

Alexander Edelmann wurde als erster Kontrabassist überhaupt zum Studiengang Konzertexamen an der „Robert Schumann Hochschule für Musik“ in Düsseldorf zugelassen. Foto: Needa Navaee

Alexander Edelmann: Für mich war das kein selbstverständlicher Weg. Meine Eltern sind keine Musiker und auch ich war als Jugendlicher gar nicht besonders interessiert an klassischer Musik. Allerdings spielte ich mit Freunden in einer Rockband, als ich 13 Jahre alt war – wir coverten Nirvana!

Von „Smells like teen spirit“ bis Smetana ist es ein weiter musikalischer Weg. Weshalb spielen Sie heute klassische Musik am Kontrabass?

Bei einem Gig in der Schule hörte ein Lehrer zu und fand, dass ich ganz gut mit dem elektrischen Bass umgehen konnte. Er fragte mich nach dem Konzert, ob ich es nicht einmal mit dem Kontrabass in einer Jazzband versuchen wollte. Ich probierte es aus und fand es spannend! Für mich war das wie der Eintritt in eine neue Welt: Ich begann mir CDs mit klassischer Musik in der Bibliothek auszuleihen und mich fürs Orchester zu interessieren.

Offenbar hat das Interesse ja weit gereicht: Für Ihr Masterstudium sind Sie sogar nach Deutschland gezogen.

Ja, nach meinem Bachelorstudium in Boston bin ich 2013 nach Berlin gezogen. Einmal natürlich, weil Berlin eine sehr interessante Stadt ist. Aber für mich war es auch von besonders großer Bedeutung, mein Kontrabass-Master-Studium bei Matthew McDonald weiterzuführen. Er ist ein international angesehener Bassist mit Konzerten auf der ganzen Welt. Und ich wollte meine Fähigkeiten unbedingt bei jemandem erweitern, der zu den absolut Besten gehört. Mittlerweile bin ich in Düsseldorf und lerne bei Professor Rick Stotijn, der ebenfalls ein Star ist.

Inzwischen reisen Sie selbst um die Welt und geben Konzerte…

Ja! Für mich als Amerikaner ist es großartig, so viel von Europa und der Welt zu sehen. Gerade habe ich in der Türkei und in Japan gespielt. Manchmal kann ich es gar nicht glauben, dass ich für das Reisen und die Musik tatsächlich bezahlt werde.

Dieses Jahr geht es für Sie nicht das erste Mal nach Moritzburg. Was macht das Festival für Sie so besonders?

Die Moritzburg Festival Akademie unter der Leitung von Violinistin Mira Wang ist fester Bestandteil des Festivals.

Das künstlerische Level beim Moritzburg Festival ist unglaublich hoch und ich bin sehr stolz, dass ich von der Kronberg Academy dorthin eingeladen werde. Ich kenne bereits einige der anderen internationalen Künstler, und es ist immer wieder großartig, mit den anderen über Musik aber auch ganz alltägliche Themen zu sprechen.

Moritzburg ist außerdem eine großartige Location. Die Natur ist wunderschön und die Orte an denen wir spielen, haben so eine lange Geschichte. Dazu kommt, dass die Konzerte vor einem sehr kleinen Publikum stattfinden. Da sind manchmal nur 100 Gäste, vor denen wir spielen. Das macht es sehr intim und ein unvergessliches Erlebnis für alle, die dabei sind.

Gibt es ein Stück, auf das Sie sich im August in Moritzburg besonders freuen?

Gibt es. Die vierte Sonate von Gioacchino Rossini ist für mich ein besonderes Erlebnis. Sie wurde für zwei Violinen und ein Cello komponiert. In diesem Stück übernehme ich dann den Part des Cellos. Wer Zeit hat: Wir spielen diese Rossini-Sonate am 6. August in der Moritzburger Kirche.

Haben Sie Zeit, sich in Moritzburg auch einmal etwas auszuruhen?

Ich werde die Gelegenheit auf jeden Fall nutzen, einmal ausgiebig wandern zu gehen. Besonders viel gehört habe ich von der Sächsischen Schweiz. Dort will ich auf jeden Fall noch etwas Zeit verbringen, bevor es für mich weiter durch die Welt geht.

Alexander Edelmann können Sie beim Moritzburg Festival bei diesen Konzerten erleben:

  • 04.08.2019, 20 Uhr, Eröffnungskonzert Schloss Moritzburg | kostenfreies Public Viewing auf der Schlossterrasse
  • 06.08.2019, 20 Uhr, Konzert Kirche Moritzburg | 35€ / 24€
  • 16.08.2019, 19 Uhr, „Wiener Nacht“ Schloss Proschwitz | 145€ (inkl. Dinner und Wein)

Das Moritzburg Festival wird gefördert von ENSO und findet dieses Jahr zum 27. Mal zwischen dem 4. und dem 18. August an verschiedenen Orten in Moritzburg und Dresden statt.

Das komplette Programm sowie Tickets gibt es im Internet unter www.moritzburgfestival.de

Bildquelle: Oliver Killig